Chemikalienbelastung des Rheinwassers

ShortId
25.4729
Id
20254729
Updated
21.01.2026 13:18
Language
de
Title
Chemikalienbelastung des Rheinwassers
AdditionalIndexing
52;15;2841
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Als Antwort auf die Havarie in Schweizerhalle, vom 1. November 1986, wurde in Weil am Rhein die binationale Rheinüberwachungsstation (RÜS) errichtet. Das baselstädtische Umweltlabor erhielt von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) und vom schweizerischen Bundesamt für Umwelt (BAFU) den Auftrag für den Unterhalt der RÜS und die Analytik des Rheinwassers.</p><p>Seither misst die RÜS immer wieder grosse Einträge von Chemikalien. So findet man auf der BAFU-Webpage, dass im Untersuchungsjahr 2015 insgesamt 18,1 Tonnen Pharmawirkstoffe den Rhein bei Basel passierten. Dazu kamen 8,7 Tonnen Röntgenkontrastmittel, 1,8 Tonnen Pestizide und 22,1 Tonnen künstliche Süssstoffe. Alle diese Verbindungen zählen zu den organischen Spurenstoffen, deren Gesamtfracht im Fluss sich 2015 auf 153 Tonnen belief.</p><p>Von 2022 bis 2024 wurden die Anrainerstaaten unterhalb von Basel&nbsp;zwei Mal wegen hohen Chemikalienbelastungen im Rhein alarmiert. Im Dezember 2023 wurde die Industriechemikalie Ethylmethyl-pyridin mit bis zu 1.5 µg/L gemessen. Es wurde innerhalb von 6 Tagen eine Gesamtfracht von 525 kg in den Rhein eingeleitet. Im August 2024 wurden nach einer Havarie in der Synthese von Vitamin B6 eine Konzentration von 13 µg/L Lumichrom gemeldet. Die totale Einleitung lag bei rund 3’300 kg, in 4 Tagen.</p><p>Zwischen 2022 und 2024 wurden 12 weitere auffällige Chemikalienbelastungen entdeckt (2022 waren es vier, 2023 deren sieben und 2024 eine Meldung). Das Basler Amt für Umwelt und Energie schreibt, dass die Ursachen und Quellen der Schadstoffeinleitungen in den meisten Fällen eruiert und Massnahmen ihrer Behebung eingeleitet werden konnten.</p><p>1. Welche Chemikalien werden von der RÜS im Rhein gemessen, welches sind die 10 mengenmässig grössten ?</p><p>2. Wie sind diese eingeleiteten Chemikalien human- und ökotoxikologisch zu beurteilen?</p><p>3. Gibt es Einträge von kleinen Mengen, welche für Mensch und Umwelt trotzdem problematisch sind? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, welche sind das?</p><p>3. Welche Massnahmen haben die Kantone im Rheineinzugsgebiet ergriffen, um die Einträge der Chemikalien aus der Industrie zu reduzieren und was ist der gemessene Effekt?</p><p>4. Haften die Firmen für ihre Chemikalieneinleitung? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?</p><p>5. Wie nimmt der Bund seine Aufsichtspflicht über die Einhaltung des Gewässerschutzgesetzes im Bereich der Industrieeinleitungen wahr?</p>
  • Chemikalienbelastung des Rheinwassers
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Als Antwort auf die Havarie in Schweizerhalle, vom 1. November 1986, wurde in Weil am Rhein die binationale Rheinüberwachungsstation (RÜS) errichtet. Das baselstädtische Umweltlabor erhielt von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) und vom schweizerischen Bundesamt für Umwelt (BAFU) den Auftrag für den Unterhalt der RÜS und die Analytik des Rheinwassers.</p><p>Seither misst die RÜS immer wieder grosse Einträge von Chemikalien. So findet man auf der BAFU-Webpage, dass im Untersuchungsjahr 2015 insgesamt 18,1 Tonnen Pharmawirkstoffe den Rhein bei Basel passierten. Dazu kamen 8,7 Tonnen Röntgenkontrastmittel, 1,8 Tonnen Pestizide und 22,1 Tonnen künstliche Süssstoffe. Alle diese Verbindungen zählen zu den organischen Spurenstoffen, deren Gesamtfracht im Fluss sich 2015 auf 153 Tonnen belief.</p><p>Von 2022 bis 2024 wurden die Anrainerstaaten unterhalb von Basel&nbsp;zwei Mal wegen hohen Chemikalienbelastungen im Rhein alarmiert. Im Dezember 2023 wurde die Industriechemikalie Ethylmethyl-pyridin mit bis zu 1.5 µg/L gemessen. Es wurde innerhalb von 6 Tagen eine Gesamtfracht von 525 kg in den Rhein eingeleitet. Im August 2024 wurden nach einer Havarie in der Synthese von Vitamin B6 eine Konzentration von 13 µg/L Lumichrom gemeldet. Die totale Einleitung lag bei rund 3’300 kg, in 4 Tagen.</p><p>Zwischen 2022 und 2024 wurden 12 weitere auffällige Chemikalienbelastungen entdeckt (2022 waren es vier, 2023 deren sieben und 2024 eine Meldung). Das Basler Amt für Umwelt und Energie schreibt, dass die Ursachen und Quellen der Schadstoffeinleitungen in den meisten Fällen eruiert und Massnahmen ihrer Behebung eingeleitet werden konnten.</p><p>1. Welche Chemikalien werden von der RÜS im Rhein gemessen, welches sind die 10 mengenmässig grössten ?</p><p>2. Wie sind diese eingeleiteten Chemikalien human- und ökotoxikologisch zu beurteilen?</p><p>3. Gibt es Einträge von kleinen Mengen, welche für Mensch und Umwelt trotzdem problematisch sind? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, welche sind das?</p><p>3. Welche Massnahmen haben die Kantone im Rheineinzugsgebiet ergriffen, um die Einträge der Chemikalien aus der Industrie zu reduzieren und was ist der gemessene Effekt?</p><p>4. Haften die Firmen für ihre Chemikalieneinleitung? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?</p><p>5. Wie nimmt der Bund seine Aufsichtspflicht über die Einhaltung des Gewässerschutzgesetzes im Bereich der Industrieeinleitungen wahr?</p>
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