Prävention im Bereich respiratorisch übertragbarer Krankheiten und damit verbundener Langzeit- und Spätfolgen
- ShortId
-
25.4361
- Id
-
20254361
- Updated
-
26.11.2025 15:53
- Language
-
de
- Title
-
Prävention im Bereich respiratorisch übertragbarer Krankheiten und damit verbundener Langzeit- und Spätfolgen
- AdditionalIndexing
-
32;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>-</p>
- <span><p><span>1.Die konkrete Ausgestaltung der Inhalte der Curricula liegt in der Kompetenz der Hochschulen bzw. der für die Weiterbildung zuständigen Organisationen. Im Bereich der höheren Berufsbildung und der beruflichen Grundbildung definieren die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt (OdA) die für den Abschluss erforderlichen Kompetenzen. Die regelmässige Akkreditierung der Aus- und Weiterbildungsgänge durch den Schweizerischen Akkreditierungsrat (Ausbildung) bzw. das eidgenössische Departement des Innern (Weiterbildung) stellt sicher, dass die Curricula den Anforderungen nach Medizinalberufegesetz (MedBG; SR 811.11), Gesundheitsberufegesetz (GesBG; SR 811.21) bzw. Psychologieberufegesetz (PsyG; SR 935.81) gerecht werden, das heisst, dass sie es den Aus- bzw. Weiterzubildenden erlauben, die Ziele des jeweiligen Gesetzes zu erfüllen bzw. die Abschlusskompetenzen zu erwerben. Die aktuellen Rahmenbedingungen lassen eine adäquate Integration der genannten Themen in die Curricula bereits zu. Der Bundesrat sieht keinen zusätzlichen Handlungsbedarf.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. und 4. Der Bundesrat misst der Information der Bevölkerung grosse Bedeutung bei und hat zu diesem Zweck zahlreiche Massnahmen getroffen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt der Bevölkerung auf seiner Website umfassende Informationen zu Hygiene- und Präventionsmassnahmen gegen Atemwegsinfektionen zur Verfügung. </span></p><p><span>Ausserdem findet jeweils im November eine Woche zur Förderung der Impfung gegen Grippe, COVID-19 und das Respiratorische Synzytial (RS-)Virus statt.</span></p><p><span>Das BAG erarbeitet derzeit eine Strategie zur Überwachung und Prävention von Atemwegsinfektionen. Ziel ist es, die Zahl der Infektionen positiv zu beeinflussen, um deren Auswirkungen auf Risikopersonen und das Gesundheitssystem zu begrenzen. Es ist vorgesehen, dass die wichtige Rolle der Kommunikation auch in der künftigen Strategie behandelt wird. Spätestens seit der Covid-19-Pandemie ist der Bevölkerung bewusst, wie sie sich und andere vor respiratorischen Infektionen schützen kann. Durch die genannten Massnahmen wird die Bevölkerung jedes Jahr an die Schutzmassnahmen sowie die Möglichkeiten zur Impfung erinnert. Eine verstärkende Rolle kommt dabei jedes Jahr auch der Ärzteschaft, der Apothekerschaft und den Pflegenden zu. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. </span><span>Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine gute Belüftung von Innenräumen ist, um die Übertragung von Krankheiten einzudämmen. Das BAG hat daher Instrumente entwickelt, die diesen Aspekt in die Planung und den Bau neuer Gebäude integrieren. Für bestehende Infrastrukturen stehen den Verantwortlichen von Schulen und Gesundheitseinrichtungen verschiedene vom BAG veröffentlichte Referenzdokumente zur Verfügung, die Empfehlungen zum Einsatz von Luftfiltergeräten sowie zu Massnahmen für eine optimale Belüftung enthalten. Die Zuständigkeit für die Umsetzung dieser Empfehlungen liegt bei den Verantwortlichen der Einrichtungen sowie bei den Kantonen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Das BAG hat verschiedene Optionen zur Erfassung von Long Covid-Fällen geprüft. Aufgrund der Vielfalt der Krankheitsbilder, des zeitlichen Verlaufs der Symptome und fehlender gesetzlicher Grundlagen ist es nicht möglich, ein verbindliches prospektives Register aufzubauen. Daher wurde beschlossen, die Daten über das Sentinella-Meldesystem zu erheben, das zur Überwachung akuter übertragbarer Krankheiten und zur Forschung in der Allgemeinmedizin dient. Von Juli 2021 bis Mai 2023 wurden monatlich Daten zur Anzahl Hausarztkonsultationen aufgrund anhaltender Folgeerscheinungen nach einer Covid-19-Infektion erhoben. Die Ergebnisse sind auf der Website des BAG zu finden. Diese Überwachung wurde unter anderem aufgrund der sehr geringen Anzahl gemeldeter Fälle eingestellt. Eine neue Inzidenzstudie ist nicht geplant.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz hat den gesetzlichen Auftrag, Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten zu initiieren, zu koordinieren und zu evaluieren. Dabei konzentriert sie ihre Arbeit auf die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) sowie auf die Stärkung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen. Auch wenn die Stiftung nicht direkt im Bereich der Prävention von respiratorisch übertragbaren Krankheiten tätig ist, tragen ihre Aktivitäten wesentlich zu einem widerstandsfähigen Gesundheitssystem bei. Insbesondere mit der Prävention im Bereich der Gesundheitsversorgung – zum Beispiel in Arztpraxen, Spitälern oder Apotheken – unterstützt sie gesundheitsfördernde Strukturen und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Versorgung und Prävention. </span></p></span>
- <p>Das hochansteckende Coronavirus SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin. Jahr für Jahr verursacht es mit neuen Varianten Neuansteckungen und einen deutlich erhöhten Krankenstand, insbesondere auch durch neue Fälle von Long Covid und ME/CFS sowie durch eine starke Zunahme opportunistischer Sekundärinfektionen.</p><p>Das Übertragungsrisiko in vielen Gesundheitseinrichtungen und Schulen ist weiterhin zu hoch und Reinfektionen mit SARS-CoV-2 sind häufig. Die Schwere der möglichen Folgen und die Dringlichkeit der <i>Prävention im Bereich respiratorisch übertragbarer Krankheiten</i> sind jedoch nicht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und Politik gerückt. Zudem zeigt eine Modellierungsstudie für Deutschland von Risklayer, dass die monatlichen Kosten durch Long Covid und ME in den letzten 20 Monaten auf einem hohen Niveau verharrten. Diese Entwicklung dürfte in der Schweiz ähnlich sein.</p><p> </p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: </p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li><p>Sieht der Bundesrat Handlungsbedarf in der Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonen bzgl. der multisystemischen Aspekte von Covid-19, der Risiken von Langzeit- und Spätfolgen durch respiratorisch übertragbare Erkrankungen sowie der Präventionsmöglichkeiten? </p><p> </p></li><li><p>Wie kann die Bevölkerung zusätzlich sensibilisiert werden, wie man sich vor respiratorisch übertragbaren Krankheiten schützen kann?</p><p> </p></li><li><p>Was unternimmt der Bundesrat, dass in<i> </i>Schulen und Gesundheitseinrichtungen, die Aerosolbelastung und damit das Ansteckungsrisiko - auch betr. Grippe - durch kombiniertes Lüften und Filtern tief gehalten werden kann?</p><p> </p></li><li><p>Wie können im Bereich von ME/CFS und Long Covid durch gezielte Prävention und eine Informationsoffensive Folgekosten im Gesundheitswesen, in den Sozialversicherungen und in der Volkswirtschaft verhindert werden?</p><p> </p></li><li><p>Beabsichtigt der Bundesrat aktuelle Inzidenzschätzungen in Auftrag zu geben? </p><p> </p></li><li><p>Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz nimmt bei der Prävention eine wichtige Rolle ein. Wie kann ihre Arbeit im Bereich der Prävention von respiratorisch übertragbaren Krankheiten gestärkt werden?</p><p> </p></li></ol>
- Prävention im Bereich respiratorisch übertragbarer Krankheiten und damit verbundener Langzeit- und Spätfolgen
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>-</p>
- <span><p><span>1.Die konkrete Ausgestaltung der Inhalte der Curricula liegt in der Kompetenz der Hochschulen bzw. der für die Weiterbildung zuständigen Organisationen. Im Bereich der höheren Berufsbildung und der beruflichen Grundbildung definieren die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt (OdA) die für den Abschluss erforderlichen Kompetenzen. Die regelmässige Akkreditierung der Aus- und Weiterbildungsgänge durch den Schweizerischen Akkreditierungsrat (Ausbildung) bzw. das eidgenössische Departement des Innern (Weiterbildung) stellt sicher, dass die Curricula den Anforderungen nach Medizinalberufegesetz (MedBG; SR 811.11), Gesundheitsberufegesetz (GesBG; SR 811.21) bzw. Psychologieberufegesetz (PsyG; SR 935.81) gerecht werden, das heisst, dass sie es den Aus- bzw. Weiterzubildenden erlauben, die Ziele des jeweiligen Gesetzes zu erfüllen bzw. die Abschlusskompetenzen zu erwerben. Die aktuellen Rahmenbedingungen lassen eine adäquate Integration der genannten Themen in die Curricula bereits zu. Der Bundesrat sieht keinen zusätzlichen Handlungsbedarf.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. und 4. Der Bundesrat misst der Information der Bevölkerung grosse Bedeutung bei und hat zu diesem Zweck zahlreiche Massnahmen getroffen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt der Bevölkerung auf seiner Website umfassende Informationen zu Hygiene- und Präventionsmassnahmen gegen Atemwegsinfektionen zur Verfügung. </span></p><p><span>Ausserdem findet jeweils im November eine Woche zur Förderung der Impfung gegen Grippe, COVID-19 und das Respiratorische Synzytial (RS-)Virus statt.</span></p><p><span>Das BAG erarbeitet derzeit eine Strategie zur Überwachung und Prävention von Atemwegsinfektionen. Ziel ist es, die Zahl der Infektionen positiv zu beeinflussen, um deren Auswirkungen auf Risikopersonen und das Gesundheitssystem zu begrenzen. Es ist vorgesehen, dass die wichtige Rolle der Kommunikation auch in der künftigen Strategie behandelt wird. Spätestens seit der Covid-19-Pandemie ist der Bevölkerung bewusst, wie sie sich und andere vor respiratorischen Infektionen schützen kann. Durch die genannten Massnahmen wird die Bevölkerung jedes Jahr an die Schutzmassnahmen sowie die Möglichkeiten zur Impfung erinnert. Eine verstärkende Rolle kommt dabei jedes Jahr auch der Ärzteschaft, der Apothekerschaft und den Pflegenden zu. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. </span><span>Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine gute Belüftung von Innenräumen ist, um die Übertragung von Krankheiten einzudämmen. Das BAG hat daher Instrumente entwickelt, die diesen Aspekt in die Planung und den Bau neuer Gebäude integrieren. Für bestehende Infrastrukturen stehen den Verantwortlichen von Schulen und Gesundheitseinrichtungen verschiedene vom BAG veröffentlichte Referenzdokumente zur Verfügung, die Empfehlungen zum Einsatz von Luftfiltergeräten sowie zu Massnahmen für eine optimale Belüftung enthalten. Die Zuständigkeit für die Umsetzung dieser Empfehlungen liegt bei den Verantwortlichen der Einrichtungen sowie bei den Kantonen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Das BAG hat verschiedene Optionen zur Erfassung von Long Covid-Fällen geprüft. Aufgrund der Vielfalt der Krankheitsbilder, des zeitlichen Verlaufs der Symptome und fehlender gesetzlicher Grundlagen ist es nicht möglich, ein verbindliches prospektives Register aufzubauen. Daher wurde beschlossen, die Daten über das Sentinella-Meldesystem zu erheben, das zur Überwachung akuter übertragbarer Krankheiten und zur Forschung in der Allgemeinmedizin dient. Von Juli 2021 bis Mai 2023 wurden monatlich Daten zur Anzahl Hausarztkonsultationen aufgrund anhaltender Folgeerscheinungen nach einer Covid-19-Infektion erhoben. Die Ergebnisse sind auf der Website des BAG zu finden. Diese Überwachung wurde unter anderem aufgrund der sehr geringen Anzahl gemeldeter Fälle eingestellt. Eine neue Inzidenzstudie ist nicht geplant.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz hat den gesetzlichen Auftrag, Massnahmen zur Förderung der Gesundheit und zur Verhütung von Krankheiten zu initiieren, zu koordinieren und zu evaluieren. Dabei konzentriert sie ihre Arbeit auf die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD) sowie auf die Stärkung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen. Auch wenn die Stiftung nicht direkt im Bereich der Prävention von respiratorisch übertragbaren Krankheiten tätig ist, tragen ihre Aktivitäten wesentlich zu einem widerstandsfähigen Gesundheitssystem bei. Insbesondere mit der Prävention im Bereich der Gesundheitsversorgung – zum Beispiel in Arztpraxen, Spitälern oder Apotheken – unterstützt sie gesundheitsfördernde Strukturen und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Versorgung und Prävention. </span></p></span>
- <p>Das hochansteckende Coronavirus SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin. Jahr für Jahr verursacht es mit neuen Varianten Neuansteckungen und einen deutlich erhöhten Krankenstand, insbesondere auch durch neue Fälle von Long Covid und ME/CFS sowie durch eine starke Zunahme opportunistischer Sekundärinfektionen.</p><p>Das Übertragungsrisiko in vielen Gesundheitseinrichtungen und Schulen ist weiterhin zu hoch und Reinfektionen mit SARS-CoV-2 sind häufig. Die Schwere der möglichen Folgen und die Dringlichkeit der <i>Prävention im Bereich respiratorisch übertragbarer Krankheiten</i> sind jedoch nicht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und Politik gerückt. Zudem zeigt eine Modellierungsstudie für Deutschland von Risklayer, dass die monatlichen Kosten durch Long Covid und ME in den letzten 20 Monaten auf einem hohen Niveau verharrten. Diese Entwicklung dürfte in der Schweiz ähnlich sein.</p><p> </p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: </p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li><p>Sieht der Bundesrat Handlungsbedarf in der Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonen bzgl. der multisystemischen Aspekte von Covid-19, der Risiken von Langzeit- und Spätfolgen durch respiratorisch übertragbare Erkrankungen sowie der Präventionsmöglichkeiten? </p><p> </p></li><li><p>Wie kann die Bevölkerung zusätzlich sensibilisiert werden, wie man sich vor respiratorisch übertragbaren Krankheiten schützen kann?</p><p> </p></li><li><p>Was unternimmt der Bundesrat, dass in<i> </i>Schulen und Gesundheitseinrichtungen, die Aerosolbelastung und damit das Ansteckungsrisiko - auch betr. Grippe - durch kombiniertes Lüften und Filtern tief gehalten werden kann?</p><p> </p></li><li><p>Wie können im Bereich von ME/CFS und Long Covid durch gezielte Prävention und eine Informationsoffensive Folgekosten im Gesundheitswesen, in den Sozialversicherungen und in der Volkswirtschaft verhindert werden?</p><p> </p></li><li><p>Beabsichtigt der Bundesrat aktuelle Inzidenzschätzungen in Auftrag zu geben? </p><p> </p></li><li><p>Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz nimmt bei der Prävention eine wichtige Rolle ein. Wie kann ihre Arbeit im Bereich der Prävention von respiratorisch übertragbaren Krankheiten gestärkt werden?</p><p> </p></li></ol>
- Prävention im Bereich respiratorisch übertragbarer Krankheiten und damit verbundener Langzeit- und Spätfolgen
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