Für eine effiziente, eigenständige Landwirtschaft. Förderinstrumente neu denken

ShortId
25.4508
Id
20254508
Updated
15.01.2026 13:24
Language
de
Title
Für eine effiziente, eigenständige Landwirtschaft. Förderinstrumente neu denken
AdditionalIndexing
52;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Seit der AP 14-17 wurde die Schweizer Agrarpolitik stark ökologisch ausgerichtet, und auch Umweltgesetze wurden deutlich verschärft. Mittlerweile werden rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche als ökologischen Ausgleichsflächen bewirtschaftet und der Absenkpfad Pflanzenschutzmittel ist in erfolgreicher Umsetzung. Gleichzeitig ist die landwirtschaftliche Produktion zurückgegangen. Besonders im Pflanzenbau führen neue Auflagen, zusätzliche geschützte Flächen und hohe administrative Anforderungen zu sinkenden Erträgen. Der Selbstversorgungsgrad nimmt ab, die Abhängigkeit von Importen steigt, was Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und agronomisches Know-how im Inland belastet.</p><p>Die Agrarpolitik hat diese Entwicklung bisher kaum berücksichtigt. Produktionssysteme, die weder ressourceneffizient noch marktgerecht sind, werden weiterhin gleich unterstützt wie leistungsstarke Systeme. Die Direktzahlungen orientieren sich stark an Fläche und Struktur statt an tatsächlicher Leistung. Gleichzeitig wächst der administrative Aufwand im Vollzug wie bei den Landwirtschaftsbetrieben stetig und entzieht der Branche Ressourcen, die für die Produktion nötig wären. Die durchschnittlich erzielten Arbeitsverdienste in der Landwirtschaft sind zu tief und können mit den Vergleichslöhnen nicht mithalten, während die Verschuldung der Betriebe weiterhin stark steigt.</p><p>Um die Balance zwischen Umweltzielen und Produktion wiederherzustellen und die Verfassungsaufträge wieder umfassend zu erfüllen, braucht es eine Weiterentwicklung der Förderinstrumente. leistungsbezogene Beiträge können gezielt jene Betriebe stärken, die effizient und qualitativ hochwertig produzieren. Die Prüfung einer negativen Mehrwertsteuer auf der Urproduktion bietet zudem die Möglichkeit, die Förderung direkter an die Wertschöpfung zu knüpfen und die Verwaltung zu vereinfachen. Eine solche Prüfung ist für die Ausarbeitung der Agrarpolitik 2030+ zentral und soll entsprechend einfliessen.</p>
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen und in einem Bericht darzulegen, wie die Einkommen in der Landwirtschaft verbessert und leistungsbezogene Beiträge für landwirtschaftliche Produkte ausgestaltet werden können. Zu untersuchen ist die Einführung einer negativen Mehrwertsteuer auf der Urproduktion, ein Beitrag pro produziertes Kilogramm sowie Beiträge für besondere Qualitäten. Weitere Varianten sind einzubeziehen und topographische Voraussetzungen sind zu berücksichtigen, damit keine Mittel von höher in tiefer gelegene Zonen abfliessen. Der Schwerpunkt liegt auf Dreschfrüchten und tierischen Produkten, ohne Industrie- und Frischgemüse sowie Obst. Ziel ist es, marktnähere Anreize zu schaffen, die Wirksamkeit der staatlichen Unterstützung zu erhöhen und den administrativen Aufwand zu reduzieren. Zudem ist darzustellen, welche gesetzlichen Anpassungen dafür notwendig wären.</p>
  • Für eine effiziente, eigenständige Landwirtschaft. Förderinstrumente neu denken
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Seit der AP 14-17 wurde die Schweizer Agrarpolitik stark ökologisch ausgerichtet, und auch Umweltgesetze wurden deutlich verschärft. Mittlerweile werden rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche als ökologischen Ausgleichsflächen bewirtschaftet und der Absenkpfad Pflanzenschutzmittel ist in erfolgreicher Umsetzung. Gleichzeitig ist die landwirtschaftliche Produktion zurückgegangen. Besonders im Pflanzenbau führen neue Auflagen, zusätzliche geschützte Flächen und hohe administrative Anforderungen zu sinkenden Erträgen. Der Selbstversorgungsgrad nimmt ab, die Abhängigkeit von Importen steigt, was Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und agronomisches Know-how im Inland belastet.</p><p>Die Agrarpolitik hat diese Entwicklung bisher kaum berücksichtigt. Produktionssysteme, die weder ressourceneffizient noch marktgerecht sind, werden weiterhin gleich unterstützt wie leistungsstarke Systeme. Die Direktzahlungen orientieren sich stark an Fläche und Struktur statt an tatsächlicher Leistung. Gleichzeitig wächst der administrative Aufwand im Vollzug wie bei den Landwirtschaftsbetrieben stetig und entzieht der Branche Ressourcen, die für die Produktion nötig wären. Die durchschnittlich erzielten Arbeitsverdienste in der Landwirtschaft sind zu tief und können mit den Vergleichslöhnen nicht mithalten, während die Verschuldung der Betriebe weiterhin stark steigt.</p><p>Um die Balance zwischen Umweltzielen und Produktion wiederherzustellen und die Verfassungsaufträge wieder umfassend zu erfüllen, braucht es eine Weiterentwicklung der Förderinstrumente. leistungsbezogene Beiträge können gezielt jene Betriebe stärken, die effizient und qualitativ hochwertig produzieren. Die Prüfung einer negativen Mehrwertsteuer auf der Urproduktion bietet zudem die Möglichkeit, die Förderung direkter an die Wertschöpfung zu knüpfen und die Verwaltung zu vereinfachen. Eine solche Prüfung ist für die Ausarbeitung der Agrarpolitik 2030+ zentral und soll entsprechend einfliessen.</p>
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen und in einem Bericht darzulegen, wie die Einkommen in der Landwirtschaft verbessert und leistungsbezogene Beiträge für landwirtschaftliche Produkte ausgestaltet werden können. Zu untersuchen ist die Einführung einer negativen Mehrwertsteuer auf der Urproduktion, ein Beitrag pro produziertes Kilogramm sowie Beiträge für besondere Qualitäten. Weitere Varianten sind einzubeziehen und topographische Voraussetzungen sind zu berücksichtigen, damit keine Mittel von höher in tiefer gelegene Zonen abfliessen. Der Schwerpunkt liegt auf Dreschfrüchten und tierischen Produkten, ohne Industrie- und Frischgemüse sowie Obst. Ziel ist es, marktnähere Anreize zu schaffen, die Wirksamkeit der staatlichen Unterstützung zu erhöhen und den administrativen Aufwand zu reduzieren. Zudem ist darzustellen, welche gesetzlichen Anpassungen dafür notwendig wären.</p>
    • Für eine effiziente, eigenständige Landwirtschaft. Förderinstrumente neu denken

Back to List