Automatisierte Analyse der Produktion von RTS Première. Wie beurteilt der Bundesrat die Ergebnisse im Lichte des Service-public-Auftrags?

ShortId
25.4777
Id
20254777
Updated
11.02.2026 15:50
Language
de
Title
Automatisierte Analyse der Produktion von RTS Première. Wie beurteilt der Bundesrat die Ergebnisse im Lichte des Service-public-Auftrags?
AdditionalIndexing
04;34
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><u><span>Fragen 1 und 5</span></u></p><p><span>Der Bundesrat hat Kenntnis von dieser Studie wie auch von weiteren inhaltsanalytischen Untersuchungen zu den Programmen der SRG. Auch lässt das BAKOM die Programme der SRG im Rahmen seiner Aufsichtstätigkeit seit 2013 regelmässig wissenschaftlich untersuchen (</span><a href="http://www.bakom.admin.ch"><u><span>www.bakom.admin.ch</span></u></a><span> &gt;Medien &gt; Studien &gt; Aufsichtsforschung). Generell leisten wissenschaftliche Studien zur SRG und den privaten konzessionierten Radio- und Fernsehveranstaltern einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über den medialen Service public. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><u><span>Frage 2</span></u></p><p><span>Die AGORA-Studie kommt zum Schluss, dass die Berichterstattung der SRG auf dem politischen Links-Rechts-Schema nahe beim Nullwert liegt. Dieser Befund deckt sich mit einer Untersuchung der Universität Zürich, die die Berichterstattung u.a. der SRG über 44 Volksabstimmungen im Zeitraum zwischen 2018 und 2023 untersucht hat und ihr eine politisch ausgewogene Positionierung zuschreibt. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><u><span>Fragen 3,4 und 6</span></u></p><p><span>Die Konzession verpflichtet die SRG unter anderem zu einer vielfältigen Berichterstattung (Art. 4 Abs. 1 SRG-Konzession). In den oben in der Antwort zu den Fragen 1 und 5 erwähnten Studien im Auftrag des BAKOM werden bereits mehrere Vielfaltsdimensionen gemäss den Vorgaben der Konzession untersucht, darunter die Themenvielfalt, Ortsvielfalt, Meinungsvielfalt und die Vielfalt der in den Programmen zu Wort kommenden Akteursgruppen. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass damit die wesentlichen Vielfalts-Aspekte bereits untersucht werden. Die von verschiedenen wissenschaftlichen Instituten und Universitäten durchgeführten Studien zeigen zudem, dass die Programme der SRG die Anforderungen in den verschiedenen Vielfaltsdimensionen insgesamt erfüllen. Darüber hinaus betreibt die SRG nach Art. 4 Abs. 2 ihrer Konzession ein Qualitätssicherungssystem in Bezug auf diese Verpflichtungen und veröffentlicht die entsprechenden Standards (Art. 4 Abs. 3 SRG-Konzession). </span></p></span>
  • <p>In einer kürzlich unter dem Namen Agora veröffentlichten Analyse wurde die Produktion der wichtigsten Informationssendungen von RTS&nbsp;Première über den Zeitraum eines ganzen Jahres systematisch und automatisiert untersucht.</p><p>&nbsp;</p><p>Der online frei zugängliche Bericht für das Jahr&nbsp;2025 hält insbesondere fest:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>eine insgesamt gute Qualität der faktenbasierten Berichterstattung&nbsp;(Nachrichten, Kurzmeldungen);</li><li>eine leichte, jedoch über die Zeit konstante ideologische Tendenz, die vom Deutungsrahmen her eher als&nbsp;«links-progressiv» eingestuft werden kann;</li><li>eine Vielfalt der Perspektiven, die überwiegend durch externe Gesprächspartnerinnen und -partner eingebracht wird und seltener durch die Journalistinnen und Journalisten selbst;</li><li>wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Sendungen, wobei einige eine deutlicher ausgeprägte Tendenz als der Durchschnitt aufweisen.</li></ul><p>Ohne den Anspruch zu erheben, die Debatte über Medienneutralität abschliessend zu führen, wirft die auf öffentlich zugänglichen Daten und einem umfangreichen Korpus beruhende Analyse legitime Fragen zur Auslegung des verfassungsmässigen Auftrags der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft&nbsp;(SRG) auf.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Hat der Bundesrat von dieser Studie oder von vergleichbaren auf quantitativen Methoden beruhenden Analysen zur Informationsproduktion der RTS Kenntnis genommen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Feststellung, dass eine leichte, aber über die Zeit konstante ideologische Tendenz erkennbar ist, ohne dass diese in Form expliziter Meinungsäusserungen von Journalistinnen und Journalisten zum Ausdruck kommt?</li><li>Ist der Bundesrat der Auffassung, dass die im Service-public-Auftrag geforderte Vielfalt ausschliesslich anhand der Diversität der eingeladenen Gäste zu beurteilen ist, oder auch anhand journalistischer Rahmungen, der Themenwahl und der Fragestellung?</li><li>Bestehen innerhalb der SRG oder unter Aufsicht des Bundesamtes für Kommunikation Instrumente, mit denen redaktionelle Rahmungen systematisch und regelmässig erfasst werden können, über die rein formale Einhaltung der Ausgewogenheit der Redezeiten hinaus?</li><li>Hält es der Bundesrat für wünschenswert, dass unabhängige Analyseinstrumente auf der Grundlage transparenter und reproduzierbarer Methoden zur öffentlichen Diskussion über Qualität und Vielfalt der Service-public-Information beitragen?</li><li>Und beabsichtigt der Bundesrat, unter Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit, die Entwicklung differenzierterer Indikatoren zu fördern oder zu unterstützen, mit welchen sich die tatsächliche Vielfalt der Perspektiven in den Medien des Service&nbsp;public beurteilen lässt?</li></ol>
  • Automatisierte Analyse der Produktion von RTS Première. Wie beurteilt der Bundesrat die Ergebnisse im Lichte des Service-public-Auftrags?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><u><span>Fragen 1 und 5</span></u></p><p><span>Der Bundesrat hat Kenntnis von dieser Studie wie auch von weiteren inhaltsanalytischen Untersuchungen zu den Programmen der SRG. Auch lässt das BAKOM die Programme der SRG im Rahmen seiner Aufsichtstätigkeit seit 2013 regelmässig wissenschaftlich untersuchen (</span><a href="http://www.bakom.admin.ch"><u><span>www.bakom.admin.ch</span></u></a><span> &gt;Medien &gt; Studien &gt; Aufsichtsforschung). Generell leisten wissenschaftliche Studien zur SRG und den privaten konzessionierten Radio- und Fernsehveranstaltern einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über den medialen Service public. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><u><span>Frage 2</span></u></p><p><span>Die AGORA-Studie kommt zum Schluss, dass die Berichterstattung der SRG auf dem politischen Links-Rechts-Schema nahe beim Nullwert liegt. Dieser Befund deckt sich mit einer Untersuchung der Universität Zürich, die die Berichterstattung u.a. der SRG über 44 Volksabstimmungen im Zeitraum zwischen 2018 und 2023 untersucht hat und ihr eine politisch ausgewogene Positionierung zuschreibt. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><u><span>Fragen 3,4 und 6</span></u></p><p><span>Die Konzession verpflichtet die SRG unter anderem zu einer vielfältigen Berichterstattung (Art. 4 Abs. 1 SRG-Konzession). In den oben in der Antwort zu den Fragen 1 und 5 erwähnten Studien im Auftrag des BAKOM werden bereits mehrere Vielfaltsdimensionen gemäss den Vorgaben der Konzession untersucht, darunter die Themenvielfalt, Ortsvielfalt, Meinungsvielfalt und die Vielfalt der in den Programmen zu Wort kommenden Akteursgruppen. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass damit die wesentlichen Vielfalts-Aspekte bereits untersucht werden. Die von verschiedenen wissenschaftlichen Instituten und Universitäten durchgeführten Studien zeigen zudem, dass die Programme der SRG die Anforderungen in den verschiedenen Vielfaltsdimensionen insgesamt erfüllen. Darüber hinaus betreibt die SRG nach Art. 4 Abs. 2 ihrer Konzession ein Qualitätssicherungssystem in Bezug auf diese Verpflichtungen und veröffentlicht die entsprechenden Standards (Art. 4 Abs. 3 SRG-Konzession). </span></p></span>
    • <p>In einer kürzlich unter dem Namen Agora veröffentlichten Analyse wurde die Produktion der wichtigsten Informationssendungen von RTS&nbsp;Première über den Zeitraum eines ganzen Jahres systematisch und automatisiert untersucht.</p><p>&nbsp;</p><p>Der online frei zugängliche Bericht für das Jahr&nbsp;2025 hält insbesondere fest:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>eine insgesamt gute Qualität der faktenbasierten Berichterstattung&nbsp;(Nachrichten, Kurzmeldungen);</li><li>eine leichte, jedoch über die Zeit konstante ideologische Tendenz, die vom Deutungsrahmen her eher als&nbsp;«links-progressiv» eingestuft werden kann;</li><li>eine Vielfalt der Perspektiven, die überwiegend durch externe Gesprächspartnerinnen und -partner eingebracht wird und seltener durch die Journalistinnen und Journalisten selbst;</li><li>wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Sendungen, wobei einige eine deutlicher ausgeprägte Tendenz als der Durchschnitt aufweisen.</li></ul><p>Ohne den Anspruch zu erheben, die Debatte über Medienneutralität abschliessend zu führen, wirft die auf öffentlich zugänglichen Daten und einem umfangreichen Korpus beruhende Analyse legitime Fragen zur Auslegung des verfassungsmässigen Auftrags der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft&nbsp;(SRG) auf.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Hat der Bundesrat von dieser Studie oder von vergleichbaren auf quantitativen Methoden beruhenden Analysen zur Informationsproduktion der RTS Kenntnis genommen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Feststellung, dass eine leichte, aber über die Zeit konstante ideologische Tendenz erkennbar ist, ohne dass diese in Form expliziter Meinungsäusserungen von Journalistinnen und Journalisten zum Ausdruck kommt?</li><li>Ist der Bundesrat der Auffassung, dass die im Service-public-Auftrag geforderte Vielfalt ausschliesslich anhand der Diversität der eingeladenen Gäste zu beurteilen ist, oder auch anhand journalistischer Rahmungen, der Themenwahl und der Fragestellung?</li><li>Bestehen innerhalb der SRG oder unter Aufsicht des Bundesamtes für Kommunikation Instrumente, mit denen redaktionelle Rahmungen systematisch und regelmässig erfasst werden können, über die rein formale Einhaltung der Ausgewogenheit der Redezeiten hinaus?</li><li>Hält es der Bundesrat für wünschenswert, dass unabhängige Analyseinstrumente auf der Grundlage transparenter und reproduzierbarer Methoden zur öffentlichen Diskussion über Qualität und Vielfalt der Service-public-Information beitragen?</li><li>Und beabsichtigt der Bundesrat, unter Wahrung der redaktionellen Unabhängigkeit, die Entwicklung differenzierterer Indikatoren zu fördern oder zu unterstützen, mit welchen sich die tatsächliche Vielfalt der Perspektiven in den Medien des Service&nbsp;public beurteilen lässt?</li></ol>
    • Automatisierte Analyse der Produktion von RTS Première. Wie beurteilt der Bundesrat die Ergebnisse im Lichte des Service-public-Auftrags?

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