Bitterer Nachgeschmack der süssen Schokolade. Reputationsrisiken für Schoggination Schweiz?
- ShortId
-
25.4660
- Id
-
20254660
- Updated
-
27.01.2026 16:36
- Language
-
de
- Title
-
Bitterer Nachgeschmack der süssen Schokolade. Reputationsrisiken für Schoggination Schweiz?
- AdditionalIndexing
-
2841;15;55;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Aktuelle Medienberichte über den Einsatz von giftigen Pestiziden von Schweizer Schokoladenproduzenten und -händlern werfen ein kritisches Licht auf die Nachhaltigkeitspraktiken der Branche. Es wird darüber berichtet, dass Konzerne wie Lindt & Sprüngli und der Zwischenhändler Ecom Trading vom Kakaoanbau in Ghana profitieren, während die lokalen Bäuerinnen und Bauern die gesundheitlichen und ökologischen Risiken tragen.</p><p>Dabei sind eingesetzte Pestizid-Wirkstoffe wie Mancozeb, Imidacloprid oder Thiamethoxam in der Schweiz verboten. Gleichzeitig exportieren Schweizer Agrochemiekonzerne wie Syngenta diese Wirkstoffe offenbar weiterhin nach Afrika. Sie rechtfertigen dies mit den lokalen Gesetzen, eine Praxis, die von Fachleuten und dem UN-Sonderberichterstatter für toxische Substanzen und Menschenrechte als Verletzung grundlegender Menschenrechte kritisiert wird.</p><p>Berichte über Untersuchungen vor Ort legen nahe, dass auch im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms von Lindt & Sprüngli hochgefährliche Pestizide eingesetzt und durch Ecom aktiv an Bäuerinnen und Bauern verkauft wurden. Dies bei kaum erhältlicher Schutzkleidung und mangelnden Entsorgungsmöglichkeiten. Im Nachhaltigkeitsbericht 2024 von Lindt & Sprüngli werden Pestizide jedoch nicht erwähnt.</p><p>Syngenta, Lindt & Sprüngli und Ecom sind Mitglieder der Swiss Platform for Sustainable Cocoa SWISSCO, die sich für verbesserte Lebensbedingungen der Kakaobauern, den Schutz der natürlichen Ressourcen und die Förderung der biologischen Vielfalt einsetzen will.</p><h3> </h3><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat den möglichen Reputationsverlust für den Schweizer Wirtschaftsstandort, wenn für die unter Schweizer Flagge operierenden Unternehmen im Kakaosektor im Ausland Pestizide eingesetzt werden, die in der Schweiz lange verboten sind?</li><li>Wie gedenkt er sicherzustellen, dass Schweizer Grossunternehmen in ihren Lieferketten keine hochgefährlichen Pestizide verwenden oder gar von deren Produktion oder Verkauf profitieren?</li><li>Wie überprüft der Bundesrat die Wirksamkeit der von ihm mitgetragenen Kakaoplattform SWISSCO?</li><li>Seit 2023 gilt für Schweizer Grossunternehmen eine Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Wie beurteilt der Bundesrat angesichts der Vorwürfe gegen Lindt & Sprüngli, Ecom und Syngenta die Wirksamkeit dieser Berichtstätigkeit hinsichtlich der Prävention von Verstössen gegen die Menschenrechte und Umweltstandards durch Schweizer Unternehmen?</li></ol>
- Bitterer Nachgeschmack der süssen Schokolade. Reputationsrisiken für Schoggination Schweiz?
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Aktuelle Medienberichte über den Einsatz von giftigen Pestiziden von Schweizer Schokoladenproduzenten und -händlern werfen ein kritisches Licht auf die Nachhaltigkeitspraktiken der Branche. Es wird darüber berichtet, dass Konzerne wie Lindt & Sprüngli und der Zwischenhändler Ecom Trading vom Kakaoanbau in Ghana profitieren, während die lokalen Bäuerinnen und Bauern die gesundheitlichen und ökologischen Risiken tragen.</p><p>Dabei sind eingesetzte Pestizid-Wirkstoffe wie Mancozeb, Imidacloprid oder Thiamethoxam in der Schweiz verboten. Gleichzeitig exportieren Schweizer Agrochemiekonzerne wie Syngenta diese Wirkstoffe offenbar weiterhin nach Afrika. Sie rechtfertigen dies mit den lokalen Gesetzen, eine Praxis, die von Fachleuten und dem UN-Sonderberichterstatter für toxische Substanzen und Menschenrechte als Verletzung grundlegender Menschenrechte kritisiert wird.</p><p>Berichte über Untersuchungen vor Ort legen nahe, dass auch im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms von Lindt & Sprüngli hochgefährliche Pestizide eingesetzt und durch Ecom aktiv an Bäuerinnen und Bauern verkauft wurden. Dies bei kaum erhältlicher Schutzkleidung und mangelnden Entsorgungsmöglichkeiten. Im Nachhaltigkeitsbericht 2024 von Lindt & Sprüngli werden Pestizide jedoch nicht erwähnt.</p><p>Syngenta, Lindt & Sprüngli und Ecom sind Mitglieder der Swiss Platform for Sustainable Cocoa SWISSCO, die sich für verbesserte Lebensbedingungen der Kakaobauern, den Schutz der natürlichen Ressourcen und die Förderung der biologischen Vielfalt einsetzen will.</p><h3> </h3><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat den möglichen Reputationsverlust für den Schweizer Wirtschaftsstandort, wenn für die unter Schweizer Flagge operierenden Unternehmen im Kakaosektor im Ausland Pestizide eingesetzt werden, die in der Schweiz lange verboten sind?</li><li>Wie gedenkt er sicherzustellen, dass Schweizer Grossunternehmen in ihren Lieferketten keine hochgefährlichen Pestizide verwenden oder gar von deren Produktion oder Verkauf profitieren?</li><li>Wie überprüft der Bundesrat die Wirksamkeit der von ihm mitgetragenen Kakaoplattform SWISSCO?</li><li>Seit 2023 gilt für Schweizer Grossunternehmen eine Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Wie beurteilt der Bundesrat angesichts der Vorwürfe gegen Lindt & Sprüngli, Ecom und Syngenta die Wirksamkeit dieser Berichtstätigkeit hinsichtlich der Prävention von Verstössen gegen die Menschenrechte und Umweltstandards durch Schweizer Unternehmen?</li></ol>
- Bitterer Nachgeschmack der süssen Schokolade. Reputationsrisiken für Schoggination Schweiz?
Back to List