Die Schweizerische Post und ihre "Cloud-First"-Strategie. Digitale Souveränität oder "America First"?

ShortId
25.4575
Id
20254575
Updated
21.01.2026 09:06
Language
de
Title
Die Schweizerische Post und ihre "Cloud-First"-Strategie. Digitale Souveränität oder "America First"?
AdditionalIndexing
34;09
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die jüngsten geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen verdeutlichen, dass die Schweiz ihre digitale Souveränität stärken und ihre Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Diensten verringern muss.</p><p>&nbsp;</p><p>Gemäss einem Ende November auf der Nachrichtenplattform&nbsp;watson.ch veröffentlichten Artikel scheint die Schweizerische Post mit der Einführung einer sogenannten&nbsp;«Cloud-First»-Strategie jedoch eine paradoxe Entscheidung gefällt zu haben.</p><p>&nbsp;</p><p>Konkret beabsichtigt die Schweizerische Post, bis zu 95&nbsp;Prozent ihrer Datenverarbeitung von den eigenen Rechenzentren auf Cloud-Infrastrukturen US-amerikanischer Technologieriesen wie Microsoft und Amazon zu verlagern. Eine solche Ausrichtung erhöht die Abhängigkeit der Schweizerischen Post von Anbietern, die dem US-amerikanischen Recht unterstehen, insbesondere dem amerikanischen&nbsp;Cloud Act. Dieser erlaubt es US-Behörden, die Herausgabe von Daten zu verlangen, die sich im Besitz amerikanischer Unternehmen befinden&nbsp;– unabhängig vom physischen Speicherort der Daten, selbst wenn diese in Europa gehostet werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Dieser Entscheid ist Teil einer Entwicklung, die geprägt ist von einem massiven Rückbau der eigenen IT-Infrastruktur der Schweizerischen Post und der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Portugal. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Schweizerische Post ihre Digitalstrategie ohne hinreichende Berücksichtigung der übergeordneten Interessen unseres Landes verfolgt, und dies obwohl der Bund Alleinaktionär ist.</p><p>&nbsp;</p><p>Umso schwerer nachvollziehbar ist diese Ausrichtung, als das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation beauftragt ist, bis 2032 die Swiss&nbsp;Government&nbsp;Cloud aufzubauen&nbsp;– eine für die Bedürfnisse der Bundesverwaltung konzipierte Cloud-Infrastruktur.</p><p>&nbsp;</p><p>1. Ist der Bundesrat nicht auch der Auffassung, dass die Grundversorgung mit Cloud-Dienstleistungen in der Schweiz unabhängiger von ausländischen Anbietern werden müsste?</p><p>&nbsp;</p><p>2. Mit welcher konkreten Strategie gedenkt der Bundesrat, die digitale Souveränität der Schweiz langfristig zu sichern und zu stärken?</p><p>&nbsp;</p><p>3. Hält es der Bundesrat für zulässig, dass die Schweizerische Post den grössten Teil ihrer Datenverarbeitung Cloud-Infrastrukturen amerikanischer Technologieriesen anvertraut?</p><p>&nbsp;</p><p>4. Ist die Entscheidung der Schweizerischen Post, einen derart grossen Anteil ihrer Datenverarbeitung an amerikanische Infrastrukturen zu delegieren, nicht von strategischer und politischer Tragweite? Falls ja, müsste der Bundesrat nicht stärker eingreifen, insbesondere über die strategischen Ziele, die er der Schweizerischen Post vorgibt?</p>
  • Die Schweizerische Post und ihre "Cloud-First"-Strategie. Digitale Souveränität oder "America First"?
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die jüngsten geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen verdeutlichen, dass die Schweiz ihre digitale Souveränität stärken und ihre Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Diensten verringern muss.</p><p>&nbsp;</p><p>Gemäss einem Ende November auf der Nachrichtenplattform&nbsp;watson.ch veröffentlichten Artikel scheint die Schweizerische Post mit der Einführung einer sogenannten&nbsp;«Cloud-First»-Strategie jedoch eine paradoxe Entscheidung gefällt zu haben.</p><p>&nbsp;</p><p>Konkret beabsichtigt die Schweizerische Post, bis zu 95&nbsp;Prozent ihrer Datenverarbeitung von den eigenen Rechenzentren auf Cloud-Infrastrukturen US-amerikanischer Technologieriesen wie Microsoft und Amazon zu verlagern. Eine solche Ausrichtung erhöht die Abhängigkeit der Schweizerischen Post von Anbietern, die dem US-amerikanischen Recht unterstehen, insbesondere dem amerikanischen&nbsp;Cloud Act. Dieser erlaubt es US-Behörden, die Herausgabe von Daten zu verlangen, die sich im Besitz amerikanischer Unternehmen befinden&nbsp;– unabhängig vom physischen Speicherort der Daten, selbst wenn diese in Europa gehostet werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Dieser Entscheid ist Teil einer Entwicklung, die geprägt ist von einem massiven Rückbau der eigenen IT-Infrastruktur der Schweizerischen Post und der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Portugal. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Schweizerische Post ihre Digitalstrategie ohne hinreichende Berücksichtigung der übergeordneten Interessen unseres Landes verfolgt, und dies obwohl der Bund Alleinaktionär ist.</p><p>&nbsp;</p><p>Umso schwerer nachvollziehbar ist diese Ausrichtung, als das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation beauftragt ist, bis 2032 die Swiss&nbsp;Government&nbsp;Cloud aufzubauen&nbsp;– eine für die Bedürfnisse der Bundesverwaltung konzipierte Cloud-Infrastruktur.</p><p>&nbsp;</p><p>1. Ist der Bundesrat nicht auch der Auffassung, dass die Grundversorgung mit Cloud-Dienstleistungen in der Schweiz unabhängiger von ausländischen Anbietern werden müsste?</p><p>&nbsp;</p><p>2. Mit welcher konkreten Strategie gedenkt der Bundesrat, die digitale Souveränität der Schweiz langfristig zu sichern und zu stärken?</p><p>&nbsp;</p><p>3. Hält es der Bundesrat für zulässig, dass die Schweizerische Post den grössten Teil ihrer Datenverarbeitung Cloud-Infrastrukturen amerikanischer Technologieriesen anvertraut?</p><p>&nbsp;</p><p>4. Ist die Entscheidung der Schweizerischen Post, einen derart grossen Anteil ihrer Datenverarbeitung an amerikanische Infrastrukturen zu delegieren, nicht von strategischer und politischer Tragweite? Falls ja, müsste der Bundesrat nicht stärker eingreifen, insbesondere über die strategischen Ziele, die er der Schweizerischen Post vorgibt?</p>
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