"Peace Prize" für Donald Trump. Verdient die Fifa noch immer ihre privilegierte steuerliche Behandlung in der Schweiz?

ShortId
25.4825
Id
20254825
Updated
18.02.2026 17:22
Language
de
Title
"Peace Prize" für Donald Trump. Verdient die Fifa noch immer ihre privilegierte steuerliche Behandlung in der Schweiz?
AdditionalIndexing
2446;08;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>-</p>
  • <span><p>1.+2. Die FIFA hat Präsident Trump diesen ersten «Peace Prize» aus Gründen verliehen, die ihr eigen sind und die sie für berechtigt hält. Der Bundesrat hat diese Entscheidung zur Kenntnis genommen. Unter Wahrung der Privatautonomie der Sportorganisationen hat er die Angemessenheit dieser Entscheidung nicht zu kommentieren. </p><p>&nbsp;</p><p>3. Die Olympische Charta sieht in Regel&nbsp;50.2 vor, dass die politische Neutralität des Sports gewahrt werden muss, und in Regel&nbsp;25, dass die Autonomie des Sports sichergestellt werden muss. Es ist Sache der Olympischen Bewegung, mit dem IOK an der Spitze, festzustellen, ob und in welchen Fällen diese Neutralität nicht gewahrt ist, und eventuelle Sanktionen zu ergreifen. Unter Einhaltung des Grundsatzes der Privatautonomie liegt es somit nicht in der Kompetenz des Bundesrates, sich dazu zu äussern. </p><p>&nbsp;</p><p>4.+5. Es gibt aus Sicht des Bundesrates keinen direkten Zusammenhang zwischen der Vergabe des «Peace Prize» an den amerikanischen Präsidenten und dem Steuerstatus von internationalen Sportverbänden (IFs), insbesondere der FIFA, in der Schweiz. Es sei daran erinnert, dass der Bundesrat, insbesondere in seiner Antwort auf das Postulat Trede&nbsp;22.4497 «Fifa ohne Steuerprivilegien», bestätigt hat, dass IFs rechtlich gemeinnützige Vereine sind, wodurch sie steuerliche Vorteile geniessen. Eine Überprüfung des Steuerstatus einzig der FIFA aufgrund der Verleihung des «Peace Prize» an Präsident Trump wäre nicht opportun.</p></span>
  • <p>Anlässlich der Auslosung für die nächste Fussballweltmeisterschaft im Jahr 2026 vor einigen Tagen hat Fifa-Präsident Gianni Infantino Donald Trump einen «Peace Prize», den ersten seiner Art, verliehen. Dieses surreale Ereignis wurde von Millionen von verblüfften Zuschauerinnen und Zuschauern im Fernsehen verfolgt. Diese konnten die Motive hinter dieser Geste in einem Moment, bei dem vor allem der Sport im Vordergrund stehen müsste, sicher nicht verstehen. Zudem ging bei den internen Organen der Fifa eine Beschwerde ein, die einen Verstoss gegen das in den Fifa-Statuten festgehaltene Neutralitätsprinzip bemängelt. Die Entscheidung, diesen Preis zu schaffen und ihn Donald Trump zu verleihen, scheint weder Gegenstand eines transparenten internen Verfahrens gewesen zu sein noch auf irgendwelche objektiven Kriterien abgestützt zu sein.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In der Schweiz wird die Fifa steuerlich als Verein und nicht als Unternehmen behandelt (Gewinn- und Kapitalsteuer). Dieser spezielle Status, der häufig mit einer Form der Anerkennung des öffentlichen Interesses verbunden ist, bleibt trotz der Entwicklung der Fifa und des in den letzten Jahren erzielten Gewinns bis heute unverändert. Die neuen Entwicklungen in der Fifa – insbesondere das oben beschriebene Ereignis, das eine sehr beunruhigende Verschiebung hin zur Autokratie erkennen lässt – muss dazu führen, dass dieser Status hinterfragt wird.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich stelle dem Bundesrat deshalb die folgenden Fragen:</p><ol><li>Wie beurteilt es der Bundesrat, dass eine der grössten Sportorganisationen der Welt Donald Trump einen solchen Preis verliehen hat?&nbsp;</li><li>Ist dieses Ereignis kompatibel mit der Vision des Bundesrates von der Verteidigung der Werte des Sports auf globaler Ebene?</li><li>Wird dieser Preis in den Augen des Bundesrates den Neutralitätsansprüchen der Fifa gerecht?&nbsp;</li><li>Ist es Angesichts dieses Ereignisses nicht an der Zeit, den privilegierten Steuerstatus zu hinterfragen, von dem die Fifa in der Schweiz profitiert?</li><li>Ist der Bundesrat zumindest dazu bereit, die privilegierte steuerliche Behandlung an bestimmte Bedingungen zu knüpfen, namentlich an eine stärkere Verpflichtung zur Neutralität oder an eine Form der Zurückhaltung in der Weltpolitik?</li></ol>
  • "Peace Prize" für Donald Trump. Verdient die Fifa noch immer ihre privilegierte steuerliche Behandlung in der Schweiz?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>-</p>
    • <span><p>1.+2. Die FIFA hat Präsident Trump diesen ersten «Peace Prize» aus Gründen verliehen, die ihr eigen sind und die sie für berechtigt hält. Der Bundesrat hat diese Entscheidung zur Kenntnis genommen. Unter Wahrung der Privatautonomie der Sportorganisationen hat er die Angemessenheit dieser Entscheidung nicht zu kommentieren. </p><p>&nbsp;</p><p>3. Die Olympische Charta sieht in Regel&nbsp;50.2 vor, dass die politische Neutralität des Sports gewahrt werden muss, und in Regel&nbsp;25, dass die Autonomie des Sports sichergestellt werden muss. Es ist Sache der Olympischen Bewegung, mit dem IOK an der Spitze, festzustellen, ob und in welchen Fällen diese Neutralität nicht gewahrt ist, und eventuelle Sanktionen zu ergreifen. Unter Einhaltung des Grundsatzes der Privatautonomie liegt es somit nicht in der Kompetenz des Bundesrates, sich dazu zu äussern. </p><p>&nbsp;</p><p>4.+5. Es gibt aus Sicht des Bundesrates keinen direkten Zusammenhang zwischen der Vergabe des «Peace Prize» an den amerikanischen Präsidenten und dem Steuerstatus von internationalen Sportverbänden (IFs), insbesondere der FIFA, in der Schweiz. Es sei daran erinnert, dass der Bundesrat, insbesondere in seiner Antwort auf das Postulat Trede&nbsp;22.4497 «Fifa ohne Steuerprivilegien», bestätigt hat, dass IFs rechtlich gemeinnützige Vereine sind, wodurch sie steuerliche Vorteile geniessen. Eine Überprüfung des Steuerstatus einzig der FIFA aufgrund der Verleihung des «Peace Prize» an Präsident Trump wäre nicht opportun.</p></span>
    • <p>Anlässlich der Auslosung für die nächste Fussballweltmeisterschaft im Jahr 2026 vor einigen Tagen hat Fifa-Präsident Gianni Infantino Donald Trump einen «Peace Prize», den ersten seiner Art, verliehen. Dieses surreale Ereignis wurde von Millionen von verblüfften Zuschauerinnen und Zuschauern im Fernsehen verfolgt. Diese konnten die Motive hinter dieser Geste in einem Moment, bei dem vor allem der Sport im Vordergrund stehen müsste, sicher nicht verstehen. Zudem ging bei den internen Organen der Fifa eine Beschwerde ein, die einen Verstoss gegen das in den Fifa-Statuten festgehaltene Neutralitätsprinzip bemängelt. Die Entscheidung, diesen Preis zu schaffen und ihn Donald Trump zu verleihen, scheint weder Gegenstand eines transparenten internen Verfahrens gewesen zu sein noch auf irgendwelche objektiven Kriterien abgestützt zu sein.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In der Schweiz wird die Fifa steuerlich als Verein und nicht als Unternehmen behandelt (Gewinn- und Kapitalsteuer). Dieser spezielle Status, der häufig mit einer Form der Anerkennung des öffentlichen Interesses verbunden ist, bleibt trotz der Entwicklung der Fifa und des in den letzten Jahren erzielten Gewinns bis heute unverändert. Die neuen Entwicklungen in der Fifa – insbesondere das oben beschriebene Ereignis, das eine sehr beunruhigende Verschiebung hin zur Autokratie erkennen lässt – muss dazu führen, dass dieser Status hinterfragt wird.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich stelle dem Bundesrat deshalb die folgenden Fragen:</p><ol><li>Wie beurteilt es der Bundesrat, dass eine der grössten Sportorganisationen der Welt Donald Trump einen solchen Preis verliehen hat?&nbsp;</li><li>Ist dieses Ereignis kompatibel mit der Vision des Bundesrates von der Verteidigung der Werte des Sports auf globaler Ebene?</li><li>Wird dieser Preis in den Augen des Bundesrates den Neutralitätsansprüchen der Fifa gerecht?&nbsp;</li><li>Ist es Angesichts dieses Ereignisses nicht an der Zeit, den privilegierten Steuerstatus zu hinterfragen, von dem die Fifa in der Schweiz profitiert?</li><li>Ist der Bundesrat zumindest dazu bereit, die privilegierte steuerliche Behandlung an bestimmte Bedingungen zu knüpfen, namentlich an eine stärkere Verpflichtung zur Neutralität oder an eine Form der Zurückhaltung in der Weltpolitik?</li></ol>
    • "Peace Prize" für Donald Trump. Verdient die Fifa noch immer ihre privilegierte steuerliche Behandlung in der Schweiz?

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