Für eine Offensive zur Stärkung der Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit

ShortId
25.4764
Id
20254764
Updated
18.02.2026 17:46
Language
de
Title
Für eine Offensive zur Stärkung der Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit
AdditionalIndexing
2841;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Das Gehirn ist zentral für alle Aspekte des Lebens. Wenig beachtet ist aber die Tatsache, dass die Gesellschaft mit einer zunehmende Belastung durch neurologische Erkrankungen konfrontiert ist. Beispiele dafür sind Demenz, Epilepsie, Hirnschläge, Kopfschmerzen, Multiple Sklerose, Parkinson und Schlafstörungen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie von aussen kaum wahrnehmbar sind.</p><p>&nbsp;</p><p>Neurologische Erkrankungen betreffen mehr als ein Drittel der Bevölkerung und zählen zu den drei Hauptursachen für Tod, Behinderung und steigende Gesundheitskosten. Einer aktuellen Studie zufolge verursachten neurologische Erkrankungen im Jahr 2022 rund 10 Milliarden Franken an Gesundheitskosten. Mit 11 Prozent machen sie den grössten Anteil an den Gesamtkosten aus. Hinzu kommen Produktionsverluste im Umfang von 4 Milliarden Franken. Um diese erhebliche Belastung zu verringern, stehen eigentlich effektive Methoden zur Verfügung. In der Praxis wird das erhebliche Potenzial der Prävention aber nur ungenügend ausgeschöpft. Laut der «Health Literacy Survey Schweiz 2019-2021» hat die Hälfte der Schweizer Bevölkerung Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen. Es ist zu begrüssen, dass der Bundesrat die Prävention von Demenz in seiner NCD-Strategie als Schwerpunkt behandelt. Aber damit werden nur jene Menschen erreicht, die bereits über eine hohe Gesundheitskompetenz verfügen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Für eine effektive Präventionsarbeit gegen neurologische Erkrankungen müssen wir die Gesundheitskompetenz und den Zugang zu Gesundheitsinformationen in der gesamten Bevölkerung stärken. Daher fordere ich den Bundesrat auf, einen Masterplan zu erarbeiten. Dieser muss vorsehen, dass 1) der Zugang zu wissenschaftlichen Informationen unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Vielfalt erleichtert, 2) die Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit in die Gesundheitspolitik der Kantone integriert und 3) die Gesundheitskompetenz auf allen Ebenen der Ausbildung und am Arbeitsplatz eingebunden wird.</p>
  • <p>Die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie; www.bag.admin.ch &gt; Politik &amp; Gesetze &gt; Nationale Gesundheitspolitik &gt; Gesundheitspolitische Strategien &gt; Nationale Gesundheitsstrategien &gt; Nichtübertragbare Krankheiten) bildet einen Referenzrahmen zur Vorbeugung gegen diese Erkrankungen durch die Verminderung von Risikofaktoren und die Stärkung von Schutzfaktoren.</p><p>&nbsp;</p><p>Im Rahmen dieser Strategie stellen die Prävention psychischer Erkrankungen und die Förderung der psychischen Gesundheit einen thematischen Schwerpunkt des NCD-Massnahmenplans 2025–2028 dar. Dieser sieht auch bereichsübergreifende Massnahmen vor, die ebenfalls zur Hirngesundheit beitragen. Dazu gehören insbesondere die Förderung von Bewegung und ausgewogener Ernährung sowie Massnahmen zur Reduzierung des Tabak- und Alkoholkonsums. Im Rahmen der Ausarbeitung der neuen Strategie, die ab 2029 die nationalen Strategien NCD und Sucht ablöst, wird geprüft, wie die Hirngesundheit einbezogen werden kann.</p><p>&nbsp;</p><p>Ergänzend dazu haben medizinische Fachgesellschaften und Gesundheitsakteure bereits Initiativen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die Hirngesundheit und zur Präventionsförderung lanciert. Der Bundesrat begrüsst diese Initiativen aus Fachkreisen sehr. So verfolgt beispielsweise der 2023 angelaufene «Swiss Brain Health Plan» fünf strategische Ziele, darunter die interprofessionelle Ausbildung, die Erforschung der Determinanten der Hirngesundheit und die Stärkung der Patientenkompetenz (<a href="http://www.sfcns.ch"><u>www.sfcns.ch</u></a> &gt; Swiss Brain Health Plan).</p><p>&nbsp;</p><p>Gleichzeitig hat sich der Bundesrat für die Annahme des Postulats Rumy 25.4211 «Stärkung der Eigenverantwortung durch Gesundheitskompetenz» ausgesprochen. Er ist somit bereit, in einem Bericht die bestehenden Angebote im Bereich der Gesundheitskompetenz darzulegen und das Optimierungspotenzial – insbesondere im Hinblick auf die Chancengerechtigkeit und die Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen – zu prüfen.</p><p>&nbsp;</p><p>Es erscheint daher angebracht, die Ergebnisse und Schlussfolgerungen dieses Berichts abzuwarten, bevor weitere Massnahmen in diesem Bereich in Betracht gezogen werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Schliesslich ist angesichts der von Bundesrat und Parlament beschlossenen Sparmassnahmen eine verstärkte Priorisierung der Bundesaufgaben und -ausgaben erforderlich. Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung werden Aufgaben und Bereiche mit gesetzlicher Grundlage auf Bundesebene vorrangig behandelt. Es liegt in der Zuständigkeit der Kantone, spezifische Förder- und Präventionsprogramme auszugestalten und umzusetzen. Darin können sie Massnahmen zur Gesundheitskompetenz, auch in Bezug auf die Hirngesundheit, einbeziehen.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund hält der Bundesrat die Ausarbeitung eines Masterplans zur Stärkung der Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit durch den Bund aktuell für nicht angezeigt und beantragt daher die Ablehnung der Motion.</p><p><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</p>
  • <p>Aufgrund der hohen Prävalenz von neurologischen Erkrankungen in der Schweizer Bevölkerung und dem damit verbundenen Anstieg der Gesundheitskosten wird der Bundesrat beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Akteuren der Zivilgesellschaft einen Masterplan zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der breiten Bevölkerung im Hinblick auf die Hirngesundheit auszuarbeiten und umzusetzen.</p>
  • Für eine Offensive zur Stärkung der Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Das Gehirn ist zentral für alle Aspekte des Lebens. Wenig beachtet ist aber die Tatsache, dass die Gesellschaft mit einer zunehmende Belastung durch neurologische Erkrankungen konfrontiert ist. Beispiele dafür sind Demenz, Epilepsie, Hirnschläge, Kopfschmerzen, Multiple Sklerose, Parkinson und Schlafstörungen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie von aussen kaum wahrnehmbar sind.</p><p>&nbsp;</p><p>Neurologische Erkrankungen betreffen mehr als ein Drittel der Bevölkerung und zählen zu den drei Hauptursachen für Tod, Behinderung und steigende Gesundheitskosten. Einer aktuellen Studie zufolge verursachten neurologische Erkrankungen im Jahr 2022 rund 10 Milliarden Franken an Gesundheitskosten. Mit 11 Prozent machen sie den grössten Anteil an den Gesamtkosten aus. Hinzu kommen Produktionsverluste im Umfang von 4 Milliarden Franken. Um diese erhebliche Belastung zu verringern, stehen eigentlich effektive Methoden zur Verfügung. In der Praxis wird das erhebliche Potenzial der Prävention aber nur ungenügend ausgeschöpft. Laut der «Health Literacy Survey Schweiz 2019-2021» hat die Hälfte der Schweizer Bevölkerung Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen. Es ist zu begrüssen, dass der Bundesrat die Prävention von Demenz in seiner NCD-Strategie als Schwerpunkt behandelt. Aber damit werden nur jene Menschen erreicht, die bereits über eine hohe Gesundheitskompetenz verfügen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Für eine effektive Präventionsarbeit gegen neurologische Erkrankungen müssen wir die Gesundheitskompetenz und den Zugang zu Gesundheitsinformationen in der gesamten Bevölkerung stärken. Daher fordere ich den Bundesrat auf, einen Masterplan zu erarbeiten. Dieser muss vorsehen, dass 1) der Zugang zu wissenschaftlichen Informationen unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Vielfalt erleichtert, 2) die Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit in die Gesundheitspolitik der Kantone integriert und 3) die Gesundheitskompetenz auf allen Ebenen der Ausbildung und am Arbeitsplatz eingebunden wird.</p>
    • <p>Die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie; www.bag.admin.ch &gt; Politik &amp; Gesetze &gt; Nationale Gesundheitspolitik &gt; Gesundheitspolitische Strategien &gt; Nationale Gesundheitsstrategien &gt; Nichtübertragbare Krankheiten) bildet einen Referenzrahmen zur Vorbeugung gegen diese Erkrankungen durch die Verminderung von Risikofaktoren und die Stärkung von Schutzfaktoren.</p><p>&nbsp;</p><p>Im Rahmen dieser Strategie stellen die Prävention psychischer Erkrankungen und die Förderung der psychischen Gesundheit einen thematischen Schwerpunkt des NCD-Massnahmenplans 2025–2028 dar. Dieser sieht auch bereichsübergreifende Massnahmen vor, die ebenfalls zur Hirngesundheit beitragen. Dazu gehören insbesondere die Förderung von Bewegung und ausgewogener Ernährung sowie Massnahmen zur Reduzierung des Tabak- und Alkoholkonsums. Im Rahmen der Ausarbeitung der neuen Strategie, die ab 2029 die nationalen Strategien NCD und Sucht ablöst, wird geprüft, wie die Hirngesundheit einbezogen werden kann.</p><p>&nbsp;</p><p>Ergänzend dazu haben medizinische Fachgesellschaften und Gesundheitsakteure bereits Initiativen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die Hirngesundheit und zur Präventionsförderung lanciert. Der Bundesrat begrüsst diese Initiativen aus Fachkreisen sehr. So verfolgt beispielsweise der 2023 angelaufene «Swiss Brain Health Plan» fünf strategische Ziele, darunter die interprofessionelle Ausbildung, die Erforschung der Determinanten der Hirngesundheit und die Stärkung der Patientenkompetenz (<a href="http://www.sfcns.ch"><u>www.sfcns.ch</u></a> &gt; Swiss Brain Health Plan).</p><p>&nbsp;</p><p>Gleichzeitig hat sich der Bundesrat für die Annahme des Postulats Rumy 25.4211 «Stärkung der Eigenverantwortung durch Gesundheitskompetenz» ausgesprochen. Er ist somit bereit, in einem Bericht die bestehenden Angebote im Bereich der Gesundheitskompetenz darzulegen und das Optimierungspotenzial – insbesondere im Hinblick auf die Chancengerechtigkeit und die Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen – zu prüfen.</p><p>&nbsp;</p><p>Es erscheint daher angebracht, die Ergebnisse und Schlussfolgerungen dieses Berichts abzuwarten, bevor weitere Massnahmen in diesem Bereich in Betracht gezogen werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Schliesslich ist angesichts der von Bundesrat und Parlament beschlossenen Sparmassnahmen eine verstärkte Priorisierung der Bundesaufgaben und -ausgaben erforderlich. Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung werden Aufgaben und Bereiche mit gesetzlicher Grundlage auf Bundesebene vorrangig behandelt. Es liegt in der Zuständigkeit der Kantone, spezifische Förder- und Präventionsprogramme auszugestalten und umzusetzen. Darin können sie Massnahmen zur Gesundheitskompetenz, auch in Bezug auf die Hirngesundheit, einbeziehen.</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund hält der Bundesrat die Ausarbeitung eines Masterplans zur Stärkung der Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit durch den Bund aktuell für nicht angezeigt und beantragt daher die Ablehnung der Motion.</p><p><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</p>
    • <p>Aufgrund der hohen Prävalenz von neurologischen Erkrankungen in der Schweizer Bevölkerung und dem damit verbundenen Anstieg der Gesundheitskosten wird der Bundesrat beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Akteuren der Zivilgesellschaft einen Masterplan zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der breiten Bevölkerung im Hinblick auf die Hirngesundheit auszuarbeiten und umzusetzen.</p>
    • Für eine Offensive zur Stärkung der Gesundheitskompetenz im Bereich der Hirngesundheit

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