Inwieweit wird das Thema Salz in der Strategie zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schweiz berücksichtigt?

ShortId
25.4531
Id
20254531
Updated
18.02.2026 21:00
Language
de
Title
Inwieweit wird das Thema Salz in der Strategie zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schweiz berücksichtigt?
AdditionalIndexing
2841;15;34
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p>1. – 3. Der Bundesrat beurteilt den übermässigen Salzkonsum als relevantes Problem für die öffentliche Gesundheit, weil dadurch ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. </p><p>&nbsp;</p><p>Im Jahr 2019 veröffentlichte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ein Grundlagenpapier, das die strategische Ausrichtung der Aktivitäten zur Reduktion des Salzkonsums in der Schweiz festlegt und Handlungsfelder für Bund und weitere Akteure definiert (www.blv.admin.ch &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Produktzusammensetzung &gt; Salzreduktion &gt; Weitere Informationen &gt; <a href="https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/grundlagenpapier-salzreduktion.pdf.download.pdf/Grundlagenpapier%20betreffend%20Ausrichtung%20der%20Aktivit%C3%A4ten%20zur%20Reduktion%20des%20Salzkonsums%20in%20der%20Schweiz.pdf">Grundlagenpapier betreffend Ausrichtung der Aktivitäten zur Reduktion des Salzkonsums in der Schweiz)</a>.</p><p>&nbsp;</p><p>Zur Aktualisierung der Datengrundlage wurde 2022/2023 die nationale Studie zum Salzkonsum der erwachsenen Bevölkerung aus den Jahren 2010/2011 erneut durchgeführt. Obwohl der Salzkonsum leicht gesunken ist, bleibt er zu hoch. Die letzte Studie zeigt, dass Erwachsene täglich knapp 9 Gramm Salz zu sich nehmen – deutlich mehr als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 5 Gramm. </p><p>&nbsp;</p><p>Das BLV hat in den vergangenen Jahren verschiedene Schritte zur Reduktion des Salzkonsums unternommen. Im Rahmen der freiwilligen Branchenvereinbarungen zur Zuckerreduktion (Erklärung von Mailand) hat es auch Verhandlungen mit der Lebensmittelindustrie zur Senkung des Salzgehalts geführt – 2023 für Suppen und Salatsaucen sowie 2025 für Fertiggerichte. Diese Gespräche blieben jedoch bisher ohne Ergebnis, da sich Produzenten und Händler nicht freiwillig zur Reduktion des Salzgehalts verpflichten wollen.</p><p>&nbsp;</p><p>Weil rund drei Viertel des Salzes aus verarbeiteten Lebensmitteln stammen, legt die Schweizer Ernährungsstrategie 2025–2032 den Schwerpunkt auf die Reduktion von Salz und Zucker in industriell hergestellten Produkten, den Einbezug der wichtigsten privaten Akteure sowie die Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten. </p><p>&nbsp;</p><p>Die Informationen zu den bisherigen und laufenden Arbeiten des Bundes sind auf der Webseite des BLV einsehbar (www.blv.admin.ch &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Produktzusammensetzung &gt; Salzreduktion).</p><p>&nbsp;</p><p>4. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) setzt weiterhin auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Industrie, um einen tragfähigen und langfristigen Konsens zu erreichen. Dieser soll sowohl die gesundheitspolitischen Ziele – insbesondere die Reduktion des überhöhten Salzkonsums in der Bevölkerung – unterstützen als auch für die Unternehmen wirtschaftlich realisierbar bleiben. Dabei schliesst das EDI nicht aus, strengere Massnahmen in Betracht zu ziehen, sollte sich die Situation langfristig nicht verbessern.</p><p>&nbsp;</p><p>5. Das BLV plant derzeit keine nationale Informations- und Sensibilisierungskampagne. Es wird jedoch weiterhin über seine bestehenden Kommunikationskanäle (Website, Social Media usw.) die Konsumentinnen und Konsumenten sowie relevante Stakeholder zum Thema Salz informieren und sensibilisieren. </p></span>
  • <p>Der Zusammenhang zwischen regelmässigem übermässigem Salzkonsum und einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, koronare Herzkrankheiten oder Herzinsuffizienz ist inzwischen klar belegt.&nbsp;</p><p>Eine zu hohe tägliche Salzaufnahme führt zu Bluthochdruck, einer heimtückischen Erkrankung, die keine Schmerzen verursacht und von den Betroffenen häufig unbemerkt bleibt. Zudem zeigen die Patientinnen und Patienten oft nur eine geringe Bereitschaft, in der Therapie mitzuwirken. Angesichts der hohen Zahl der Betroffenen und der schwerwiegenden, langfristigen Komplikationen stellt dieses Verhalten ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar&nbsp;– ein Problem, das jedoch nach wie vor weitgehend vernachlässigt wird. Während die gesundheitlichen Risiken von übermässigem Zuckerkonsum allgemein bekannt sind, sind die problematischen Folgen von übermässigem Salzkonsum bisher noch kaum im öffentlichen Fokus.</p><p>Übermässiger Salzkonsum kann teilweise durch freiwilliges Nachsalzen bei Mahlzeiten erklärt werden, häufig handelt es sich jedoch um sogenanntes «verstecktes Salz», das in industriell verarbeiteten und abgepackten Lebensmitteln&nbsp;(z.&nbsp;B. Fertiggerichten) oder in Fastfood enthalten ist. Die gezielte Salzbeigabe durch die Lebensmittelindustrie dient vor allem der Geschmacksverbesserung und damit implizit der Steigerung des Absatzes der Produkte.</p><p>Diese Sachlage wurde bereits vor fast zehn Jahren im Parlament durch die Motion&nbsp;16.3601 von Nationalrat Manuel&nbsp;Tornare aufgegriffen. Die Motion blieb jedoch ohne Folgen, da sie nach zwei Jahren ohne abschliessende Behandlung im Rat abgeschrieben wurde.</p><p>Eine kürzlich ausgestrahlte Fernsehsendung&nbsp;(«A bon entendeur», SRG) hat das Thema erneut beleuchtet und gezeigt, dass sich zu dieser Sachlage bisher wenig bis gar nichts geändert hat.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>– Wie beurteilt der Bundesrat die Problematik des übermässigen Salzkonsums der Bevölkerung, insbesondere im Zusammenhang mit den Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit?</p><p>– Welche Massnahmen wurden in den letzten Jahren in diesem Bereich ergriffen?</p><p>– Welcher Druck wird auf die Lebensmittelindustrie ausgeübt, um den Salzgehalt in industriell hergestellten Fertiggerichten wirksam zu reduzieren?</p><p>– Ist der Bundesrat bereit, noch stärker zu intervenieren, um das Problem wirksam anzugehen?</p><p>– Plant der Bundesrat eine nationale Informations- und Sensibilisierungskampagne?</p><p>Besten Dank dem Bundesrat für seine Antworten.</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
  • Inwieweit wird das Thema Salz in der Strategie zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schweiz berücksichtigt?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p>1. – 3. Der Bundesrat beurteilt den übermässigen Salzkonsum als relevantes Problem für die öffentliche Gesundheit, weil dadurch ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. </p><p>&nbsp;</p><p>Im Jahr 2019 veröffentlichte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ein Grundlagenpapier, das die strategische Ausrichtung der Aktivitäten zur Reduktion des Salzkonsums in der Schweiz festlegt und Handlungsfelder für Bund und weitere Akteure definiert (www.blv.admin.ch &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Produktzusammensetzung &gt; Salzreduktion &gt; Weitere Informationen &gt; <a href="https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrung/grundlagenpapier-salzreduktion.pdf.download.pdf/Grundlagenpapier%20betreffend%20Ausrichtung%20der%20Aktivit%C3%A4ten%20zur%20Reduktion%20des%20Salzkonsums%20in%20der%20Schweiz.pdf">Grundlagenpapier betreffend Ausrichtung der Aktivitäten zur Reduktion des Salzkonsums in der Schweiz)</a>.</p><p>&nbsp;</p><p>Zur Aktualisierung der Datengrundlage wurde 2022/2023 die nationale Studie zum Salzkonsum der erwachsenen Bevölkerung aus den Jahren 2010/2011 erneut durchgeführt. Obwohl der Salzkonsum leicht gesunken ist, bleibt er zu hoch. Die letzte Studie zeigt, dass Erwachsene täglich knapp 9 Gramm Salz zu sich nehmen – deutlich mehr als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 5 Gramm. </p><p>&nbsp;</p><p>Das BLV hat in den vergangenen Jahren verschiedene Schritte zur Reduktion des Salzkonsums unternommen. Im Rahmen der freiwilligen Branchenvereinbarungen zur Zuckerreduktion (Erklärung von Mailand) hat es auch Verhandlungen mit der Lebensmittelindustrie zur Senkung des Salzgehalts geführt – 2023 für Suppen und Salatsaucen sowie 2025 für Fertiggerichte. Diese Gespräche blieben jedoch bisher ohne Ergebnis, da sich Produzenten und Händler nicht freiwillig zur Reduktion des Salzgehalts verpflichten wollen.</p><p>&nbsp;</p><p>Weil rund drei Viertel des Salzes aus verarbeiteten Lebensmitteln stammen, legt die Schweizer Ernährungsstrategie 2025–2032 den Schwerpunkt auf die Reduktion von Salz und Zucker in industriell hergestellten Produkten, den Einbezug der wichtigsten privaten Akteure sowie die Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten. </p><p>&nbsp;</p><p>Die Informationen zu den bisherigen und laufenden Arbeiten des Bundes sind auf der Webseite des BLV einsehbar (www.blv.admin.ch &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Produktzusammensetzung &gt; Salzreduktion).</p><p>&nbsp;</p><p>4. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) setzt weiterhin auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Industrie, um einen tragfähigen und langfristigen Konsens zu erreichen. Dieser soll sowohl die gesundheitspolitischen Ziele – insbesondere die Reduktion des überhöhten Salzkonsums in der Bevölkerung – unterstützen als auch für die Unternehmen wirtschaftlich realisierbar bleiben. Dabei schliesst das EDI nicht aus, strengere Massnahmen in Betracht zu ziehen, sollte sich die Situation langfristig nicht verbessern.</p><p>&nbsp;</p><p>5. Das BLV plant derzeit keine nationale Informations- und Sensibilisierungskampagne. Es wird jedoch weiterhin über seine bestehenden Kommunikationskanäle (Website, Social Media usw.) die Konsumentinnen und Konsumenten sowie relevante Stakeholder zum Thema Salz informieren und sensibilisieren. </p></span>
    • <p>Der Zusammenhang zwischen regelmässigem übermässigem Salzkonsum und einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, koronare Herzkrankheiten oder Herzinsuffizienz ist inzwischen klar belegt.&nbsp;</p><p>Eine zu hohe tägliche Salzaufnahme führt zu Bluthochdruck, einer heimtückischen Erkrankung, die keine Schmerzen verursacht und von den Betroffenen häufig unbemerkt bleibt. Zudem zeigen die Patientinnen und Patienten oft nur eine geringe Bereitschaft, in der Therapie mitzuwirken. Angesichts der hohen Zahl der Betroffenen und der schwerwiegenden, langfristigen Komplikationen stellt dieses Verhalten ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar&nbsp;– ein Problem, das jedoch nach wie vor weitgehend vernachlässigt wird. Während die gesundheitlichen Risiken von übermässigem Zuckerkonsum allgemein bekannt sind, sind die problematischen Folgen von übermässigem Salzkonsum bisher noch kaum im öffentlichen Fokus.</p><p>Übermässiger Salzkonsum kann teilweise durch freiwilliges Nachsalzen bei Mahlzeiten erklärt werden, häufig handelt es sich jedoch um sogenanntes «verstecktes Salz», das in industriell verarbeiteten und abgepackten Lebensmitteln&nbsp;(z.&nbsp;B. Fertiggerichten) oder in Fastfood enthalten ist. Die gezielte Salzbeigabe durch die Lebensmittelindustrie dient vor allem der Geschmacksverbesserung und damit implizit der Steigerung des Absatzes der Produkte.</p><p>Diese Sachlage wurde bereits vor fast zehn Jahren im Parlament durch die Motion&nbsp;16.3601 von Nationalrat Manuel&nbsp;Tornare aufgegriffen. Die Motion blieb jedoch ohne Folgen, da sie nach zwei Jahren ohne abschliessende Behandlung im Rat abgeschrieben wurde.</p><p>Eine kürzlich ausgestrahlte Fernsehsendung&nbsp;(«A bon entendeur», SRG) hat das Thema erneut beleuchtet und gezeigt, dass sich zu dieser Sachlage bisher wenig bis gar nichts geändert hat.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>– Wie beurteilt der Bundesrat die Problematik des übermässigen Salzkonsums der Bevölkerung, insbesondere im Zusammenhang mit den Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit?</p><p>– Welche Massnahmen wurden in den letzten Jahren in diesem Bereich ergriffen?</p><p>– Welcher Druck wird auf die Lebensmittelindustrie ausgeübt, um den Salzgehalt in industriell hergestellten Fertiggerichten wirksam zu reduzieren?</p><p>– Ist der Bundesrat bereit, noch stärker zu intervenieren, um das Problem wirksam anzugehen?</p><p>– Plant der Bundesrat eine nationale Informations- und Sensibilisierungskampagne?</p><p>Besten Dank dem Bundesrat für seine Antworten.</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
    • Inwieweit wird das Thema Salz in der Strategie zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Schweiz berücksichtigt?

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