Verankerung des Themas kritische Rohstoffe in Politik, Wissenschaft und Ausbildung
- ShortId
-
25.4420
- Id
-
20254420
- Updated
-
18.02.2026 21:31
- Language
-
de
- Title
-
Verankerung des Themas kritische Rohstoffe in Politik, Wissenschaft und Ausbildung
- AdditionalIndexing
-
15;09;32
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In der Schweiz wird das Thema Versorgungsrisiken mit kritischen Rohstoffe und Halbfabrikaten bislang unzureichend adressiert. Gleichzeitig nehmen die damit verbundenen Unsicherheiten zu. Geopolitische Spannungen, Exportrestriktionen, Preisschocks und Logistikrisiken betreffen Schlüsselbranchen wie Energie, MEM, ICT, Mobilität, Pharma/MedTech und Verteidigung. Ohne Kompetenzen in Verwaltung, Forschung und Industrie können Risiken nicht angegangen werden. </p><p>Die Forschungsschwerpunkte in der Schweiz in Erd- und Materialwissenschaft und verwandten Disziplinen sind stark international ausgerichtet. Die nationale Situation rund um die Versorgungssicherheit bleiben dabei randständig. Die Landesgeologie verfügt über wenig Ressourcen für Prospektionsarbeiten und Potenzialabschätzungen; Daten zu inländischen Rohstoffvorkommen sind daher lückenhaft. Auch die Rückgewinnungspotentiale sekundärer Rohstoffe sind nicht systematisch erfasst. Schweizer Forschungsinstitutionen engagieren sich zwar in europäischen Projekten zu Bewertung, Recycling und Substitution kritischer Rohstoffe, doch die Übertragbarkeit auf die spezifischen Bedürfnisse des Standorts Schweiz ist begrenzt. In den Bundesämtern gibt es wenig Fachwissen über Rohstoffrisiken – sowohl in einzelnen Fachbereichen als auch an den Schnittstellen von Wirtschaft, Geopolitik, Handel und Innovation. </p><p> </p><p> </p>
- <span><p><strong>Frage 1 </strong></p><p>Die interdepartementale Plattform Rohstoffe umspannt ein Netz von Fachpersonen in mehreren Departementen (EDA, EFD, WBF, UVEK, VBS), die über Kompetenzen zum Thema «kritische» mineralische Rohstoffe verfügen. Da die globale Nachfrage in den letzten Jahren zugenommen hat und geopolitische Spannungen in gewissen Ländern zu Versorgungsrisiken geführt haben, wird das Wissen in den erfragten Bereichen (Märkte, Lieferketten und Recycling) im bestehenden Netz der Fachpersonen laufend erweitert. Da die Versorgungslage der Schweizer Wirtschaft mit mineralischen Rohstoffen insgesamt stabil und gesichert ist, sind keine Ressourcenaufstockungen vorgesehen.</p><p><strong>Frage 2</strong></p><p>Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt in der Berufs- und Weiterbildung sorgen gemeinsam für ein attraktives Angebot. Mit der starken Einbindung der Wirtschaft ins Aus- und Weiterbildungssystem ist gewährleistet, dass Unternehmen und Individuen mit den sich verändernden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt Schritt halten können. Organisationen der Arbeitswelt übernehmen in der Berufsentwicklung die Verantwortung für ihre beruflichen Grundbildungen sowie die Angebote in der höheren Berufs- und Weiterbildung. </p><p>Hochschulen besetzen Lehrstühle und bestimmen das Angebot an Studiengängen und Weiterbildungen im Rahmen ihrer verfassungsrechtlich garantierten Hochschulautonomie und der Freiheit von Lehre und Forschung. In Studiengängen wie z.B. Umweltwissenschaften, Geologie/Erdwissenschaften, Chemie-, Ingenieur- und Materialwissenschaften vermitteln die Hochschulen Fachwissen, wissenschaftliche Methoden und interdisziplinäre Kompetenzen. Zusätzlich bieten sie praxisnahe Weiterbildungen an und pflegen den Austausch mit der Industrie, um auf die sich wandelnden Anforderungen spezifischer Branchen reagieren zu können. Dies trifft auch auf den Themenbereich rund um kritische Rohstoffe zu. </p><p>Über ihre Forschung treiben die Hochschulen auch den Wissens- und Technologietransfer (WTT) voran. In Bezug auf die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) hat der Bundesrat in seinen strategischen Zielen für den ETH-Bereich 2025–2028 festgehalten, dass sie eine den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bedürfnissen angepasste Aus- und Weiterbildung anbieten und den WTT durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und anderen Bereichen der Gesellschaft fördern sollen.</p><p><strong>Frage 3</strong></p><p>Im Rahmen der Förderinstrumente des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sind derzeit keine spezifischen Ausschreibungen in den Bereichen Rohstoffgeologie, Substitution, Materialeffizienz sowie Recycling/Urban Mining vorgesehen. Gleichwohl gibt es in den Nationalen Forschungsschwerpunkten «SPIN», «Catalysis» und MARVEL Forschung zum Themenfeld seltene Erden und kritische Rohstoffe. Forschende können zudem jederzeit Fördergesuche zu diesen Themen einreichen. Aktuell fördert der SNF rund 40 Projekte in diesem Themenbereich. Die Innosuisse fördert im Rahmen eines Flagship mehrere Projekte, die sich mit der Kreislaufwirtschaft und der Rückgewinnung und Wiederverwendung von Materialien befassen. Wie der SNF fördert auch die Innosuisse grundsätzlich nach dem bottom-up Prinzip. Interessierte Organisationen und Unternehmen können laufend Projekte im Bereich der kritischen Rohstoffe einreichen.</p><p>Zudem gibt es im Themenbereich Recycling, Kreislaufwirtschaft und Substituierbarkeit Projekte, die z.B vom Bundesamt für Umwelt, vom Bundesamt für Energie oder vom EU-Forschungsprogramm Horizon Europe finanziert werden und wo u.a. Institutionen des ETH-Bereichs sehr aktiv sind.</p></span>
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten: <br> </p><ul><li>Plant der Bundesrat die Erweiterung von Fachkompetenzen zum Thema kritische Rohstoffe – etwa zu Rohstoffmärkten, Lieferkettenanalytik, Recycling – in relevanten Bundesämtern?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, einschlägige Professuren und Curricula an ETH/Universitäten/FH zu stärken sowie die Berufsbildung (EFZ/EFZ+/höhere Stufen) und Weiterbildungen (CAS/MAS zur Rohstoffsicherheit/Lieferkettenanalytik) auszubauen, um die für Industrie und Verwaltung benötigten Fachkräfte, Datenkompetenz und Innovation bereitzustellen und den Wissenstransfer in die Praxis zu beschleunigen?</li><li>Sind gezielte Förderprogramme (SNF/Innosuisse) für Forschung, Lehre und Transfer zu Rohstoffgeologie, Substitution, Materialeffizienz und Recycling/Urban Mining geplant, um Forschungslücken zu schliessen und Innovation und Pilotanwendungen zu beschleunigen?</li></ul><p> </p><p> </p>
- Verankerung des Themas kritische Rohstoffe in Politik, Wissenschaft und Ausbildung
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>In der Schweiz wird das Thema Versorgungsrisiken mit kritischen Rohstoffe und Halbfabrikaten bislang unzureichend adressiert. Gleichzeitig nehmen die damit verbundenen Unsicherheiten zu. Geopolitische Spannungen, Exportrestriktionen, Preisschocks und Logistikrisiken betreffen Schlüsselbranchen wie Energie, MEM, ICT, Mobilität, Pharma/MedTech und Verteidigung. Ohne Kompetenzen in Verwaltung, Forschung und Industrie können Risiken nicht angegangen werden. </p><p>Die Forschungsschwerpunkte in der Schweiz in Erd- und Materialwissenschaft und verwandten Disziplinen sind stark international ausgerichtet. Die nationale Situation rund um die Versorgungssicherheit bleiben dabei randständig. Die Landesgeologie verfügt über wenig Ressourcen für Prospektionsarbeiten und Potenzialabschätzungen; Daten zu inländischen Rohstoffvorkommen sind daher lückenhaft. Auch die Rückgewinnungspotentiale sekundärer Rohstoffe sind nicht systematisch erfasst. Schweizer Forschungsinstitutionen engagieren sich zwar in europäischen Projekten zu Bewertung, Recycling und Substitution kritischer Rohstoffe, doch die Übertragbarkeit auf die spezifischen Bedürfnisse des Standorts Schweiz ist begrenzt. In den Bundesämtern gibt es wenig Fachwissen über Rohstoffrisiken – sowohl in einzelnen Fachbereichen als auch an den Schnittstellen von Wirtschaft, Geopolitik, Handel und Innovation. </p><p> </p><p> </p>
- <span><p><strong>Frage 1 </strong></p><p>Die interdepartementale Plattform Rohstoffe umspannt ein Netz von Fachpersonen in mehreren Departementen (EDA, EFD, WBF, UVEK, VBS), die über Kompetenzen zum Thema «kritische» mineralische Rohstoffe verfügen. Da die globale Nachfrage in den letzten Jahren zugenommen hat und geopolitische Spannungen in gewissen Ländern zu Versorgungsrisiken geführt haben, wird das Wissen in den erfragten Bereichen (Märkte, Lieferketten und Recycling) im bestehenden Netz der Fachpersonen laufend erweitert. Da die Versorgungslage der Schweizer Wirtschaft mit mineralischen Rohstoffen insgesamt stabil und gesichert ist, sind keine Ressourcenaufstockungen vorgesehen.</p><p><strong>Frage 2</strong></p><p>Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt in der Berufs- und Weiterbildung sorgen gemeinsam für ein attraktives Angebot. Mit der starken Einbindung der Wirtschaft ins Aus- und Weiterbildungssystem ist gewährleistet, dass Unternehmen und Individuen mit den sich verändernden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt Schritt halten können. Organisationen der Arbeitswelt übernehmen in der Berufsentwicklung die Verantwortung für ihre beruflichen Grundbildungen sowie die Angebote in der höheren Berufs- und Weiterbildung. </p><p>Hochschulen besetzen Lehrstühle und bestimmen das Angebot an Studiengängen und Weiterbildungen im Rahmen ihrer verfassungsrechtlich garantierten Hochschulautonomie und der Freiheit von Lehre und Forschung. In Studiengängen wie z.B. Umweltwissenschaften, Geologie/Erdwissenschaften, Chemie-, Ingenieur- und Materialwissenschaften vermitteln die Hochschulen Fachwissen, wissenschaftliche Methoden und interdisziplinäre Kompetenzen. Zusätzlich bieten sie praxisnahe Weiterbildungen an und pflegen den Austausch mit der Industrie, um auf die sich wandelnden Anforderungen spezifischer Branchen reagieren zu können. Dies trifft auch auf den Themenbereich rund um kritische Rohstoffe zu. </p><p>Über ihre Forschung treiben die Hochschulen auch den Wissens- und Technologietransfer (WTT) voran. In Bezug auf die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) hat der Bundesrat in seinen strategischen Zielen für den ETH-Bereich 2025–2028 festgehalten, dass sie eine den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bedürfnissen angepasste Aus- und Weiterbildung anbieten und den WTT durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und anderen Bereichen der Gesellschaft fördern sollen.</p><p><strong>Frage 3</strong></p><p>Im Rahmen der Förderinstrumente des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sind derzeit keine spezifischen Ausschreibungen in den Bereichen Rohstoffgeologie, Substitution, Materialeffizienz sowie Recycling/Urban Mining vorgesehen. Gleichwohl gibt es in den Nationalen Forschungsschwerpunkten «SPIN», «Catalysis» und MARVEL Forschung zum Themenfeld seltene Erden und kritische Rohstoffe. Forschende können zudem jederzeit Fördergesuche zu diesen Themen einreichen. Aktuell fördert der SNF rund 40 Projekte in diesem Themenbereich. Die Innosuisse fördert im Rahmen eines Flagship mehrere Projekte, die sich mit der Kreislaufwirtschaft und der Rückgewinnung und Wiederverwendung von Materialien befassen. Wie der SNF fördert auch die Innosuisse grundsätzlich nach dem bottom-up Prinzip. Interessierte Organisationen und Unternehmen können laufend Projekte im Bereich der kritischen Rohstoffe einreichen.</p><p>Zudem gibt es im Themenbereich Recycling, Kreislaufwirtschaft und Substituierbarkeit Projekte, die z.B vom Bundesamt für Umwelt, vom Bundesamt für Energie oder vom EU-Forschungsprogramm Horizon Europe finanziert werden und wo u.a. Institutionen des ETH-Bereichs sehr aktiv sind.</p></span>
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten: <br> </p><ul><li>Plant der Bundesrat die Erweiterung von Fachkompetenzen zum Thema kritische Rohstoffe – etwa zu Rohstoffmärkten, Lieferkettenanalytik, Recycling – in relevanten Bundesämtern?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, einschlägige Professuren und Curricula an ETH/Universitäten/FH zu stärken sowie die Berufsbildung (EFZ/EFZ+/höhere Stufen) und Weiterbildungen (CAS/MAS zur Rohstoffsicherheit/Lieferkettenanalytik) auszubauen, um die für Industrie und Verwaltung benötigten Fachkräfte, Datenkompetenz und Innovation bereitzustellen und den Wissenstransfer in die Praxis zu beschleunigen?</li><li>Sind gezielte Förderprogramme (SNF/Innosuisse) für Forschung, Lehre und Transfer zu Rohstoffgeologie, Substitution, Materialeffizienz und Recycling/Urban Mining geplant, um Forschungslücken zu schliessen und Innovation und Pilotanwendungen zu beschleunigen?</li></ul><p> </p><p> </p>
- Verankerung des Themas kritische Rohstoffe in Politik, Wissenschaft und Ausbildung
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