Pflanzenschutz. Wo ist die Liste der Wirkstoffe und der relevanten Metaboliten?
- ShortId
-
25.4551
- Id
-
20254551
- Updated
-
18.02.2026 20:55
- Language
-
de
- Title
-
Pflanzenschutz. Wo ist die Liste der Wirkstoffe und der relevanten Metaboliten?
- AdditionalIndexing
-
52;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p>Bezüglich 1,2,4-Triazol gab es 2025 keine Änderung der Beurteilung der Relevanz. Seit 2017 ist dieser Stoff ununterbrochen in der Liste «Relevanz von Pflanzenschutzmittel-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser» als relevanter Metabolit (von verschiedenen Wirkstoffen) aufgeführt.</p><p> </p><p>1. – 3. Zur Überprüfung der Einhaltung der Höchstwerte für Pflanzenschutzmittelmetaboliten stellt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Liste «Relevanz von Pflanzenschutzmittel-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser»<sup> </sup>zur Verfügung (www.blv.admin.ch > Pflanzenschutzmittel > Anwendung und Vollzug > Weisungen und Merkblätter > Schutz des Grundwassers > <a href="https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/zulassung-pflanzenschutzmittel/anwendung-und-vollzug/weisungen-merkblaetter/schutz-grundwasser/grundwasserschutz-s2-sh.pdf.download.pdf/Anwendungsverbote%20f%C3%BCr%20Pflanzenschutzmittel%20in%20den%20Grundwasserschutzzonen%20S2%20und%20Sh.pdf">Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel in den Grundwasserschutzzonen S2 und Sh</a>). <br>Dem Bundesrat ist bekannt, dass betreffend Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Liste Verbesserungspotential besteht. Es wird geprüft, ob die Informationen über die relevanten Metaboliten in die Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV; SR 817.022.11) aufgenommen werden können. Dadurch könnten sich betroffene Wasserversorger besser auf allfällige Änderungen einstellen und die nötigen Massnahmen ergreifen, um die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen sicherzustellen.</p><p> </p><p>4. In dieser Liste sind nur Grundwassermetaboliten von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen aufgeführt, die in der Schweiz verwendet werden oder in der Vergangenheit in der Schweiz eingesetzt wurden, aber nicht mehr genehmigt sind. Dies, weil Metaboliten dieser Wirkstoffe auch Jahre nach dem Verwendungsverbot noch im Grundwasser auftreten können. Wirkstoffe, die hierzulande nie genehmigt waren, haben den Schweizer Zulassungsprozess, in dem auch Metaboliten beurteilt werden, nie durchlaufen. Entsprechend sind diese Stoffe in der Liste nicht enthalten, auch wenn sie in der Schweiz produziert oder für andere Zwecke verwendet werden.</p></span>
- <p>Vor Kurzem wurde im Wasser aus dem Genfersee ein erhöhter Gehalt an 1,2,4-Triazol gemessen; der Fall zeigt, wie empfindlich unsere Flüsse und Seen in Bezug auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind und wie wichtig es ist, die Wasserressourcen nachhaltig zu schützen, auch nach der Aufbereitung, denn sie sind für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser unerlässlich.</p><p>1,2,4-Triazol ist auf der offiziellen Liste der für die Qualität des Grund- und Trinkwassers als relevant eingestuften Wirkstoffe und Metaboliten, allerdings erst seit September 2025. Diese Liste ist für die kantonalen Behörden massgeblich, und trotzdem ist sie schwer zugänglich. So ist sie auf der Website des Bundes nicht eindeutig auffindbar, und sie ist auch nicht mit den gesetzlichen Grundlagen verlinkt. Bis 2024 wurde die Liste nicht einmal den kantonalen Gewässerschutzbehörden regelmässig übermittelt, sondern einzig den Kantonschemikerinnen und -chemikern. Die Industriebetriebe, die mit diesen Wirkstoffen arbeiten, gehören ebenfalls nicht zu den Adressaten der Liste.</p><p>Diese mangelnde Zugänglichkeit von Informationen erschwert es den betroffenen Kreisen – den Kantonen, Wasserversorgern und Industriebetrieben –, sich ein Bild von den geltenden Vorschriften zu machen und sich auf Anpassungen derselben vorzubereiten. Sie wirft auch Fragen bezüglich Transparenz beim Datenmanagement im Bereich der Wasserqualität auf.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Die Liste der relevanten Wirkstoffe und Metaboliten ergänzt die rechtlichen Grundlagen. Wieso wird auf der Website des Bundes bei den rechtlichen Grundlagen nicht klar auf sie verwiesen? Wieso ist sie nicht leicht zugänglich?</p><p>2. Wieso werden die Anpassungen der Liste nicht veröffentlicht und die Änderungen und deren Begründung nicht ausgewiesen?</p><p>3. Gedenkt der Bundesrat, die Liste nach dem Vorbild anderer rechtlicher Instrumente im Zusammenhang mit dem Gewässerschutz proaktiv und in der jeweils aktuellen Fassung zu veröffentlichen und allen privaten und öffentlichen Akteuren zukommen zu lassen?</p><p>4. Enthält die Liste auch Wirkstoffe, die in der Schweiz nicht genehmigt sind, hier aber dennoch hergestellt werden und deren Einträge die Schweizer Flüsse schädigen?</p>
- Pflanzenschutz. Wo ist die Liste der Wirkstoffe und der relevanten Metaboliten?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p>Bezüglich 1,2,4-Triazol gab es 2025 keine Änderung der Beurteilung der Relevanz. Seit 2017 ist dieser Stoff ununterbrochen in der Liste «Relevanz von Pflanzenschutzmittel-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser» als relevanter Metabolit (von verschiedenen Wirkstoffen) aufgeführt.</p><p> </p><p>1. – 3. Zur Überprüfung der Einhaltung der Höchstwerte für Pflanzenschutzmittelmetaboliten stellt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Liste «Relevanz von Pflanzenschutzmittel-Metaboliten im Grund- und Trinkwasser»<sup> </sup>zur Verfügung (www.blv.admin.ch > Pflanzenschutzmittel > Anwendung und Vollzug > Weisungen und Merkblätter > Schutz des Grundwassers > <a href="https://www.blv.admin.ch/dam/blv/de/dokumente/zulassung-pflanzenschutzmittel/anwendung-und-vollzug/weisungen-merkblaetter/schutz-grundwasser/grundwasserschutz-s2-sh.pdf.download.pdf/Anwendungsverbote%20f%C3%BCr%20Pflanzenschutzmittel%20in%20den%20Grundwasserschutzzonen%20S2%20und%20Sh.pdf">Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel in den Grundwasserschutzzonen S2 und Sh</a>). <br>Dem Bundesrat ist bekannt, dass betreffend Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Liste Verbesserungspotential besteht. Es wird geprüft, ob die Informationen über die relevanten Metaboliten in die Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV; SR 817.022.11) aufgenommen werden können. Dadurch könnten sich betroffene Wasserversorger besser auf allfällige Änderungen einstellen und die nötigen Massnahmen ergreifen, um die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen sicherzustellen.</p><p> </p><p>4. In dieser Liste sind nur Grundwassermetaboliten von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen aufgeführt, die in der Schweiz verwendet werden oder in der Vergangenheit in der Schweiz eingesetzt wurden, aber nicht mehr genehmigt sind. Dies, weil Metaboliten dieser Wirkstoffe auch Jahre nach dem Verwendungsverbot noch im Grundwasser auftreten können. Wirkstoffe, die hierzulande nie genehmigt waren, haben den Schweizer Zulassungsprozess, in dem auch Metaboliten beurteilt werden, nie durchlaufen. Entsprechend sind diese Stoffe in der Liste nicht enthalten, auch wenn sie in der Schweiz produziert oder für andere Zwecke verwendet werden.</p></span>
- <p>Vor Kurzem wurde im Wasser aus dem Genfersee ein erhöhter Gehalt an 1,2,4-Triazol gemessen; der Fall zeigt, wie empfindlich unsere Flüsse und Seen in Bezug auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind und wie wichtig es ist, die Wasserressourcen nachhaltig zu schützen, auch nach der Aufbereitung, denn sie sind für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser unerlässlich.</p><p>1,2,4-Triazol ist auf der offiziellen Liste der für die Qualität des Grund- und Trinkwassers als relevant eingestuften Wirkstoffe und Metaboliten, allerdings erst seit September 2025. Diese Liste ist für die kantonalen Behörden massgeblich, und trotzdem ist sie schwer zugänglich. So ist sie auf der Website des Bundes nicht eindeutig auffindbar, und sie ist auch nicht mit den gesetzlichen Grundlagen verlinkt. Bis 2024 wurde die Liste nicht einmal den kantonalen Gewässerschutzbehörden regelmässig übermittelt, sondern einzig den Kantonschemikerinnen und -chemikern. Die Industriebetriebe, die mit diesen Wirkstoffen arbeiten, gehören ebenfalls nicht zu den Adressaten der Liste.</p><p>Diese mangelnde Zugänglichkeit von Informationen erschwert es den betroffenen Kreisen – den Kantonen, Wasserversorgern und Industriebetrieben –, sich ein Bild von den geltenden Vorschriften zu machen und sich auf Anpassungen derselben vorzubereiten. Sie wirft auch Fragen bezüglich Transparenz beim Datenmanagement im Bereich der Wasserqualität auf.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Die Liste der relevanten Wirkstoffe und Metaboliten ergänzt die rechtlichen Grundlagen. Wieso wird auf der Website des Bundes bei den rechtlichen Grundlagen nicht klar auf sie verwiesen? Wieso ist sie nicht leicht zugänglich?</p><p>2. Wieso werden die Anpassungen der Liste nicht veröffentlicht und die Änderungen und deren Begründung nicht ausgewiesen?</p><p>3. Gedenkt der Bundesrat, die Liste nach dem Vorbild anderer rechtlicher Instrumente im Zusammenhang mit dem Gewässerschutz proaktiv und in der jeweils aktuellen Fassung zu veröffentlichen und allen privaten und öffentlichen Akteuren zukommen zu lassen?</p><p>4. Enthält die Liste auch Wirkstoffe, die in der Schweiz nicht genehmigt sind, hier aber dennoch hergestellt werden und deren Einträge die Schweizer Flüsse schädigen?</p>
- Pflanzenschutz. Wo ist die Liste der Wirkstoffe und der relevanten Metaboliten?
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