Zunehmende Fahrzeugdiebstähle bei Autogaragen und mutmassliche Rekrutierung Minderjähriger über soziale Medien
- ShortId
-
25.4527
- Id
-
20254527
- Updated
-
12.02.2026 07:44
- Language
-
de
- Title
-
Zunehmende Fahrzeugdiebstähle bei Autogaragen und mutmassliche Rekrutierung Minderjähriger über soziale Medien
- AdditionalIndexing
-
1216;28;09
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1./2./3./5./7.:</p><p>Fahrzeugkriminalität ist auch in der Schweiz kein neu aufkommendes Deliktsfeld. Stand heute sind dem Bundesamt für Polizei (fedpol) für das Jahr 2025 schweizweit rund 190 Einbrüche oder Einbruchsversuche in Garagenbetriebe bekannt, die diesem Phänomen zugeordnet werden können. Luxusautodiebstähle sind dabei häufig als eine Erscheinungsform organisierter Kriminalität zu betrachten. Die kriminellen Gruppierungen hinter den Taten sind mutmasslich in Frankreich zu verorten. Eine von EUROPOL koordinierte polizeiliche Operation im Oktober 2025 hat jedoch aufgezeigt, dass auch Gruppierungen aus anderen Ländern wie bspw. Spanien und Italien eine Rolle spielen. Sie funktionieren dabei nach dem Prinzip des «crime-as-a-service», nach welchem kriminelle Dienstleistungen gegen Bezahlung angeboten werden. Das heisst, sie versprechen tatwilligen Personen schnell verdientes Geld, ohne dass dafür spezifische Qualifikationen nötig wären. Die Tatausführenden in der Schweiz sind in der Regel junge, für solche Angebote empfängliche Männer oder Jugendliche, die auf der Suche sind nach einem einträglichen Nebenverdienst oder finanzieller Unabhängigkeit. Sie haben oft keinen Bezug zu den Auftraggebern und nehmen die Aufträge über Social Media oder Chatkanäle entgegen. Diese Methode wurde in der Schweiz nicht nur bei Luxusautodiebstählen festgestellt, sondern auch bei anderen Deliktsarten wie etwa Angriffen auf Waffengeschäfte oder Raubüberfälle oder auch im Bereich Cybercrime.</p><p>Strafrechtlich liegt die Verfolgung dieser Delikte grundsätzlich in der Zuständigkeit der kantonalen Strafverfolgungsbehörden. Fedpol nimmt auf Stufe Bund operative kriminalpolizeiliche nationale und internationale Koordinationsaufgaben wahr und stellt den internationalen Informationsaustausch insbesondere mit Europol und INTERPOL sicher, der für die Bekämpfung dieser in der Regel transnational operierenden Kriminalität von entscheidender Bedeutung ist. Dies wird mit dem jüngsten Ermittlungserfolg der Polizei des Kantons Neuenburg deutlich, wo zusammen mit den französischen Strafverfolgungsbehörden sowie fedpol und Europol die Identifizierung von Hintermännern gelang.</p><p> </p><p>4./6.:</p><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. Dezember 2025 die Strategie der Schweiz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (OK) gutgeheissen. Unter der Leitung von fedpol hat das EJPD die Strategie gemeinsam mit Bund, Kantonen und Gemeinden ausgearbeitet. Die Strategie legt Aktionsfelder für das Erkennen, Verhindern und Bekämpfen der OK fest. Mit dieser Strategie soll die Bekämpfung der OK auch in Bezug auf Einbruchdiebstähle verbessert werden. Zudem wird das EJPD zusammen mit der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) und weiteren Stellen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden bis Ende 2026 einen auf der Strategie basierenden Nationalen Aktionsplan (NAP) zur Bekämpfung der OK mit konkreten Massnahmen, Zuständigkeiten und Fristen ausarbeiten.</p>
- <p>In den letzten Monaten ist in verschiedenen Regionen der Schweiz eine markante Zunahme von Fahrzeugdiebstählen zu verzeichnen, die sich insbesondere gegen Autogaragen und Fahrzeughändler richtet. Betroffen sind dabei nicht nur einzelne Betriebe, sondern zahlreiche Garagen, teilweise mit erheblichem wirtschaftlichem Schaden.</p><p>Medienberichten und Aussagen aus Polizeikreisen zufolge werden viele dieser Diebstähle von minderjährigen Tätern begangen, die mutmasslich aus dem grenznahen Ausland – insbesondere aus Frankreich – agieren. Zudem gibt es Anhaltspunkte, dass diese Jugendlichen über soziale Medien, namentlich über Plattformen wie TikTok, gezielt angeworben oder zu solchen Straftaten angestiftet werden.</p><p>Vor diesem Hintergrund ersuche ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Ist dem Bundesrat die starke Zunahme von Fahrzeugdiebstählen bei Autogaragen bekannt, und wie beurteilt er das Ausmass sowie die Entwicklung dieser Deliktsform auf nationaler Ebene? Wie hat sich die Anzahl an Autodiebstählen in den letzten Jahren schweizweit entwickelt?</li><li>Verfügt der Bundesrat über Erkenntnisse zu Täterprofilen, insbesondere im Hinblick auf das mutmasslich vermehrte Auftreten minderjähriger Täter aus dem Ausland?</li><li>Wie schätzt der Bundesrat die Rolle sozialer Medien bei der Organisation, Rekrutierung oder Anstiftung zu solchen Straftaten ein?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bund derzeit zur Prävention und Bekämpfung dieser Delikte, insbesondere im grenzüberschreitenden Kontext?</li><li>Bestehen Möglichkeiten, die mutmasslichen Hintermänner oder «Rekrutierer», welche Jugendliche zu solchen Straftaten anstiften, systematisch zu identifizieren und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen?</li><li>Sieht der Bundesrat Handlungsbedarf für zusätzliche gesetzliche, polizeiliche oder internationale Massnahmen, um Autogaragen besser zu schützen und die organisierte Struktur hinter diesen Diebstählen wirksam zu bekämpfen?</li><li>Welche anderen Bereiche sind ebenfalls von einer solchen Zunahme von grenzüberschreitender organisierter Kriminalität betroffen?</li></ol><p> </p>
- Zunehmende Fahrzeugdiebstähle bei Autogaragen und mutmassliche Rekrutierung Minderjähriger über soziale Medien
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>1./2./3./5./7.:</p><p>Fahrzeugkriminalität ist auch in der Schweiz kein neu aufkommendes Deliktsfeld. Stand heute sind dem Bundesamt für Polizei (fedpol) für das Jahr 2025 schweizweit rund 190 Einbrüche oder Einbruchsversuche in Garagenbetriebe bekannt, die diesem Phänomen zugeordnet werden können. Luxusautodiebstähle sind dabei häufig als eine Erscheinungsform organisierter Kriminalität zu betrachten. Die kriminellen Gruppierungen hinter den Taten sind mutmasslich in Frankreich zu verorten. Eine von EUROPOL koordinierte polizeiliche Operation im Oktober 2025 hat jedoch aufgezeigt, dass auch Gruppierungen aus anderen Ländern wie bspw. Spanien und Italien eine Rolle spielen. Sie funktionieren dabei nach dem Prinzip des «crime-as-a-service», nach welchem kriminelle Dienstleistungen gegen Bezahlung angeboten werden. Das heisst, sie versprechen tatwilligen Personen schnell verdientes Geld, ohne dass dafür spezifische Qualifikationen nötig wären. Die Tatausführenden in der Schweiz sind in der Regel junge, für solche Angebote empfängliche Männer oder Jugendliche, die auf der Suche sind nach einem einträglichen Nebenverdienst oder finanzieller Unabhängigkeit. Sie haben oft keinen Bezug zu den Auftraggebern und nehmen die Aufträge über Social Media oder Chatkanäle entgegen. Diese Methode wurde in der Schweiz nicht nur bei Luxusautodiebstählen festgestellt, sondern auch bei anderen Deliktsarten wie etwa Angriffen auf Waffengeschäfte oder Raubüberfälle oder auch im Bereich Cybercrime.</p><p>Strafrechtlich liegt die Verfolgung dieser Delikte grundsätzlich in der Zuständigkeit der kantonalen Strafverfolgungsbehörden. Fedpol nimmt auf Stufe Bund operative kriminalpolizeiliche nationale und internationale Koordinationsaufgaben wahr und stellt den internationalen Informationsaustausch insbesondere mit Europol und INTERPOL sicher, der für die Bekämpfung dieser in der Regel transnational operierenden Kriminalität von entscheidender Bedeutung ist. Dies wird mit dem jüngsten Ermittlungserfolg der Polizei des Kantons Neuenburg deutlich, wo zusammen mit den französischen Strafverfolgungsbehörden sowie fedpol und Europol die Identifizierung von Hintermännern gelang.</p><p> </p><p>4./6.:</p><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. Dezember 2025 die Strategie der Schweiz zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (OK) gutgeheissen. Unter der Leitung von fedpol hat das EJPD die Strategie gemeinsam mit Bund, Kantonen und Gemeinden ausgearbeitet. Die Strategie legt Aktionsfelder für das Erkennen, Verhindern und Bekämpfen der OK fest. Mit dieser Strategie soll die Bekämpfung der OK auch in Bezug auf Einbruchdiebstähle verbessert werden. Zudem wird das EJPD zusammen mit der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) und weiteren Stellen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden bis Ende 2026 einen auf der Strategie basierenden Nationalen Aktionsplan (NAP) zur Bekämpfung der OK mit konkreten Massnahmen, Zuständigkeiten und Fristen ausarbeiten.</p>
- <p>In den letzten Monaten ist in verschiedenen Regionen der Schweiz eine markante Zunahme von Fahrzeugdiebstählen zu verzeichnen, die sich insbesondere gegen Autogaragen und Fahrzeughändler richtet. Betroffen sind dabei nicht nur einzelne Betriebe, sondern zahlreiche Garagen, teilweise mit erheblichem wirtschaftlichem Schaden.</p><p>Medienberichten und Aussagen aus Polizeikreisen zufolge werden viele dieser Diebstähle von minderjährigen Tätern begangen, die mutmasslich aus dem grenznahen Ausland – insbesondere aus Frankreich – agieren. Zudem gibt es Anhaltspunkte, dass diese Jugendlichen über soziale Medien, namentlich über Plattformen wie TikTok, gezielt angeworben oder zu solchen Straftaten angestiftet werden.</p><p>Vor diesem Hintergrund ersuche ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Ist dem Bundesrat die starke Zunahme von Fahrzeugdiebstählen bei Autogaragen bekannt, und wie beurteilt er das Ausmass sowie die Entwicklung dieser Deliktsform auf nationaler Ebene? Wie hat sich die Anzahl an Autodiebstählen in den letzten Jahren schweizweit entwickelt?</li><li>Verfügt der Bundesrat über Erkenntnisse zu Täterprofilen, insbesondere im Hinblick auf das mutmasslich vermehrte Auftreten minderjähriger Täter aus dem Ausland?</li><li>Wie schätzt der Bundesrat die Rolle sozialer Medien bei der Organisation, Rekrutierung oder Anstiftung zu solchen Straftaten ein?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bund derzeit zur Prävention und Bekämpfung dieser Delikte, insbesondere im grenzüberschreitenden Kontext?</li><li>Bestehen Möglichkeiten, die mutmasslichen Hintermänner oder «Rekrutierer», welche Jugendliche zu solchen Straftaten anstiften, systematisch zu identifizieren und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen?</li><li>Sieht der Bundesrat Handlungsbedarf für zusätzliche gesetzliche, polizeiliche oder internationale Massnahmen, um Autogaragen besser zu schützen und die organisierte Struktur hinter diesen Diebstählen wirksam zu bekämpfen?</li><li>Welche anderen Bereiche sind ebenfalls von einer solchen Zunahme von grenzüberschreitender organisierter Kriminalität betroffen?</li></ol><p> </p>
- Zunehmende Fahrzeugdiebstähle bei Autogaragen und mutmassliche Rekrutierung Minderjähriger über soziale Medien
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