A1-Verkehrschaos. Der Autobahnanschluss Wil-Toggenburg muss verbessert werden

ShortId
25.4574
Id
20254574
Updated
11.02.2026 16:45
Language
de
Title
A1-Verkehrschaos. Der Autobahnanschluss Wil-Toggenburg muss verbessert werden
AdditionalIndexing
48;04
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1. Ursächlich für die Verkehrsprobleme um den Anschluss Wil sind nicht der Anschluss und der von der Autobahn A1 generierte Verkehr, sondern die Kapazitätsengpässe im nachgelagerten Strassennetz. Die kantonalen und kommunalen Strassen im Umfeld des Autobahnanschlusses Wil führen über mehrere, nahe beieinander liegende Verkehrsknotenpunkte. Das reduziert die Kapazität und Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems und führt in der Folge zu einer Überlastung des Anschlusses, verbunden mit Rückstau auf die Autobahn. Bauarbeiten oder Ereignisse auf den kantonalen und kommunalen Strassen verschärfen diese bereits angespannte Situation zusätzlich.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Der Bundesrat beabsichtigt, die Leistungsfähigkeit des Anschlusses Wil mit kurz- bis mittelfristig realisierbaren Einzelmassnahmen zu steigern. Zur längerfristigen Lösung der Verkehrsproblematik kann der neue Anschluss Wil-West dienen. Diese Anpassungen am Nationalstrassennetz können in Kombination mit den von den Kantonen Thurgau und St. Gallen geplanten Massnahmen im Rahmen des Agglomerationsprogramm für den Entwicklungsschwerpunkt Wil West einen Lösungsbeitrag leisten. Der Bundesrat hat am 21. Juni 2023 das Generelle Projekt genehmigt unter dem Vorbehalt, dass die Massnahmen im Rahmen des Agglomerationsprogramm Wil der 3. Generation umgesetzt werden. Die Eidgenössischen Räte haben den Bundesbeitrag an das Agglomerationsprogramm Wil im September 2019 genehmigt. Unter der Voraussetzung, dass die Massnahmen umgesetzt werden, stehen diese Mittel zur Verfügung.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Aus technischer Sicht ist eine rechtsabbiegende Einfahrt am Anschluss Wil zwar möglich, würde jedoch zusätzlichen Landerwerb erfordern. Zudem müssten der Bedarf, die Umweltverträglichkeit und die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden. Diese Voraussetzungen wurden bisher nicht geprüft.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Der Bundesrat hat keine Kenntnis von der Antwort der St. Galler Regierung an das Kantonsparlament. Es existiert diesbezüglich auch kein Austausch zwischen dem zuständigen Bundesamt für Strassen (ASTRA) und der St. Galler Regierung. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5./6./7./8. Dem Bundesrat ist eine regional abgestimmte Raum- und Verkehrsplanung wichtig. Entsprechend wurden die Nationalstrassenprojekte und die Projekte des Programm Agglomerationsverkehr mit der Standortregion gemeinsam geplant. Ohne das Agglomerationsprojekt ist der Autobahnanschluss Wil-West am aktuell vorgesehenen Standort nicht zielführend. Der Bedarf für den Anschluss entsteht erst durch die Planung des Agglomerationsprogramms mit der Entwicklung von Wil West, den Zubringer sowie das damit einhergehende Verkehrsaufkommen. Solange die Standortregion am Agglomerationsprogramm der 3. Generation und der damit verbundenen Verkehrs- und Raumplanung festhält, besteht kein Anlass, die Planungen des Bundes anzupassen. Sollte die Standortregion auf die bisherigen Planungen zurückkommen, müsste neu eruiert werden, welche Lösung künftig am besten zur Sicherstellung eines leistungsfähigen regionalen Verkehrsflusses beiträgt. Diese Lösung müsste von Bund, Kanton und Gemeinden gemeinsam erarbeitet werden. Der Bund äussert sich nicht zu kantonalen Abstimmungen, nimmt keinen Einfluss darauf und passt seine Planungen nicht in präjudizierender Weise an.</span></p></span>
  • <p>Das Verkehrssystem um den Autobahnanschluss Wil ist überlastet. Durch die vielen Verkehrsbeziehungen konzentriert sich in Wil überdurchschnittlich viel Verkehr. Dies führt zu Rückstau in sämtliche Richtungen, speziell in die Stadt Wil und ins Toggenburg. Insbesondere gefährlicher Rückstau auf der Autobahn ist inzwischen täglich zu sehen. Eine Entflechtung der verschiedenen Verkehrsbeziehungen würde die Problematik am Autobahnanschluss Wil stark entlasten. Bereits heute sind die Stadt Wil und die umliegenden Gemeinden von starkem Durchgangs-, Ziel-, und Quellverkehr betroffen. Da die St.Galler Bevölkerung Wil-West schon im September 2022 abgelehnt hat, besteht die begründete Annahme, dass sie es am 8. März 2026 an der Urne wieder verwirft, weshalb der bestehende Autobahnanschluss Wil verbessert werden muss.</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die Verkehrssituation rund um den Autobahnanschluss Wil?<br>2. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, um die Situation beim Autobahnanschluss Wil langfristig zu entschärfen?<br>3. Wie beurteilt der Bundesrat die Machbarkeit einer rechtsabbiegenden Einfahrt auf die Autobahn von Süden (Toggenburg) her in Richtung St.Gallen?<br>4. Wie läuft der Austausch mit der St.Galler Regierung zu einer rechtsabbiegenden Einfahrt auf die Autobahn von Süden (Toggenburg) her in Richtung St.Gallen? Hat der Bundesrat Kenntnis von deren Antwort zum Vorstoss 61.25.51 im St.Galler Kantonsrat?<br>5. Weiter schreibt das ASTRA, dass der Autobahnanschluss und die Standortentwicklung WILWEST «sich gegenseitig bedingen». Wäre ein neuer Autobahnanschluss nicht auch ohne WILWEST möglich?<br>6. Hätte das ASTRA nicht spätestens nach dem Nein der Bevölkerung zu Wil-West eine Alternative zur Lösung der Verkehrsprobleme oder eine von Wil-West unabhängige Realisierung des Autobahnanschlusses Wil-West planen müssen?<br>7. Sollten die St.Galler Wil-West erneut ablehnen, so bleiben die Verkehrsprobleme mit gefährlichen Autobahn-Rückstaus trotzdem bestehen. Wie will der Bundesrat dann die Verkehrsprobleme beim Autobahnanschluss Wil lösen?<br>8. Das St.Galler Stimmvolk hat in einer Volksabstimmung Wil-West klar abgelehnt. Eine zweite Abstimmung steht kurz bevor. Ein Hauptargument in diesem Abstimmungskampf ist, dass der Bund nur bei einem Ja die Verkehrsprobleme in Wil lösen werde. Ist es üblich, dass sich der Bund auf solch erpresserische Weise in kantonale Abstimmungskämpfe einmischt?</p>
  • A1-Verkehrschaos. Der Autobahnanschluss Wil-Toggenburg muss verbessert werden
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1. Ursächlich für die Verkehrsprobleme um den Anschluss Wil sind nicht der Anschluss und der von der Autobahn A1 generierte Verkehr, sondern die Kapazitätsengpässe im nachgelagerten Strassennetz. Die kantonalen und kommunalen Strassen im Umfeld des Autobahnanschlusses Wil führen über mehrere, nahe beieinander liegende Verkehrsknotenpunkte. Das reduziert die Kapazität und Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems und führt in der Folge zu einer Überlastung des Anschlusses, verbunden mit Rückstau auf die Autobahn. Bauarbeiten oder Ereignisse auf den kantonalen und kommunalen Strassen verschärfen diese bereits angespannte Situation zusätzlich.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Der Bundesrat beabsichtigt, die Leistungsfähigkeit des Anschlusses Wil mit kurz- bis mittelfristig realisierbaren Einzelmassnahmen zu steigern. Zur längerfristigen Lösung der Verkehrsproblematik kann der neue Anschluss Wil-West dienen. Diese Anpassungen am Nationalstrassennetz können in Kombination mit den von den Kantonen Thurgau und St. Gallen geplanten Massnahmen im Rahmen des Agglomerationsprogramm für den Entwicklungsschwerpunkt Wil West einen Lösungsbeitrag leisten. Der Bundesrat hat am 21. Juni 2023 das Generelle Projekt genehmigt unter dem Vorbehalt, dass die Massnahmen im Rahmen des Agglomerationsprogramm Wil der 3. Generation umgesetzt werden. Die Eidgenössischen Räte haben den Bundesbeitrag an das Agglomerationsprogramm Wil im September 2019 genehmigt. Unter der Voraussetzung, dass die Massnahmen umgesetzt werden, stehen diese Mittel zur Verfügung.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Aus technischer Sicht ist eine rechtsabbiegende Einfahrt am Anschluss Wil zwar möglich, würde jedoch zusätzlichen Landerwerb erfordern. Zudem müssten der Bedarf, die Umweltverträglichkeit und die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden. Diese Voraussetzungen wurden bisher nicht geprüft.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Der Bundesrat hat keine Kenntnis von der Antwort der St. Galler Regierung an das Kantonsparlament. Es existiert diesbezüglich auch kein Austausch zwischen dem zuständigen Bundesamt für Strassen (ASTRA) und der St. Galler Regierung. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5./6./7./8. Dem Bundesrat ist eine regional abgestimmte Raum- und Verkehrsplanung wichtig. Entsprechend wurden die Nationalstrassenprojekte und die Projekte des Programm Agglomerationsverkehr mit der Standortregion gemeinsam geplant. Ohne das Agglomerationsprojekt ist der Autobahnanschluss Wil-West am aktuell vorgesehenen Standort nicht zielführend. Der Bedarf für den Anschluss entsteht erst durch die Planung des Agglomerationsprogramms mit der Entwicklung von Wil West, den Zubringer sowie das damit einhergehende Verkehrsaufkommen. Solange die Standortregion am Agglomerationsprogramm der 3. Generation und der damit verbundenen Verkehrs- und Raumplanung festhält, besteht kein Anlass, die Planungen des Bundes anzupassen. Sollte die Standortregion auf die bisherigen Planungen zurückkommen, müsste neu eruiert werden, welche Lösung künftig am besten zur Sicherstellung eines leistungsfähigen regionalen Verkehrsflusses beiträgt. Diese Lösung müsste von Bund, Kanton und Gemeinden gemeinsam erarbeitet werden. Der Bund äussert sich nicht zu kantonalen Abstimmungen, nimmt keinen Einfluss darauf und passt seine Planungen nicht in präjudizierender Weise an.</span></p></span>
    • <p>Das Verkehrssystem um den Autobahnanschluss Wil ist überlastet. Durch die vielen Verkehrsbeziehungen konzentriert sich in Wil überdurchschnittlich viel Verkehr. Dies führt zu Rückstau in sämtliche Richtungen, speziell in die Stadt Wil und ins Toggenburg. Insbesondere gefährlicher Rückstau auf der Autobahn ist inzwischen täglich zu sehen. Eine Entflechtung der verschiedenen Verkehrsbeziehungen würde die Problematik am Autobahnanschluss Wil stark entlasten. Bereits heute sind die Stadt Wil und die umliegenden Gemeinden von starkem Durchgangs-, Ziel-, und Quellverkehr betroffen. Da die St.Galler Bevölkerung Wil-West schon im September 2022 abgelehnt hat, besteht die begründete Annahme, dass sie es am 8. März 2026 an der Urne wieder verwirft, weshalb der bestehende Autobahnanschluss Wil verbessert werden muss.</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die Verkehrssituation rund um den Autobahnanschluss Wil?<br>2. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, um die Situation beim Autobahnanschluss Wil langfristig zu entschärfen?<br>3. Wie beurteilt der Bundesrat die Machbarkeit einer rechtsabbiegenden Einfahrt auf die Autobahn von Süden (Toggenburg) her in Richtung St.Gallen?<br>4. Wie läuft der Austausch mit der St.Galler Regierung zu einer rechtsabbiegenden Einfahrt auf die Autobahn von Süden (Toggenburg) her in Richtung St.Gallen? Hat der Bundesrat Kenntnis von deren Antwort zum Vorstoss 61.25.51 im St.Galler Kantonsrat?<br>5. Weiter schreibt das ASTRA, dass der Autobahnanschluss und die Standortentwicklung WILWEST «sich gegenseitig bedingen». Wäre ein neuer Autobahnanschluss nicht auch ohne WILWEST möglich?<br>6. Hätte das ASTRA nicht spätestens nach dem Nein der Bevölkerung zu Wil-West eine Alternative zur Lösung der Verkehrsprobleme oder eine von Wil-West unabhängige Realisierung des Autobahnanschlusses Wil-West planen müssen?<br>7. Sollten die St.Galler Wil-West erneut ablehnen, so bleiben die Verkehrsprobleme mit gefährlichen Autobahn-Rückstaus trotzdem bestehen. Wie will der Bundesrat dann die Verkehrsprobleme beim Autobahnanschluss Wil lösen?<br>8. Das St.Galler Stimmvolk hat in einer Volksabstimmung Wil-West klar abgelehnt. Eine zweite Abstimmung steht kurz bevor. Ein Hauptargument in diesem Abstimmungskampf ist, dass der Bund nur bei einem Ja die Verkehrsprobleme in Wil lösen werde. Ist es üblich, dass sich der Bund auf solch erpresserische Weise in kantonale Abstimmungskämpfe einmischt?</p>
    • A1-Verkehrschaos. Der Autobahnanschluss Wil-Toggenburg muss verbessert werden

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