Nigeria. Über 41 000 getötete Christen

ShortId
25.4726
Id
20254726
Updated
27.01.2026 16:37
Language
de
Title
Nigeria. Über 41 000 getötete Christen
AdditionalIndexing
08;2831;1231
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In den letzten Wochen berichteten Schweizer und internationale Medien über die anhaltende Gewalt in Nigeria, nachdem die USA das Land erneut auf die Liste der <i>«Countries of Particular Concern»</i> gesetzt haben. Dabei wurde wiederholt betont, Religion spiele in diesem Konflikt nur eine untergeordnete Rolle; Kriminalität, Armut und Klimawandel werden meist als Hauptursachen genannt.</p><p>Organisationen wie Christian Solidarity International und Open Doors, die seit Jahren vor Ort tätig sind, kommen jedoch zu einer differenzierteren Einschätzung. Sie halten fest, dass die Gewalt sehr wohl eine prägende religiöse Dimension aufweist. Neben moderaten Muslimen sind insbesondere Angehörige der christlichen Minderheit in Nordnigeria betroffen. Laut einer Studie der Beobachtungsstelle für Religionsfreiheit in Afrika (<a href="https://orfa.africa/wp/wp-content/uploads/2024/08/26082024-ORFA-4-YEARS-REPORT.pdf">ORFA</a>) hatten Christen zwischen 2019 und 2023 ein mehr als sechsmal höheres Risiko, ermordet zu werden, und ein fünfmal höheres Risiko, entführt zu werden. Gemäss Open Doors wurden seit 2011 über 41’000 Christen in Nordnigeria aufgrund religiös motivierter Gewalt getötet.</p><p>Auch wenn die Gewalt vielschichtige und komplexe Ursachen hat, besteht die Gefahr, dass das Ausmass der Christenverfolgung im nigerianischen Kontext unterschätzt wird. Dies kann zu unzutreffenden politischen Schlussfolgerungen, unzureichendem Schutz religiöser Minderheiten, fortgesetzter Straflosigkeit und einer schleichenden Aushöhlung der Religionsfreiheit als Menschenrecht führen.</p><p>Das EDA engagiert sich in Nigeria für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte. Seit 2011 finden regelmässige Menschenrechtskonsultationen mit Nigeria statt.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund ersuche ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Wie positioniert sich das EDA gegenüber der dokumentierten Christenverfolgung in Nordnigeria? Welche Faktoren tragen nach Einschätzung des Bundesrates zur Gewalt bei, und erkennt er an, dass Christen gezielt und zunehmend Opfer religiös motivierter Gewalt sind?</li><li>Welche diplomatischen, politischen oder projektbezogenen Schritte (beispielsweise Stärkung der Zivilgesellschaft, Schutzmechanismen vor Ort) ist die Schweiz bereit zu unternehmen, um den Schutz der Zivilbevölkerung in Nordnigeria und insbesondere religiöser Minderheiten zu verbessern?</li><li>Welche konkreten Ergebnisse wurden in den Menschenrechtskonsultationen zwischen der Schweiz und Nigeria seit 2021 erzielt (seit Ip 21.4049)?</li></ol>
  • Nigeria. Über 41 000 getötete Christen
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In den letzten Wochen berichteten Schweizer und internationale Medien über die anhaltende Gewalt in Nigeria, nachdem die USA das Land erneut auf die Liste der <i>«Countries of Particular Concern»</i> gesetzt haben. Dabei wurde wiederholt betont, Religion spiele in diesem Konflikt nur eine untergeordnete Rolle; Kriminalität, Armut und Klimawandel werden meist als Hauptursachen genannt.</p><p>Organisationen wie Christian Solidarity International und Open Doors, die seit Jahren vor Ort tätig sind, kommen jedoch zu einer differenzierteren Einschätzung. Sie halten fest, dass die Gewalt sehr wohl eine prägende religiöse Dimension aufweist. Neben moderaten Muslimen sind insbesondere Angehörige der christlichen Minderheit in Nordnigeria betroffen. Laut einer Studie der Beobachtungsstelle für Religionsfreiheit in Afrika (<a href="https://orfa.africa/wp/wp-content/uploads/2024/08/26082024-ORFA-4-YEARS-REPORT.pdf">ORFA</a>) hatten Christen zwischen 2019 und 2023 ein mehr als sechsmal höheres Risiko, ermordet zu werden, und ein fünfmal höheres Risiko, entführt zu werden. Gemäss Open Doors wurden seit 2011 über 41’000 Christen in Nordnigeria aufgrund religiös motivierter Gewalt getötet.</p><p>Auch wenn die Gewalt vielschichtige und komplexe Ursachen hat, besteht die Gefahr, dass das Ausmass der Christenverfolgung im nigerianischen Kontext unterschätzt wird. Dies kann zu unzutreffenden politischen Schlussfolgerungen, unzureichendem Schutz religiöser Minderheiten, fortgesetzter Straflosigkeit und einer schleichenden Aushöhlung der Religionsfreiheit als Menschenrecht führen.</p><p>Das EDA engagiert sich in Nigeria für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte. Seit 2011 finden regelmässige Menschenrechtskonsultationen mit Nigeria statt.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund ersuche ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Wie positioniert sich das EDA gegenüber der dokumentierten Christenverfolgung in Nordnigeria? Welche Faktoren tragen nach Einschätzung des Bundesrates zur Gewalt bei, und erkennt er an, dass Christen gezielt und zunehmend Opfer religiös motivierter Gewalt sind?</li><li>Welche diplomatischen, politischen oder projektbezogenen Schritte (beispielsweise Stärkung der Zivilgesellschaft, Schutzmechanismen vor Ort) ist die Schweiz bereit zu unternehmen, um den Schutz der Zivilbevölkerung in Nordnigeria und insbesondere religiöser Minderheiten zu verbessern?</li><li>Welche konkreten Ergebnisse wurden in den Menschenrechtskonsultationen zwischen der Schweiz und Nigeria seit 2021 erzielt (seit Ip 21.4049)?</li></ol>
    • Nigeria. Über 41 000 getötete Christen

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