Keine weiteren behindernde Temporeduktionen auf Schweizer Autobahnen
- ShortId
-
25.4799
- Id
-
20254799
- Updated
-
18.02.2026 13:48
- Language
-
de
- Title
-
Keine weiteren behindernde Temporeduktionen auf Schweizer Autobahnen
- AdditionalIndexing
-
48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das ASTRA plant, die Temporeduktion auf 80 km/h auf weiteren Abschnitten des Schweizer Autobahnnetzes auszuweiten. Dieser Schritt ist aus verkehrstechnischer wie auch volkswirtschaftlicher Sicht der falsche Weg. Die Nationalstrassen sind das Rückgrat der Mobilität in der Schweiz. Obwohl sie nur rund drei Prozent des gesamten Strassennetzes ausmachen, wurden 2024 über 40 Prozent aller Fahrzeugkilometer auf ihnen zurückgelegt – insgesamt 29,8 Milliarden Kilometer. Mit 55'569 Staustunden nahm jedoch auch die Überlastung weiter zu.</p><p>Häufige und grossflächige Tempowechsel destabilisieren den Verkehrsfluss, erhöhen die Unfallgefahr und führen zu ineffizientem Fahrverhalten. Sie erzeugen genau jene Staus, die sie angeblich verhindern sollen. Dies zeigt sich exemplarisch auf der A2 im Raum Pratteln, wo trotz Tempo 80 regelmässig Stauzeiten von bis zu 45 Minuten auftreten.</p><p>Die Schweiz verfügt über eines der modernsten Strassennetze und den technisch fortschrittlichsten Fahrzeugpark Europas. Die Fahrzeuge sind sicherer, die Bremswege kürzer, die Assistenzsysteme leistungsfähiger als je zuvor. Gleichzeitig gehören die gesetzlichen Fahrzeugkontrollen zu den strengsten weltweit. Vor diesem Hintergrund ist eine Absenkung der Regelgeschwindigkeit auf Autobahnen verkehrspolitisch nicht zu rechtfertigen.</p><p>Ein pauschales Absenken der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen erhöht die Komplexität des Verkehrsflusses und trägt nicht zur angestrebten Entlastung bei – im Gegenteil: Häufige Wechsel der Tempolimiten führen nachweislich zu Verunsicherung bei den Verkehrsteilnehmenden, zu ineffizientem Fahrverhalten, erhöhtem Unfallrisiko und zusätzlichem Stauaufkommen. Genau das lässt sich auf Abschnitten wie der A2 bei Pratteln beobachten, wo trotz Tempo 80 nach wie vor regelmässig Stauzeiten von bis zu 45 Minuten gemessen werden.</p>
- <span><p><span>Der Bundesrat beabsichtigt keineswegs, auf den Nationalstrassen flächendeckend Tempo 80 statisch zu signalisieren. Eine statische Signalisierung von Tempo 80 erfolgt gestützt auf Artikel 108 der Signalisationsverordnung (SSV; SR </span><em><span>741.21</span></em><span>) gezielt, situationsabhängig und räumlich begrenzt. Sie erfolgt dort, wo eine Temporeduktion aus Gründen der Verkehrssicherheit angezeigt ist, als Folge der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus Lärmschutzgründen sowie für Baustellen oder Unterhaltsarbeiten. Darüber hinaus kann Tempo 80 im Verkehrsmanagement als temporäre Massnahme zur Stabilisierung des Verkehrsflusses eingesetzt werden. Die Anordnung von Tempo 80 muss verfügt und publiziert werden (Art.</span><span> </span><span>107 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 4 SSV).</span></p><p><span> </span></p><p><span>Temporeduktionen zur Stabilisierung des Verkehrsflusses können notwendig sein, weil die Nationalstrassen auf zahlreichen Abschnitten regelmässig überlastet sind. Dies zeigt sich in den seit Jahren zunehmenden Staustunden. Solange ein Kapazitätsausbau auf den betroffenen Abschnitten nicht realisiert werden kann, trägt der Einsatz von Geschwindigkeitsharmonisierungsanlagen dazu bei, den Verkehrsfluss zu stabilisieren und Stausituationen zu vermeiden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Bei Tempo 80 sind die Personenwagen gleich schnell unterwegs wie die Lastwagen. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion der Überholvorgänge und begünstigt auf zweispurigen Autobahnen eine deutlich ausgewogenere Auslastung der Überhol- und der Normalspur. Zudem führt eine harmonisierte Geschwindigkeit auf einem tieferen Niveau von 80 km/h generell zu einem gleichmässigeren Verkehrsablauf mit kürzeren Abständen, weniger Fahrspurwechseln und damit verbunden auch weniger abrupten Bremsmanövern. Dadurch kann die vorhandene Infrastruktur effizienter genutzt werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Geschwindigkeitsharmonisierungsanlagen werden erst aktiviert, wenn die Systeme eine drohende Verkehrsüberlastung detektieren. Sobald sich die Verkehrslage normalisiert, wird die Temporeduktion wieder aufgehoben.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Ein Verzicht auf den Einsatz solcher Anlagen würde zu häufigeren und ausgeprägteren Stausituationen führen. Staus wirken sich negativ auf das Verkehrssicherheitsniveau aus, verlängern die Fahrzeiten und führen zu unerwünschtem Ausweichverkehr auf das nachgelagerte Strassennetz.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, auf die flächendeckende oder statische Ausweitung von Tempo 80km/h auf Schweizer Autobahnen zu verzichten. Darüber hinaus hat der Bundesrat sicherzustellen, dass Geschwindigkeitsreduktionen auf 80 km/h (insbesondere mittels Verkehrsbeeinflussungsanlagen) ausschliesslich als situative, dynamische Massnahme zur unmittelbaren Bewältigung von akuten Verkehrsüberlastungen oder Sicherheitsrisiken eingesetzt werden.»?</p>
- Keine weiteren behindernde Temporeduktionen auf Schweizer Autobahnen
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Das ASTRA plant, die Temporeduktion auf 80 km/h auf weiteren Abschnitten des Schweizer Autobahnnetzes auszuweiten. Dieser Schritt ist aus verkehrstechnischer wie auch volkswirtschaftlicher Sicht der falsche Weg. Die Nationalstrassen sind das Rückgrat der Mobilität in der Schweiz. Obwohl sie nur rund drei Prozent des gesamten Strassennetzes ausmachen, wurden 2024 über 40 Prozent aller Fahrzeugkilometer auf ihnen zurückgelegt – insgesamt 29,8 Milliarden Kilometer. Mit 55'569 Staustunden nahm jedoch auch die Überlastung weiter zu.</p><p>Häufige und grossflächige Tempowechsel destabilisieren den Verkehrsfluss, erhöhen die Unfallgefahr und führen zu ineffizientem Fahrverhalten. Sie erzeugen genau jene Staus, die sie angeblich verhindern sollen. Dies zeigt sich exemplarisch auf der A2 im Raum Pratteln, wo trotz Tempo 80 regelmässig Stauzeiten von bis zu 45 Minuten auftreten.</p><p>Die Schweiz verfügt über eines der modernsten Strassennetze und den technisch fortschrittlichsten Fahrzeugpark Europas. Die Fahrzeuge sind sicherer, die Bremswege kürzer, die Assistenzsysteme leistungsfähiger als je zuvor. Gleichzeitig gehören die gesetzlichen Fahrzeugkontrollen zu den strengsten weltweit. Vor diesem Hintergrund ist eine Absenkung der Regelgeschwindigkeit auf Autobahnen verkehrspolitisch nicht zu rechtfertigen.</p><p>Ein pauschales Absenken der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen erhöht die Komplexität des Verkehrsflusses und trägt nicht zur angestrebten Entlastung bei – im Gegenteil: Häufige Wechsel der Tempolimiten führen nachweislich zu Verunsicherung bei den Verkehrsteilnehmenden, zu ineffizientem Fahrverhalten, erhöhtem Unfallrisiko und zusätzlichem Stauaufkommen. Genau das lässt sich auf Abschnitten wie der A2 bei Pratteln beobachten, wo trotz Tempo 80 nach wie vor regelmässig Stauzeiten von bis zu 45 Minuten gemessen werden.</p>
- <span><p><span>Der Bundesrat beabsichtigt keineswegs, auf den Nationalstrassen flächendeckend Tempo 80 statisch zu signalisieren. Eine statische Signalisierung von Tempo 80 erfolgt gestützt auf Artikel 108 der Signalisationsverordnung (SSV; SR </span><em><span>741.21</span></em><span>) gezielt, situationsabhängig und räumlich begrenzt. Sie erfolgt dort, wo eine Temporeduktion aus Gründen der Verkehrssicherheit angezeigt ist, als Folge der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus Lärmschutzgründen sowie für Baustellen oder Unterhaltsarbeiten. Darüber hinaus kann Tempo 80 im Verkehrsmanagement als temporäre Massnahme zur Stabilisierung des Verkehrsflusses eingesetzt werden. Die Anordnung von Tempo 80 muss verfügt und publiziert werden (Art.</span><span> </span><span>107 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 4 SSV).</span></p><p><span> </span></p><p><span>Temporeduktionen zur Stabilisierung des Verkehrsflusses können notwendig sein, weil die Nationalstrassen auf zahlreichen Abschnitten regelmässig überlastet sind. Dies zeigt sich in den seit Jahren zunehmenden Staustunden. Solange ein Kapazitätsausbau auf den betroffenen Abschnitten nicht realisiert werden kann, trägt der Einsatz von Geschwindigkeitsharmonisierungsanlagen dazu bei, den Verkehrsfluss zu stabilisieren und Stausituationen zu vermeiden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Bei Tempo 80 sind die Personenwagen gleich schnell unterwegs wie die Lastwagen. Dies führt zu einer deutlichen Reduktion der Überholvorgänge und begünstigt auf zweispurigen Autobahnen eine deutlich ausgewogenere Auslastung der Überhol- und der Normalspur. Zudem führt eine harmonisierte Geschwindigkeit auf einem tieferen Niveau von 80 km/h generell zu einem gleichmässigeren Verkehrsablauf mit kürzeren Abständen, weniger Fahrspurwechseln und damit verbunden auch weniger abrupten Bremsmanövern. Dadurch kann die vorhandene Infrastruktur effizienter genutzt werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Geschwindigkeitsharmonisierungsanlagen werden erst aktiviert, wenn die Systeme eine drohende Verkehrsüberlastung detektieren. Sobald sich die Verkehrslage normalisiert, wird die Temporeduktion wieder aufgehoben.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Ein Verzicht auf den Einsatz solcher Anlagen würde zu häufigeren und ausgeprägteren Stausituationen führen. Staus wirken sich negativ auf das Verkehrssicherheitsniveau aus, verlängern die Fahrzeiten und führen zu unerwünschtem Ausweichverkehr auf das nachgelagerte Strassennetz.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, auf die flächendeckende oder statische Ausweitung von Tempo 80km/h auf Schweizer Autobahnen zu verzichten. Darüber hinaus hat der Bundesrat sicherzustellen, dass Geschwindigkeitsreduktionen auf 80 km/h (insbesondere mittels Verkehrsbeeinflussungsanlagen) ausschliesslich als situative, dynamische Massnahme zur unmittelbaren Bewältigung von akuten Verkehrsüberlastungen oder Sicherheitsrisiken eingesetzt werden.»?</p>
- Keine weiteren behindernde Temporeduktionen auf Schweizer Autobahnen
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