Einführung einer Gesetzesgrundlage für den regulierten Abschuss von Wölfen bei Überschreitung eines vordefinierten Schwellenwerts
- ShortId
-
25.4472
- Id
-
20254472
- Updated
-
18.02.2026 22:44
- Language
-
de
- Title
-
Einführung einer Gesetzesgrundlage für den regulierten Abschuss von Wölfen bei Überschreitung eines vordefinierten Schwellenwerts
- AdditionalIndexing
-
52;55;04
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In den letzten Jahren ist die Wolfspopulation in der Schweiz exponentiell gewachsen: 2010 lebte rund ein Dutzend Wölfe in unserem Land, heute gibt es mehr als 30 Rudel mit über 300 Tieren. Die Folgen für die Alpwirtschaft sind gravierend und gefährden die traditionelle Weidewirtschaft, vor allem in den Alpentälern, wo diverse Betriebe ihre Tätigkeit bereits eingestellt haben oder kurz davorstehen.</p><p> </p><p>Ein so grosser Wolfsbestand mit vielen Rudeln entlang der Alpen verträgt sich nicht mit unserer Kulturlandschaft. Gemäss dem Konzept Wolf Schweiz genügen zwölf Rudel für den Arterhalt. Heute sind es fast dreimal so viele, und es werden tendenziell mehr.</p><p> </p><p>In Schweden leben auf einer knapp elfmal so grossen Fläche wie der Schweiz rund 300 Wölfe, also gleich viele wie bei uns. Dennoch hat die Regierung einen «Wolfsmanagementplan» verabschiedet, dank dem der Wolfsbestand auf 170 Tiere gesenkt werden soll.</p><p> </p><p>Unser heutiges System, das auf einzelfallbasierten Abschussbewilligungen der Kantone und des Bundes beruht, hat sich als langsam und wenig effizient erwiesen. Bei Wolfsangriffen bleiben die Tierhalterinnen und Tierhalter oft lange ohne Antwort, während die Schäden zunehmen und sich die Schutzmassnahmen für die Realitäten in der Alpenregion häufig als unzureichend oder unverhältnismässig herausstellen.</p><p> </p><p>Die Motion fordert daher einen Paradigmenwechsel: von einem rein reaktiven zu einem proaktiven, regulierten Wolfsmanagement, das auf klaren Zahlen basiert. Übersteigt die Wolfspopulation in einer Region einen von Bund und Kantonen festgelegten Schwellenwert, sollen Letztere rasch und ohne übermässige Bürokratie eingreifen und mit der Zustimmung des Bundesamts für Umwelt Einzelwölfe oder Rudel abschiessen dürfen.</p><p> </p><p>Das Ziel ist nicht die Ausrottung des Wolfs, der keine bedrohte Art mehr ist und sich in Europa wieder dauerhaft angesiedelt hat. Vielmehr soll ein stabiles Gleichgewicht zwischen der Präsenz dieses Raubtiers und der Alpwirtschaft gewährleistet werden; so wie bei anderen geschützten Arten, bei denen ein zielgerichtetes Management die Stabilität der Ökosysteme sicherstellt.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen zu verabschieden, die den Abschuss von einzelnen Wölfen oder Rudeln erlauben, sobald die Wolfspopulation eine vordefinierte Anzahl Tiere erreicht. Dieser Schwellenwert soll in Absprache mit den Kantonen festgelegt werden und die territorialen, umweltbedingten und sozioökonomischen Besonderheiten der einzelnen Regionen berücksichtigen.</p>
- Einführung einer Gesetzesgrundlage für den regulierten Abschuss von Wölfen bei Überschreitung eines vordefinierten Schwellenwerts
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>In den letzten Jahren ist die Wolfspopulation in der Schweiz exponentiell gewachsen: 2010 lebte rund ein Dutzend Wölfe in unserem Land, heute gibt es mehr als 30 Rudel mit über 300 Tieren. Die Folgen für die Alpwirtschaft sind gravierend und gefährden die traditionelle Weidewirtschaft, vor allem in den Alpentälern, wo diverse Betriebe ihre Tätigkeit bereits eingestellt haben oder kurz davorstehen.</p><p> </p><p>Ein so grosser Wolfsbestand mit vielen Rudeln entlang der Alpen verträgt sich nicht mit unserer Kulturlandschaft. Gemäss dem Konzept Wolf Schweiz genügen zwölf Rudel für den Arterhalt. Heute sind es fast dreimal so viele, und es werden tendenziell mehr.</p><p> </p><p>In Schweden leben auf einer knapp elfmal so grossen Fläche wie der Schweiz rund 300 Wölfe, also gleich viele wie bei uns. Dennoch hat die Regierung einen «Wolfsmanagementplan» verabschiedet, dank dem der Wolfsbestand auf 170 Tiere gesenkt werden soll.</p><p> </p><p>Unser heutiges System, das auf einzelfallbasierten Abschussbewilligungen der Kantone und des Bundes beruht, hat sich als langsam und wenig effizient erwiesen. Bei Wolfsangriffen bleiben die Tierhalterinnen und Tierhalter oft lange ohne Antwort, während die Schäden zunehmen und sich die Schutzmassnahmen für die Realitäten in der Alpenregion häufig als unzureichend oder unverhältnismässig herausstellen.</p><p> </p><p>Die Motion fordert daher einen Paradigmenwechsel: von einem rein reaktiven zu einem proaktiven, regulierten Wolfsmanagement, das auf klaren Zahlen basiert. Übersteigt die Wolfspopulation in einer Region einen von Bund und Kantonen festgelegten Schwellenwert, sollen Letztere rasch und ohne übermässige Bürokratie eingreifen und mit der Zustimmung des Bundesamts für Umwelt Einzelwölfe oder Rudel abschiessen dürfen.</p><p> </p><p>Das Ziel ist nicht die Ausrottung des Wolfs, der keine bedrohte Art mehr ist und sich in Europa wieder dauerhaft angesiedelt hat. Vielmehr soll ein stabiles Gleichgewicht zwischen der Präsenz dieses Raubtiers und der Alpwirtschaft gewährleistet werden; so wie bei anderen geschützten Arten, bei denen ein zielgerichtetes Management die Stabilität der Ökosysteme sicherstellt.</p>
- Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen zu verabschieden, die den Abschuss von einzelnen Wölfen oder Rudeln erlauben, sobald die Wolfspopulation eine vordefinierte Anzahl Tiere erreicht. Dieser Schwellenwert soll in Absprache mit den Kantonen festgelegt werden und die territorialen, umweltbedingten und sozioökonomischen Besonderheiten der einzelnen Regionen berücksichtigen.</p>
- Einführung einer Gesetzesgrundlage für den regulierten Abschuss von Wölfen bei Überschreitung eines vordefinierten Schwellenwerts
Back to List