Externe Kosten. Was unternimmt der Bund, um die externen Kosten des Agrar- und Ernährungssystems zu senken?

ShortId
25.4345
Id
20254345
Updated
06.01.2026 10:02
Language
de
Title
Externe Kosten. Was unternimmt der Bund, um die externen Kosten des Agrar- und Ernährungssystems zu senken?
AdditionalIndexing
55;2841;24
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1. Die zitierte Länderfallstudie wurde vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bei der FAO in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Auftrag gegeben und stellt einen wichtigen Beitrag zu internationalen Diskussionen über die versteckten Kosten von Lebensmittelsystemen, beispielsweise bei der FAO und der OECD, dar. Zudem vertieft sie das Grundlagenwissen zur Kostenwahrheit im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft. Im Kontext der Kostenwahrheit arbeitet die Bundesverwaltung mit verschiedenen Konzepten. Das Konzept der FAO ist vergleichbar mit dem betriebswirtschaftlichen Konzept der Vollkosten, da es umfassend ist. Es berücksichtigt alle Kosten, auch diejenigen, die nicht im Marktpreis von Produkten enthalten sind. Letztere entstehen einerseits durch Marktversagen wie z.B. Externalitäten und andererseits durch institutionelles Versagen. Der Bundesrat verweist auch auf seine Antwort auf Frage 1 zur <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253787"><u>25.3787 Ip. Schneider Meret</u></a>.</p><p>2. und 3. Die Ergebnisse der Länderfallstudie fliessen in die derzeit laufenden Vorarbeiten zur AP30+ ein. Die Länderstudie ist auch ein Kommunikationsinstrument, mit dem die Bedeutung von Ansätzen unterstrichen werden kann, die nicht nur die Lebensmittelproduktion, sondern die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette im Blick haben.</p><p>4. Mit der Schweizer Ernährungsstrategie 2025-2032 und dem dazugehörigen Aktionsplan verfolgt der Bund das Ziel, die individuellen Kompetenzen zu stärken und die Rahmenbedingungen (z.B. die Zusammensetzung von Produkten und Menüs in der Gemeinschaftsverpflegung) zu verbessern, um die Auswahl gesunder Lebensmittel zu erleichtern. Die Strategie trägt somit zur Prävention von ernährungsbedingten Krankheiten bei.</p>
  • <p>Die Schweizer Landwirtschaft erbringt neben der essenziellen Produktion von Lebensmitteln weitere wichtige Leistungen und damit auch eine Reihe positiver Externalitäten. Dazu zählt die Stärkung der Biodiversität sowie die Pflege der Kulturlandschaften. Auch die dezentrale Besiedlung ländlicher Regionen wird stark durch die Landwirtschaft gestützt und ist sowohl für den Hochwasserschutz als auch den Tourismus zentral. Neben diesen positiven Leistungen verursacht das Schweizer Agrar- und Ernährungssystem aber auch hohe externe Kosten. Diese summierten sich laut aktuellen Berechnungen<sup>1&nbsp;</sup>im Jahr 2020 auf rund 32 Milliarden Schweizer Franken. Dies ist fast das Zehnfache der Bundesausgaben für Landwirtschaft und Ernährung (3,67 Milliarden respektive rund 4,4% des Bundesbudgets 2024).&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Wie ordnet der Bund diese Studie ein? Decken sie sich mit den verwaltungsinternen Analysen?</li><li>Was unternimmt der Bund, um die externen Kosten des Agrar- und Ernährungssystem zu senken?</li><li>Inwiefern wird diese Studie für die neuen Massnahmen in der AP 30+ berücksichtigt?&nbsp;</li><li>Gemäss Studie ist der höchste Betrag eine Folge ungesunder Ernährung (mit Kostenfolgen über 17 Milliarden). Was unternimmt der Bund, um diese Folgen einzudämmen?</li></ol><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><sup>1</sup> De Luca, Kevin and Muller, Adrian.&nbsp;Hidden costs of the Swiss Agrifood System. Case Study for the State of Food and Agriculture Report of the FAO – SOFA 2024. FiBL, March 5 2025</p><p><a href="https://www.blw.admin.ch/dam/de/sd-web/6C9mTRpl5siq/DeLuca%20and%20Muller%202025_%20Hidden%20costs%20of%20the%20Swiss%20Agrifood%20System%20-%20Case%20Study%20for%20the%20State%20of%20Food%20and%20Agriculture%20Report%20SOFA%202024.pdf"><u>Report template English</u></a></p>
  • Externe Kosten. Was unternimmt der Bund, um die externen Kosten des Agrar- und Ernährungssystems zu senken?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1. Die zitierte Länderfallstudie wurde vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bei der FAO in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Auftrag gegeben und stellt einen wichtigen Beitrag zu internationalen Diskussionen über die versteckten Kosten von Lebensmittelsystemen, beispielsweise bei der FAO und der OECD, dar. Zudem vertieft sie das Grundlagenwissen zur Kostenwahrheit im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft. Im Kontext der Kostenwahrheit arbeitet die Bundesverwaltung mit verschiedenen Konzepten. Das Konzept der FAO ist vergleichbar mit dem betriebswirtschaftlichen Konzept der Vollkosten, da es umfassend ist. Es berücksichtigt alle Kosten, auch diejenigen, die nicht im Marktpreis von Produkten enthalten sind. Letztere entstehen einerseits durch Marktversagen wie z.B. Externalitäten und andererseits durch institutionelles Versagen. Der Bundesrat verweist auch auf seine Antwort auf Frage 1 zur <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253787"><u>25.3787 Ip. Schneider Meret</u></a>.</p><p>2. und 3. Die Ergebnisse der Länderfallstudie fliessen in die derzeit laufenden Vorarbeiten zur AP30+ ein. Die Länderstudie ist auch ein Kommunikationsinstrument, mit dem die Bedeutung von Ansätzen unterstrichen werden kann, die nicht nur die Lebensmittelproduktion, sondern die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette im Blick haben.</p><p>4. Mit der Schweizer Ernährungsstrategie 2025-2032 und dem dazugehörigen Aktionsplan verfolgt der Bund das Ziel, die individuellen Kompetenzen zu stärken und die Rahmenbedingungen (z.B. die Zusammensetzung von Produkten und Menüs in der Gemeinschaftsverpflegung) zu verbessern, um die Auswahl gesunder Lebensmittel zu erleichtern. Die Strategie trägt somit zur Prävention von ernährungsbedingten Krankheiten bei.</p>
    • <p>Die Schweizer Landwirtschaft erbringt neben der essenziellen Produktion von Lebensmitteln weitere wichtige Leistungen und damit auch eine Reihe positiver Externalitäten. Dazu zählt die Stärkung der Biodiversität sowie die Pflege der Kulturlandschaften. Auch die dezentrale Besiedlung ländlicher Regionen wird stark durch die Landwirtschaft gestützt und ist sowohl für den Hochwasserschutz als auch den Tourismus zentral. Neben diesen positiven Leistungen verursacht das Schweizer Agrar- und Ernährungssystem aber auch hohe externe Kosten. Diese summierten sich laut aktuellen Berechnungen<sup>1&nbsp;</sup>im Jahr 2020 auf rund 32 Milliarden Schweizer Franken. Dies ist fast das Zehnfache der Bundesausgaben für Landwirtschaft und Ernährung (3,67 Milliarden respektive rund 4,4% des Bundesbudgets 2024).&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Wie ordnet der Bund diese Studie ein? Decken sie sich mit den verwaltungsinternen Analysen?</li><li>Was unternimmt der Bund, um die externen Kosten des Agrar- und Ernährungssystem zu senken?</li><li>Inwiefern wird diese Studie für die neuen Massnahmen in der AP 30+ berücksichtigt?&nbsp;</li><li>Gemäss Studie ist der höchste Betrag eine Folge ungesunder Ernährung (mit Kostenfolgen über 17 Milliarden). Was unternimmt der Bund, um diese Folgen einzudämmen?</li></ol><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><sup>1</sup> De Luca, Kevin and Muller, Adrian.&nbsp;Hidden costs of the Swiss Agrifood System. Case Study for the State of Food and Agriculture Report of the FAO – SOFA 2024. FiBL, March 5 2025</p><p><a href="https://www.blw.admin.ch/dam/de/sd-web/6C9mTRpl5siq/DeLuca%20and%20Muller%202025_%20Hidden%20costs%20of%20the%20Swiss%20Agrifood%20System%20-%20Case%20Study%20for%20the%20State%20of%20Food%20and%20Agriculture%20Report%20SOFA%202024.pdf"><u>Report template English</u></a></p>
    • Externe Kosten. Was unternimmt der Bund, um die externen Kosten des Agrar- und Ernährungssystems zu senken?

Back to List