Begrenzung der PFAS-Emissionen. Eine Kampagne zum Rückruf und zur Entsorgung von fluorierten Wachsen

ShortId
25.4810
Id
20254810
Updated
18.02.2026 17:27
Language
de
Title
Begrenzung der PFAS-Emissionen. Eine Kampagne zum Rückruf und zur Entsorgung von fluorierten Wachsen
AdditionalIndexing
2841;28;15;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>PFAS sind sogenannte «Ewigkeitschemikalien», die sich sowohl in der Umwelt als auch im menschlichen Körper anreichern und die Gesundheit beeinträchtigen können. Es gilt als erwiesen, dass es sich dabei um endokrine Disruptoren handelt. Sie werden in zahlreichen industriell hergestellten Alltagsprodukten eingesetzt und können auf unterschiedlichen Wegen in den Körper gelangen. Bei Skiwachsen&nbsp;(fluorierten Wachsen) erfolgt die Aufnahme insbesondere durch Abrieb sowie über die Atemwege, wodurch sich PFAS im Organismus anreichern und schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen können, insbesondere des Hormonsystems.</p><p>Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt deshalb seit&nbsp;2020, auf den Einsatz von PFAS-haltigen Wachsen zum Präparieren von Skis zu verzichten. Der Internationale Skiverband&nbsp;(FIS) sowie die Internationale Biathlon-Union&nbsp;(IBU) haben darauf reagiert und die Verwendung fluorierter Wachse in Wettkämpfen ab der Saison&nbsp;2023–2024 untersagt.</p><p>Analysen der Empa aus dem März 2025 haben jedoch gezeigt, dass viele Amateurskifahrerinnen und -fahrer weiterhin fluorierte Wachse verwenden, und auch Medienberichte aus dem letzten Monaten haben bestätigt, dass fluorierte Wachse im Amateursport weiterhin zum Einsatz kommen.</p><p>Den Forscherinnen und Forschern zufolge ist ein Grossteil der im Schnee vorhandenen PFAS nicht auf böswillige Absichten der Skifahrer zurückzuführen, sondern auf ein noch unzureichendes Bewusstsein bei Amateursportlerinnen und -sportlern. Obwohl viele Anbieter ihre Produktpalette ganz oder teilweise umgestellt haben, reicht ein Wachsblock für viele Jahre aus, und fast alle alten Wachse enthalten PFAS.</p>
  • <span><p>Der Bundesrat nimmt die Belastung von Mensch und Umwelt durch PFAS ernst. Deshalb hat er die nach heutigem Kenntnisstand besorgniserregendsten PFAS bereits in Anhang 1.16 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV; SR&nbsp;814.81) reguliert. Verboten sind das Inverkehrbringen und die Verwendung langkettiger Perfluorcarbonsäuren und Perfluorsulfonsäuren, inklusive ihrer Vorläuferverbindungen. Ab dem 1.&nbsp;November 2026 ist auch das Inverkehrbringen von Perfluorhexansäure und deren Vorläuferverbindungen verboten. Diese Regulierungen betreffen auch PFAS in Skiwachs. Die Regelungen stehen im Einklang mit denjenigen der EU und internationalen Verpflichtungen.</p><p>&nbsp;</p><p>Für den Vollzug der in der ChemRRV vorgeschriebenen Einschränkungen PFAS-haltiger Skiwachse sind die Kantone zuständig. Die Kantone fördern zudem das umweltgerechte Verhalten (<a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2015/366/de#art_90">Art. 90 Abs. 2 Chemikalienverordnung; SR 813.11</a>). Die zuständigen Bundesstellen unterstützen die Kantone im Rahmen ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten beim Vollzug des Chemikalienrechts (Art. 51 und 38 Abs. 2 Umweltschutzgesetz; SR&nbsp;814.01).</p><p>&nbsp;</p><p>Eine Rückruf- und Entsorgungskampagne für alle PFAS-haltigen Skiwachse ist eine Massnahme, welche im Rahmen der Erarbeitung des PFAS-Aktionsplans (vgl. Bericht in Erfüllung des <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20224585"><u>22.4585 Postulats Moser</u></a>) geprüft werden soll. Eine allfällige Kampagne müsste sinnvollerweise gemeinsam mit den kantonalen Vollzugsbehörden und anderen Partnern wie Abgeber von Skiwachs durchgeführt werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bund stellt bereits heute Informationen zum Thema zur Verfügung, wie z.&nbsp;B. im Bericht des BAFU zu Skiwachs (<a href="http://www.bafu.admin.ch"><u>www.bafu.admin.ch</u></a> &gt; Themen &gt; Chemikalien &gt; Vorschriften für bestimmte Stoffe &gt; Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) &gt; weiterführende Informationen &gt; «Bericht Skiwachs»). </p><p>&nbsp;</p><p>Des Weiteren bestehen verschiedene Informations- und Sensibilisierungskampagnen, die schon jetzt die Bevölkerung auf die Thematik aufmerksam machen. So ruft die Kampagne der Summit Foundation (<a href="https://summit-foundation.org"><u>https://summit-foundation.org</u></a> &gt; Sensibilisierung &gt; Swisch) dazu auf, nur noch PFAS-freie Skiwachse einzusetzen, am Engadin Skimarathon ist fluorierter Skiwachs seit 2023 verboten (<a href="https://engadin-skimarathon.ch"><u>https://engadin-skimarathon.ch</u></a> &gt; Service &gt; Fluorwaxverbot), und auch Empa und Eawag fordern zum Einsatz von fluorfreien Wachsen auf (<a href="http://www.empa.ch"><u>www.empa.ch</u></a> &gt; News &amp; Medien &gt; News Archive &gt; News 2025 &gt; Chemikalien auf der Loipe).</p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Akteuren eine Rückruf- und Entsorgungskampagne für alle PFAS-haltigen Skiwachse zu organisieren.&nbsp;</p>
  • Begrenzung der PFAS-Emissionen. Eine Kampagne zum Rückruf und zur Entsorgung von fluorierten Wachsen
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>PFAS sind sogenannte «Ewigkeitschemikalien», die sich sowohl in der Umwelt als auch im menschlichen Körper anreichern und die Gesundheit beeinträchtigen können. Es gilt als erwiesen, dass es sich dabei um endokrine Disruptoren handelt. Sie werden in zahlreichen industriell hergestellten Alltagsprodukten eingesetzt und können auf unterschiedlichen Wegen in den Körper gelangen. Bei Skiwachsen&nbsp;(fluorierten Wachsen) erfolgt die Aufnahme insbesondere durch Abrieb sowie über die Atemwege, wodurch sich PFAS im Organismus anreichern und schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen können, insbesondere des Hormonsystems.</p><p>Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt deshalb seit&nbsp;2020, auf den Einsatz von PFAS-haltigen Wachsen zum Präparieren von Skis zu verzichten. Der Internationale Skiverband&nbsp;(FIS) sowie die Internationale Biathlon-Union&nbsp;(IBU) haben darauf reagiert und die Verwendung fluorierter Wachse in Wettkämpfen ab der Saison&nbsp;2023–2024 untersagt.</p><p>Analysen der Empa aus dem März 2025 haben jedoch gezeigt, dass viele Amateurskifahrerinnen und -fahrer weiterhin fluorierte Wachse verwenden, und auch Medienberichte aus dem letzten Monaten haben bestätigt, dass fluorierte Wachse im Amateursport weiterhin zum Einsatz kommen.</p><p>Den Forscherinnen und Forschern zufolge ist ein Grossteil der im Schnee vorhandenen PFAS nicht auf böswillige Absichten der Skifahrer zurückzuführen, sondern auf ein noch unzureichendes Bewusstsein bei Amateursportlerinnen und -sportlern. Obwohl viele Anbieter ihre Produktpalette ganz oder teilweise umgestellt haben, reicht ein Wachsblock für viele Jahre aus, und fast alle alten Wachse enthalten PFAS.</p>
    • <span><p>Der Bundesrat nimmt die Belastung von Mensch und Umwelt durch PFAS ernst. Deshalb hat er die nach heutigem Kenntnisstand besorgniserregendsten PFAS bereits in Anhang 1.16 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV; SR&nbsp;814.81) reguliert. Verboten sind das Inverkehrbringen und die Verwendung langkettiger Perfluorcarbonsäuren und Perfluorsulfonsäuren, inklusive ihrer Vorläuferverbindungen. Ab dem 1.&nbsp;November 2026 ist auch das Inverkehrbringen von Perfluorhexansäure und deren Vorläuferverbindungen verboten. Diese Regulierungen betreffen auch PFAS in Skiwachs. Die Regelungen stehen im Einklang mit denjenigen der EU und internationalen Verpflichtungen.</p><p>&nbsp;</p><p>Für den Vollzug der in der ChemRRV vorgeschriebenen Einschränkungen PFAS-haltiger Skiwachse sind die Kantone zuständig. Die Kantone fördern zudem das umweltgerechte Verhalten (<a href="https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2015/366/de#art_90">Art. 90 Abs. 2 Chemikalienverordnung; SR 813.11</a>). Die zuständigen Bundesstellen unterstützen die Kantone im Rahmen ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten beim Vollzug des Chemikalienrechts (Art. 51 und 38 Abs. 2 Umweltschutzgesetz; SR&nbsp;814.01).</p><p>&nbsp;</p><p>Eine Rückruf- und Entsorgungskampagne für alle PFAS-haltigen Skiwachse ist eine Massnahme, welche im Rahmen der Erarbeitung des PFAS-Aktionsplans (vgl. Bericht in Erfüllung des <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20224585"><u>22.4585 Postulats Moser</u></a>) geprüft werden soll. Eine allfällige Kampagne müsste sinnvollerweise gemeinsam mit den kantonalen Vollzugsbehörden und anderen Partnern wie Abgeber von Skiwachs durchgeführt werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bund stellt bereits heute Informationen zum Thema zur Verfügung, wie z.&nbsp;B. im Bericht des BAFU zu Skiwachs (<a href="http://www.bafu.admin.ch"><u>www.bafu.admin.ch</u></a> &gt; Themen &gt; Chemikalien &gt; Vorschriften für bestimmte Stoffe &gt; Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) &gt; weiterführende Informationen &gt; «Bericht Skiwachs»). </p><p>&nbsp;</p><p>Des Weiteren bestehen verschiedene Informations- und Sensibilisierungskampagnen, die schon jetzt die Bevölkerung auf die Thematik aufmerksam machen. So ruft die Kampagne der Summit Foundation (<a href="https://summit-foundation.org"><u>https://summit-foundation.org</u></a> &gt; Sensibilisierung &gt; Swisch) dazu auf, nur noch PFAS-freie Skiwachse einzusetzen, am Engadin Skimarathon ist fluorierter Skiwachs seit 2023 verboten (<a href="https://engadin-skimarathon.ch"><u>https://engadin-skimarathon.ch</u></a> &gt; Service &gt; Fluorwaxverbot), und auch Empa und Eawag fordern zum Einsatz von fluorfreien Wachsen auf (<a href="http://www.empa.ch"><u>www.empa.ch</u></a> &gt; News &amp; Medien &gt; News Archive &gt; News 2025 &gt; Chemikalien auf der Loipe).</p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Akteuren eine Rückruf- und Entsorgungskampagne für alle PFAS-haltigen Skiwachse zu organisieren.&nbsp;</p>
    • Begrenzung der PFAS-Emissionen. Eine Kampagne zum Rückruf und zur Entsorgung von fluorierten Wachsen

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