Sachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Solarschrott

ShortId
25.4499
Id
20254499
Updated
12.02.2026 08:12
Language
de
Title
Sachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Solarschrott
AdditionalIndexing
66;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>-</p>
  • <span><p><span>1) Für Photovoltaik (PV)-Module besteht keine umfassende Pflicht, bei der Inverkehrbringung sämtliche verwendeten Materialien einschliesslich deren Herkunft und Qualität zu deklarieren. Wie auch bei anderen Produkten gelten hingegen allgemeine Regeln, z.</span><span>&nbsp;</span><span>B. betreffend die Produktesicherheit oder die Verwendung von Chemikalien. So müssen Abgeber von Photovoltaikmodulen, deren Bestandteile mehr als 0.1</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent eines besonders besorgniserregenden Stoffs im Sinne des Chemikalienrechts enthalten, die beruflichen Abnehmerinnen über den Namen des betreffenden Stoffs informieren. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) und 3) SENS eRecycling, Swissolar, die Berner Fachhochschule sowie weitere Partner der Solar- und Energiebranche haben gemeinsam das Projekt «Swiss PV Circle» realisiert. Nach Angaben des Projekts (</span><a href="http://www.pv-circle.ch"><u><span>www.pv-circle.ch</span></u></a><span> &gt; News &gt; So kann die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche gestärkt werden) sind in der Schweiz derzeit überwiegend kristalline PV-Module im Einsatz. Diese bestehen zu 90</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent aus Glas (Siliziumdioxid). Die weiteren Schichten der Module setzen sich aus Silizium-Wafern, Verbundfolien und Metallen (ca. 5 bis 8</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent) sowie je nach Modulart einer Rückseitenfolie zusammen. Sie sind gemäss Angaben des Projekts frei von Schadstoffen, welche Mensch oder Umwelt belasten könnten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) Ende 2024 war eine Leistung von 8.2 Gigawatt installiert. Das entspricht einer Modulfläche von etwa 45 Millionen Quadratmetern.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5) Im Projekt Swiss PV Circle (</span><a href="http://www.pv-circle.ch"><u><span>www.pv-circle.ch</span></u></a><span> &gt; Projekt &gt; AP3: Forecasting – Analyse und Forecasting von Materialflüssen) wird die prognostizierte jährliche Mengenentwicklung dargestellt. Für das Jahr 2030 wird von einer Menge von ca. 2140 Tonnen ausgegangen, die bis 2050 auf knapp 5000 Tonnen steigt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6) Seit 2013 arbeiten Swissolar und SENS eRecycling gemeinsam für die fachgerechte Entsorgung von PV-Modulen zusammen (</span><a href="http://www.swissolar.ch"><u><span>www.swissolar.ch</span></u></a><span> &gt; Wissen &gt; Anlagenbetrieb &gt; Entsorgung und Recycling). Das System wird von SENS eRecycling durch einen vorgezogenen Recyclingbeitrag (VRB) finanziert. Die Sammel- und Recyclingprozesse unterliegen regelmässigen Audits und werden von der Branche fortlaufend überprüft und angepasst, um eine fachgerechte Behandlung sicherzustellen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>7) Bereits seit 2013 wird ein VRB erhoben.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>8) Eine umweltgerechte Entsorgung ist mit der bestehenden Branchenlösung von SENS eRecycling und Swissolar bereits seit 2013 sichergestellt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>9) Nach Angaben des Projekts Swiss PV Circle (</span><a href="http://www.pv-circle.ch"><u><span>www.pv-circle.ch</span></u></a><span> &gt; News &gt; So kann die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche gestärkt werden) können im Durchschnitt rund 75</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent eines PV-Moduls recycelt werden, da dieses im Wesentlichen aus Glas und Metall besteht.</span></p></span>
  • <p>Durch den Mantelerlass wurde die Pflicht zur Installationen von PV – Anlagen&nbsp; bei gewissen Gebäuden eingeführt. Wenn der Staat vorschreiben will, was auf den privaten Dächern zur Stromerzeugung montiert werden soll, muss in diesem Zusammenhang zwingend ein Konzept vorliegen, welches eine fach- und umweltgerechte und sichere Entsorgung dieser Module gewährleistet.</p><p>Dazu habe ich folgende Fragen an den Bundesrat:</p><ol><li>Gibt es eine Deklarationspflicht bei Solarpanels betreffend verwendeten Materialien von deren Herkunft und Qualität?&nbsp;</li><li>Werden bei sämtlich in der Schweiz montierten Solarpanels die gleichen Werkstoffe verwendet, also wissen wir was wirklich auf unseren Dächern ist?</li><li>Gibt es eine Aufschlüsselung der verwendeten Materialien mit deren Anteilen und Gefährlichkeit für die Umwelt? Anteil Sondermüll?</li><li>Wie viele m2 Solarpanels sind in der Schweiz per 31.12.2024 bereits montiert?</li><li>Mit welcher Menge Solarschrott ist ab 2030 zu rechnen und wie wird sich dieser jährlich entwickeln?</li><li>Wer ist für die fachgerechte Entsorgung verantwortlich und wer kommt für die Kosten auf?</li><li>Ist eine vorgezogene Recyclingebühr beim Verkauf von neuen Solarpanel vorgesehen?</li><li>Wie gedenkt der Bund eine nachhaltige, sichere Entsorgung zu gewährleisten und ab wann ist diese möglich?</li><li>Besteht die Möglichkeit einen gewissen Anteil des anfallenden Materials wiederzuverwerten?</li></ol>
  • Sachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Solarschrott
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>-</p>
    • <span><p><span>1) Für Photovoltaik (PV)-Module besteht keine umfassende Pflicht, bei der Inverkehrbringung sämtliche verwendeten Materialien einschliesslich deren Herkunft und Qualität zu deklarieren. Wie auch bei anderen Produkten gelten hingegen allgemeine Regeln, z.</span><span>&nbsp;</span><span>B. betreffend die Produktesicherheit oder die Verwendung von Chemikalien. So müssen Abgeber von Photovoltaikmodulen, deren Bestandteile mehr als 0.1</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent eines besonders besorgniserregenden Stoffs im Sinne des Chemikalienrechts enthalten, die beruflichen Abnehmerinnen über den Namen des betreffenden Stoffs informieren. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2) und 3) SENS eRecycling, Swissolar, die Berner Fachhochschule sowie weitere Partner der Solar- und Energiebranche haben gemeinsam das Projekt «Swiss PV Circle» realisiert. Nach Angaben des Projekts (</span><a href="http://www.pv-circle.ch"><u><span>www.pv-circle.ch</span></u></a><span> &gt; News &gt; So kann die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche gestärkt werden) sind in der Schweiz derzeit überwiegend kristalline PV-Module im Einsatz. Diese bestehen zu 90</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent aus Glas (Siliziumdioxid). Die weiteren Schichten der Module setzen sich aus Silizium-Wafern, Verbundfolien und Metallen (ca. 5 bis 8</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent) sowie je nach Modulart einer Rückseitenfolie zusammen. Sie sind gemäss Angaben des Projekts frei von Schadstoffen, welche Mensch oder Umwelt belasten könnten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) Ende 2024 war eine Leistung von 8.2 Gigawatt installiert. Das entspricht einer Modulfläche von etwa 45 Millionen Quadratmetern.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5) Im Projekt Swiss PV Circle (</span><a href="http://www.pv-circle.ch"><u><span>www.pv-circle.ch</span></u></a><span> &gt; Projekt &gt; AP3: Forecasting – Analyse und Forecasting von Materialflüssen) wird die prognostizierte jährliche Mengenentwicklung dargestellt. Für das Jahr 2030 wird von einer Menge von ca. 2140 Tonnen ausgegangen, die bis 2050 auf knapp 5000 Tonnen steigt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6) Seit 2013 arbeiten Swissolar und SENS eRecycling gemeinsam für die fachgerechte Entsorgung von PV-Modulen zusammen (</span><a href="http://www.swissolar.ch"><u><span>www.swissolar.ch</span></u></a><span> &gt; Wissen &gt; Anlagenbetrieb &gt; Entsorgung und Recycling). Das System wird von SENS eRecycling durch einen vorgezogenen Recyclingbeitrag (VRB) finanziert. Die Sammel- und Recyclingprozesse unterliegen regelmässigen Audits und werden von der Branche fortlaufend überprüft und angepasst, um eine fachgerechte Behandlung sicherzustellen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>7) Bereits seit 2013 wird ein VRB erhoben.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>8) Eine umweltgerechte Entsorgung ist mit der bestehenden Branchenlösung von SENS eRecycling und Swissolar bereits seit 2013 sichergestellt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>9) Nach Angaben des Projekts Swiss PV Circle (</span><a href="http://www.pv-circle.ch"><u><span>www.pv-circle.ch</span></u></a><span> &gt; News &gt; So kann die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche gestärkt werden) können im Durchschnitt rund 75</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent eines PV-Moduls recycelt werden, da dieses im Wesentlichen aus Glas und Metall besteht.</span></p></span>
    • <p>Durch den Mantelerlass wurde die Pflicht zur Installationen von PV – Anlagen&nbsp; bei gewissen Gebäuden eingeführt. Wenn der Staat vorschreiben will, was auf den privaten Dächern zur Stromerzeugung montiert werden soll, muss in diesem Zusammenhang zwingend ein Konzept vorliegen, welches eine fach- und umweltgerechte und sichere Entsorgung dieser Module gewährleistet.</p><p>Dazu habe ich folgende Fragen an den Bundesrat:</p><ol><li>Gibt es eine Deklarationspflicht bei Solarpanels betreffend verwendeten Materialien von deren Herkunft und Qualität?&nbsp;</li><li>Werden bei sämtlich in der Schweiz montierten Solarpanels die gleichen Werkstoffe verwendet, also wissen wir was wirklich auf unseren Dächern ist?</li><li>Gibt es eine Aufschlüsselung der verwendeten Materialien mit deren Anteilen und Gefährlichkeit für die Umwelt? Anteil Sondermüll?</li><li>Wie viele m2 Solarpanels sind in der Schweiz per 31.12.2024 bereits montiert?</li><li>Mit welcher Menge Solarschrott ist ab 2030 zu rechnen und wie wird sich dieser jährlich entwickeln?</li><li>Wer ist für die fachgerechte Entsorgung verantwortlich und wer kommt für die Kosten auf?</li><li>Ist eine vorgezogene Recyclingebühr beim Verkauf von neuen Solarpanel vorgesehen?</li><li>Wie gedenkt der Bund eine nachhaltige, sichere Entsorgung zu gewährleisten und ab wann ist diese möglich?</li><li>Besteht die Möglichkeit einen gewissen Anteil des anfallenden Materials wiederzuverwerten?</li></ol>
    • Sachgerechte Entsorgung und Wiederverwertung von Solarschrott

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