Nationales Myopie-Präventionsprogramm

ShortId
25.4673
Id
20254673
Updated
18.02.2026 20:25
Language
de
Title
Nationales Myopie-Präventionsprogramm
AdditionalIndexing
2841;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Gemäss diversen Studien und Prognosen wird die Zahl der Menschen durch Sehverlust wegen starker Kurzsichtigkeit massiv zunehmen. Fachleute bezeichnen Kurzsichtigkeit als eine der Hauptursachen für Erblindung.&nbsp;</p><p>In der Schweiz sind einzelne Fachorganisationen aktiv geworden und haben über Kurzsichtigkeit sowie auch Präventionsmassnahmen bei Kindern und Erwachsenen informiert. Auch einzelne Versicherer haben das Thema aufgenommen. Die als Begründung der Ablehnung des Postulats Feri 20.3057 erwähnten Massnahmen des BSV und der NCD-Strategie entfalteten in den vergangenen fünf Jahren nicht die erwünschte Wirkung; die drohenden Gefahren konnten damit nicht abgewendet werden. Es besteht Handlungsbedarf.</p><p>Was fehlt, ist eine nationale Präventionskampagne, die vor allem die Entwicklung und Zunahme einer Kurzsichtigkeit bei Kindern verhindern soll und damit den lebenslangen Erhalt der Sehkraft zum Ziel hat. Auch systematische Erhebungen von Myopie-Daten wie Statistiken zur Häufigkeit, der Verbreitung, der Progression bei Kindern und Jugendlichen für die Schweiz fehlen. Weder gibt es eine zentrale Koordination mit verbindlichen Screening-Empfehlungen für alle Kinder noch eine nationale Regelung.&nbsp;</p><p>Vor dem Hintergrund des Schul- und Freizeitverhaltens von Kindern und Jugendlichen, das dem Erhalt eines normalen Sehvermögens nicht zuträglich ist (Bildschirm- und Handy-Nutzungsdauer und wenig Aufenthalt im Freien), drängt sich die Verstärkung und Vereinheitlichung der Prävention auf.&nbsp;</p><p>Die Schweiz verfügt über ausgezeichnete Ophthalmologische Kliniken sowie Fachärztinnen und Fachärzte; besonders erwähnenswert ist auch das Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel. Das Fachwissen ist in hohem Masse vorhanden. Die Inhalte für Empfehlungen zur Prävention existieren. Es gilt, eine zentrale Koordination anzugehen, um ein staatliches flächendeckendes Präventionsprogramm zu installieren.</p><p>Der Nutzen wird enorm sein, primär für den einzelnen Menschen, aber auch für die Gesellschaft, die Arbeitswelt und die Sozialversicherungen.</p>
  • <span><p>Die Entwicklung von Kurzsichtigkeit (Myopie) bei Kindern ist die Folge eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren. Laut zahlreichen Studien spielen neben genetischen Faktoren auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle, insbesondere abnehmende Aufenthalte im Freien bei Tageslicht sowie zu lange Bildschirmzeiten («Epidémie de myopie en pédiatrie&nbsp;: prise en charge, prévention et traitement, 2023», Revue médicale Suisse, www.revmed.ch &gt; Recherche &gt; Revue médicale 855). Erstmals erschienen 2022 im Rahmen der Schweizer Schülerinnen- und Schülerbefragung zum Gesundheitsverhalten (HBSC-Studie) Daten zur Prävalenz von Kurzsichtigkeit bei 14- bis 15-Jährigen (www.hbsc.ch&gt;Publikationen&gt;Studie 2022). Die nächsten Ergebnisse, die für 2027 erwartet werden, sollen eine Tendenz erkennen lassen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie, (www.bag.admin.ch&gt;Politik &amp; Gesetze&gt;Nationale Gesundheitspolitik&gt;Gesundheitspolitische Strategien&gt;Nationale Gesundheitsstrategien&gt;Nichtübertragbare Krankheiten) legt einen Referenzrahmen fest, mit dem solchen Erkrankungen durch die Verminderung von Risikofaktoren und die Stärkung von Schutzfaktoren vorgebeugt werden soll. Sie konzentriert sich zwar nicht auf die Prävention und Behandlung einzelner Krankheiten oder spezifischer Beeinträchtigungen wie Kurzsichtigkeit. Es ist aber anzumerken, dass die Risikofaktoren für Kurzsichtigkeit auch bei anderen nichtübertragbaren Krankheiten relevant sind. Wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum Postulat 20.3057 Feri «Kurzsichtigkeit bei Kindern» bereits festgehalten hat, umfasst der Massnahmenplan der NCD-Strategie Präventions- und Gesundheitsförderungsmassnahmen (verlängert bis 2028), die auch einen Beitrag zur Myopie-Prävention bei Kindern und Erwachsenen leisten können. Mit diesen Massnahmen sollen insbesondere Bewegung und sportliche Betätigung im Freien gefördert werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Gleichzeitig sensibilisiert die Plattform «Jugend und Medien» des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) Eltern sowie Bezugs- und Betreuungspersonen für einen verantwortungsvollen Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien (www.jugendundmedien.ch). In den entsprechenden Empfehlungen wird die Bedeutung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Medienkonsum, körperlicher Betätigung und anderen bildschirmfreien Aktivitäten hervorgehoben. Zudem wird der Bundesrat im Rahmen des Postulats 24.4480 Vara «Psychische Gesundheit von Jugendlichen und Exposition gegenüber sozialen Netzwerken. Was wird unternommen?» beauftragt, die Auswirkungen der Exposition gegenüber sozialen Netzwerken auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Der entsprechende Bericht soll namentlich die wissenschaftlich erwiesenen Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, einschliesslich Kurzsichtigkeit, aufzeigen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Erarbeitung eines gezielten Myopie-Präventionsprogramms, wie von der Motionärin gefordert, würde über die Ziele und den Umfang der NCD-Strategie hinausgehen. Im Rahmen der neuen Strategie, die ab 2029 die nationalen Strategien NCD und Sucht ablösen soll, wird jedoch geprüft, ob und inwieweit die gesundheitlichen Auswirkungen technologischer Entwicklungen einbezogen werden können.</p><p>&nbsp;</p><p>Schliesslich ist angesichts der von Bundesrat und Parlament beschlossenen Sparmassnahmen eine verstärkte Priorisierung der Bundesaufgaben und -ausgaben erforderlich. Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung werden Aufgaben und Bereiche mit gesetzlicher Grundlage vorrangig behandelt. Es liegt in der Zuständigkeit der Kantone, spezifische Präventionsprogramme zu erarbeiten und umzusetzen.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Anliegen der Motion in den bestehenden Strategien und laufenden Arbeiten ausreichend berücksichtigt werden. </p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird gebeten, gemeinsam mit den Kantonen, den Augen-Kliniken, den Fachgesellschaften der Ophthalmologie, Forschungsinstitutionen sowie weiteren Interessierten ein Myopie-Präventionsprogramm zu lancieren.</p>
  • Nationales Myopie-Präventionsprogramm
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Gemäss diversen Studien und Prognosen wird die Zahl der Menschen durch Sehverlust wegen starker Kurzsichtigkeit massiv zunehmen. Fachleute bezeichnen Kurzsichtigkeit als eine der Hauptursachen für Erblindung.&nbsp;</p><p>In der Schweiz sind einzelne Fachorganisationen aktiv geworden und haben über Kurzsichtigkeit sowie auch Präventionsmassnahmen bei Kindern und Erwachsenen informiert. Auch einzelne Versicherer haben das Thema aufgenommen. Die als Begründung der Ablehnung des Postulats Feri 20.3057 erwähnten Massnahmen des BSV und der NCD-Strategie entfalteten in den vergangenen fünf Jahren nicht die erwünschte Wirkung; die drohenden Gefahren konnten damit nicht abgewendet werden. Es besteht Handlungsbedarf.</p><p>Was fehlt, ist eine nationale Präventionskampagne, die vor allem die Entwicklung und Zunahme einer Kurzsichtigkeit bei Kindern verhindern soll und damit den lebenslangen Erhalt der Sehkraft zum Ziel hat. Auch systematische Erhebungen von Myopie-Daten wie Statistiken zur Häufigkeit, der Verbreitung, der Progression bei Kindern und Jugendlichen für die Schweiz fehlen. Weder gibt es eine zentrale Koordination mit verbindlichen Screening-Empfehlungen für alle Kinder noch eine nationale Regelung.&nbsp;</p><p>Vor dem Hintergrund des Schul- und Freizeitverhaltens von Kindern und Jugendlichen, das dem Erhalt eines normalen Sehvermögens nicht zuträglich ist (Bildschirm- und Handy-Nutzungsdauer und wenig Aufenthalt im Freien), drängt sich die Verstärkung und Vereinheitlichung der Prävention auf.&nbsp;</p><p>Die Schweiz verfügt über ausgezeichnete Ophthalmologische Kliniken sowie Fachärztinnen und Fachärzte; besonders erwähnenswert ist auch das Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel. Das Fachwissen ist in hohem Masse vorhanden. Die Inhalte für Empfehlungen zur Prävention existieren. Es gilt, eine zentrale Koordination anzugehen, um ein staatliches flächendeckendes Präventionsprogramm zu installieren.</p><p>Der Nutzen wird enorm sein, primär für den einzelnen Menschen, aber auch für die Gesellschaft, die Arbeitswelt und die Sozialversicherungen.</p>
    • <span><p>Die Entwicklung von Kurzsichtigkeit (Myopie) bei Kindern ist die Folge eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren. Laut zahlreichen Studien spielen neben genetischen Faktoren auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle, insbesondere abnehmende Aufenthalte im Freien bei Tageslicht sowie zu lange Bildschirmzeiten («Epidémie de myopie en pédiatrie&nbsp;: prise en charge, prévention et traitement, 2023», Revue médicale Suisse, www.revmed.ch &gt; Recherche &gt; Revue médicale 855). Erstmals erschienen 2022 im Rahmen der Schweizer Schülerinnen- und Schülerbefragung zum Gesundheitsverhalten (HBSC-Studie) Daten zur Prävalenz von Kurzsichtigkeit bei 14- bis 15-Jährigen (www.hbsc.ch&gt;Publikationen&gt;Studie 2022). Die nächsten Ergebnisse, die für 2027 erwartet werden, sollen eine Tendenz erkennen lassen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie, (www.bag.admin.ch&gt;Politik &amp; Gesetze&gt;Nationale Gesundheitspolitik&gt;Gesundheitspolitische Strategien&gt;Nationale Gesundheitsstrategien&gt;Nichtübertragbare Krankheiten) legt einen Referenzrahmen fest, mit dem solchen Erkrankungen durch die Verminderung von Risikofaktoren und die Stärkung von Schutzfaktoren vorgebeugt werden soll. Sie konzentriert sich zwar nicht auf die Prävention und Behandlung einzelner Krankheiten oder spezifischer Beeinträchtigungen wie Kurzsichtigkeit. Es ist aber anzumerken, dass die Risikofaktoren für Kurzsichtigkeit auch bei anderen nichtübertragbaren Krankheiten relevant sind. Wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum Postulat 20.3057 Feri «Kurzsichtigkeit bei Kindern» bereits festgehalten hat, umfasst der Massnahmenplan der NCD-Strategie Präventions- und Gesundheitsförderungsmassnahmen (verlängert bis 2028), die auch einen Beitrag zur Myopie-Prävention bei Kindern und Erwachsenen leisten können. Mit diesen Massnahmen sollen insbesondere Bewegung und sportliche Betätigung im Freien gefördert werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Gleichzeitig sensibilisiert die Plattform «Jugend und Medien» des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) Eltern sowie Bezugs- und Betreuungspersonen für einen verantwortungsvollen Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien (www.jugendundmedien.ch). In den entsprechenden Empfehlungen wird die Bedeutung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Medienkonsum, körperlicher Betätigung und anderen bildschirmfreien Aktivitäten hervorgehoben. Zudem wird der Bundesrat im Rahmen des Postulats 24.4480 Vara «Psychische Gesundheit von Jugendlichen und Exposition gegenüber sozialen Netzwerken. Was wird unternommen?» beauftragt, die Auswirkungen der Exposition gegenüber sozialen Netzwerken auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Der entsprechende Bericht soll namentlich die wissenschaftlich erwiesenen Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, einschliesslich Kurzsichtigkeit, aufzeigen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Erarbeitung eines gezielten Myopie-Präventionsprogramms, wie von der Motionärin gefordert, würde über die Ziele und den Umfang der NCD-Strategie hinausgehen. Im Rahmen der neuen Strategie, die ab 2029 die nationalen Strategien NCD und Sucht ablösen soll, wird jedoch geprüft, ob und inwieweit die gesundheitlichen Auswirkungen technologischer Entwicklungen einbezogen werden können.</p><p>&nbsp;</p><p>Schliesslich ist angesichts der von Bundesrat und Parlament beschlossenen Sparmassnahmen eine verstärkte Priorisierung der Bundesaufgaben und -ausgaben erforderlich. Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung werden Aufgaben und Bereiche mit gesetzlicher Grundlage vorrangig behandelt. Es liegt in der Zuständigkeit der Kantone, spezifische Präventionsprogramme zu erarbeiten und umzusetzen.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Anliegen der Motion in den bestehenden Strategien und laufenden Arbeiten ausreichend berücksichtigt werden. </p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird gebeten, gemeinsam mit den Kantonen, den Augen-Kliniken, den Fachgesellschaften der Ophthalmologie, Forschungsinstitutionen sowie weiteren Interessierten ein Myopie-Präventionsprogramm zu lancieren.</p>
    • Nationales Myopie-Präventionsprogramm

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