Die Klimakrise verschärft sich. Wann handelt die Schweiz?

ShortId
25.4432
Id
20254432
Updated
07.01.2026 13:20
Language
de
Title
Die Klimakrise verschärft sich. Wann handelt die Schweiz?
AdditionalIndexing
52;66
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1 und 7) Der Bundesrat hat sich in seinen Antworten auf die Interpellation 24.4379 Bulliard «Kann der Plan der CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Kompensation zur Erreichung der Klimaziele bis 2030 noch aufgehen?» und die Anfrage 25.1044 Clivaz «Wird die Schweiz ihre Treibhausgasreduktionsziele für 2030 erreichen?» zur Frage der Zielerreichung geäussert. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) Die Klimaszenarien machen deutlich, dass die Schweiz heute bereits stark vom Klimawandel betroffen ist, und dass sie auch zukünftig mit spürbaren Auswirkungen zu rechnen hat. Die Szenarien verdeutlichen die Notwendigkeit globaler Anstrengungen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen, und sie zeigen die Notwendigkeit von Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Sie bilden die Basis für die Strategie des Bundesrates zur Anpassung an den Klimawandel.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3) Der Bundesrat stützt sich für seine Beurteilungen der Folgen des Klimawandels auf die verfügbaren wissenschaftlichen Grundlagen, wie sie der Weltklimarat IPCC regelmässig in seinen Sachstandsberichten zusammenfasst.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) Der Bundesrat hat die Kosten des Klimawandels 2021 in seiner langfristigen Klimastrategie auf der Grundlage der damals verfügbaren Literatur beurteilt. Schreitet die Klimaerwärmung weiter voran, so liegen die Kosten für die Schweiz im Jahr 2050 gemäss den verfügbaren Studien bei maximal 4 Prozent des jährlichen BIP. Werden die weltweiten Emissionen umfassend gesenkt und die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius beschränkt, fallen 2050 noch Kosten von maximal 1,5 Prozent des BIP an. Aktuell läuft im Rahmen des Forschungsprogramms NCCS-Impacts des National Centre for Climate Services ein Projekt, welches die Kosten der Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz umfassend abschätzt. Die Ergebnisse werden 2026 vorliegen. Es ist dabei zu berücksichtigen, dass eine Prognose für einen Zeitraum eines Viertel Jahrhunderts mit erheblichen Unsicherheiten verbunden ist.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5) Die genannten Themenbereiche sind in der heutigen Gesetzgebung bereits berücksichtigt. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6) Der Bundesrat hat sich in seiner Botschaft zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» (25.068) zur Kernenergie positioniert. Er lehnt die Initiative ab, möchte ihr aber einen indirekten Gegenvorschlag gegenüberstellen. Ziel ist es, die schweizerische Energiepolitik unter Einbezug der Kernenergie technologieoffen auszugestalten und so eine Rückversicherung in der Stromversorgung zu schaffen. Dies für den Fall, dass die erneuerbaren Energien nicht im gewünschten Mass ausgebaut werden können.</span></p></span>
  • <p>Die neuen Klimaszenarien zeigen, dass sich die Schweiz um fast 3°C erwärmt hat, bei ungebremster Entwicklung könnten bis zu 5°C erreicht werden. Gleichzeitig verfehlt die Schweiz ihre Reduktionsziele klar. Die Auslandkompensationen sind mit bisher 0.04 % faktisch gescheitert, Inlandmassnahmen werden geschwächt. Diese Entwicklungen gefährden die Klimaziele und erhöhen die Risiken für Bevölkerung, Infrastruktur und Natur. Es braucht daher umgehend Klarheit über den Kurs der Schweizer Klimapolitik.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:&nbsp;</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Schweiz ihre Klimaziele deutlich verfehlen wird. Trotzdem gibt sich der Bundesrat optimistisch, dass die Schweiz auf gutem Weg ist. Verfügt der Bundesrat über zusätzliche, der Öffentlichkeit nicht bekannte Angaben, die diesen Optimismus rechtfertigen?&nbsp;</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die neuen Klimaszenarien (Klima CH2025), die für die Schweiz eine Erwärmung von bis zu 5°C erwarten lassen?&nbsp;</li><li>Welche wissenschaftlichen Einschätzungen liegen dem Bundesrat zu Overshoot-Risiken vor – insbesondere zu irreversiblen Schäden an Biodiversität, Gesundheit und Infrastruktur?&nbsp;</li><li>Studien zeigen: Das Verfehlen der Klimaziele verursacht langfristig höhere volkswirtschaftliche Schäden als rechtzeitige Investitionen in den Klimaschutz. Mit welchen konkreten Schadenskosten rechnet der Bundesrat für Szenarien über 1.5 bzw. 2 °C Erwärmung und welche Zahlen liegen ihm zur Gegenüberstellung von Investitionskosten versus Kosten des Nichtstuns vor?&nbsp;</li><li>Wie begründet der Bundesrat, dass zentrale Hebel in der Klimapolitik, wie der Finanzplatz, der Luftverkehr, die grauen Emissionen und die internationale Klimafinanzierung weiterhin kaum berücksichtigt werden?&nbsp;</li><li>Laut Studien wird die Energiewende durch die Diskussion über eine Rückkehr der Atomkraft ausgebremst. Angesichts der Tatsache, dass die Schweiz ihre Klimaziele zu verfehlen droht: Hält es der Bundesrat für die richtige Strategie, dem Zubau der Erneuerbaren Steine in den Weg zu legen?&nbsp;</li><li>Der Bundesrat bestätigt (siehe 25.1044), dass bis heute erst 0.04 % der geplanten Auslandkompensationen umgesetzt wurden. Eine verlässliche Einschätzung der Umsetzung sei erst «in den kommenden Jahren» möglich. Wie garantiert der Bundesrat, dass die Ziele bis 2030 realistisch erreichbar sind und welche Fortschritte erwartet er im verbleibenden Zeitraum?&nbsp;</li></ol>
  • Die Klimakrise verschärft sich. Wann handelt die Schweiz?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1 und 7) Der Bundesrat hat sich in seinen Antworten auf die Interpellation 24.4379 Bulliard «Kann der Plan der CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Kompensation zur Erreichung der Klimaziele bis 2030 noch aufgehen?» und die Anfrage 25.1044 Clivaz «Wird die Schweiz ihre Treibhausgasreduktionsziele für 2030 erreichen?» zur Frage der Zielerreichung geäussert. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) Die Klimaszenarien machen deutlich, dass die Schweiz heute bereits stark vom Klimawandel betroffen ist, und dass sie auch zukünftig mit spürbaren Auswirkungen zu rechnen hat. Die Szenarien verdeutlichen die Notwendigkeit globaler Anstrengungen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen, und sie zeigen die Notwendigkeit von Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Sie bilden die Basis für die Strategie des Bundesrates zur Anpassung an den Klimawandel.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3) Der Bundesrat stützt sich für seine Beurteilungen der Folgen des Klimawandels auf die verfügbaren wissenschaftlichen Grundlagen, wie sie der Weltklimarat IPCC regelmässig in seinen Sachstandsberichten zusammenfasst.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) Der Bundesrat hat die Kosten des Klimawandels 2021 in seiner langfristigen Klimastrategie auf der Grundlage der damals verfügbaren Literatur beurteilt. Schreitet die Klimaerwärmung weiter voran, so liegen die Kosten für die Schweiz im Jahr 2050 gemäss den verfügbaren Studien bei maximal 4 Prozent des jährlichen BIP. Werden die weltweiten Emissionen umfassend gesenkt und die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius beschränkt, fallen 2050 noch Kosten von maximal 1,5 Prozent des BIP an. Aktuell läuft im Rahmen des Forschungsprogramms NCCS-Impacts des National Centre for Climate Services ein Projekt, welches die Kosten der Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz umfassend abschätzt. Die Ergebnisse werden 2026 vorliegen. Es ist dabei zu berücksichtigen, dass eine Prognose für einen Zeitraum eines Viertel Jahrhunderts mit erheblichen Unsicherheiten verbunden ist.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5) Die genannten Themenbereiche sind in der heutigen Gesetzgebung bereits berücksichtigt. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6) Der Bundesrat hat sich in seiner Botschaft zur Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» (25.068) zur Kernenergie positioniert. Er lehnt die Initiative ab, möchte ihr aber einen indirekten Gegenvorschlag gegenüberstellen. Ziel ist es, die schweizerische Energiepolitik unter Einbezug der Kernenergie technologieoffen auszugestalten und so eine Rückversicherung in der Stromversorgung zu schaffen. Dies für den Fall, dass die erneuerbaren Energien nicht im gewünschten Mass ausgebaut werden können.</span></p></span>
    • <p>Die neuen Klimaszenarien zeigen, dass sich die Schweiz um fast 3°C erwärmt hat, bei ungebremster Entwicklung könnten bis zu 5°C erreicht werden. Gleichzeitig verfehlt die Schweiz ihre Reduktionsziele klar. Die Auslandkompensationen sind mit bisher 0.04 % faktisch gescheitert, Inlandmassnahmen werden geschwächt. Diese Entwicklungen gefährden die Klimaziele und erhöhen die Risiken für Bevölkerung, Infrastruktur und Natur. Es braucht daher umgehend Klarheit über den Kurs der Schweizer Klimapolitik.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:&nbsp;</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Schweiz ihre Klimaziele deutlich verfehlen wird. Trotzdem gibt sich der Bundesrat optimistisch, dass die Schweiz auf gutem Weg ist. Verfügt der Bundesrat über zusätzliche, der Öffentlichkeit nicht bekannte Angaben, die diesen Optimismus rechtfertigen?&nbsp;</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die neuen Klimaszenarien (Klima CH2025), die für die Schweiz eine Erwärmung von bis zu 5°C erwarten lassen?&nbsp;</li><li>Welche wissenschaftlichen Einschätzungen liegen dem Bundesrat zu Overshoot-Risiken vor – insbesondere zu irreversiblen Schäden an Biodiversität, Gesundheit und Infrastruktur?&nbsp;</li><li>Studien zeigen: Das Verfehlen der Klimaziele verursacht langfristig höhere volkswirtschaftliche Schäden als rechtzeitige Investitionen in den Klimaschutz. Mit welchen konkreten Schadenskosten rechnet der Bundesrat für Szenarien über 1.5 bzw. 2 °C Erwärmung und welche Zahlen liegen ihm zur Gegenüberstellung von Investitionskosten versus Kosten des Nichtstuns vor?&nbsp;</li><li>Wie begründet der Bundesrat, dass zentrale Hebel in der Klimapolitik, wie der Finanzplatz, der Luftverkehr, die grauen Emissionen und die internationale Klimafinanzierung weiterhin kaum berücksichtigt werden?&nbsp;</li><li>Laut Studien wird die Energiewende durch die Diskussion über eine Rückkehr der Atomkraft ausgebremst. Angesichts der Tatsache, dass die Schweiz ihre Klimaziele zu verfehlen droht: Hält es der Bundesrat für die richtige Strategie, dem Zubau der Erneuerbaren Steine in den Weg zu legen?&nbsp;</li><li>Der Bundesrat bestätigt (siehe 25.1044), dass bis heute erst 0.04 % der geplanten Auslandkompensationen umgesetzt wurden. Eine verlässliche Einschätzung der Umsetzung sei erst «in den kommenden Jahren» möglich. Wie garantiert der Bundesrat, dass die Ziele bis 2030 realistisch erreichbar sind und welche Fortschritte erwartet er im verbleibenden Zeitraum?&nbsp;</li></ol>
    • Die Klimakrise verschärft sich. Wann handelt die Schweiz?

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