Trinkwasserverschmutzung im Genfersee
- ShortId
-
25.4827
- Id
-
20254827
- Updated
-
22.01.2026 12:54
- Language
-
de
- Title
-
Trinkwasserverschmutzung im Genfersee
- AdditionalIndexing
-
52;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Jüngste Analysen, die von den Kantonschemikern der Kantone Genf und Waadt im Trinkwasserversorgungsnetz des Genfersees durchgeführt wurden, ergaben einen durchschnittlichen Gehalt an 1,2,4-Triazol von 0,7 Mikrogramm pro Liter (µg/L).</p><p>1,2,4-Triazol ist ein Bestandteil von Arzneimitteln und Agrochemikalien. Es kann auch aus dem Abbau von Pestiziden, Bioziden oder Medikamenten stammen. Diese Werte überschreiten den in der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) festgelegten Höchstwert von 0,1 µg/L.</p><p>Die entlang der Rhone durchgeführten Analysen haben gezeigt, dass die Einträge von 1,2,4-Triazol hauptsächlich aus der Chemiefabrik in Monthey stammen. Die Internationale Kommission zum Schutz der Gewässer des Genfersees (CIPEL) erwähnte in ihren Berichten «Rapports sur les études et recherches entreprises dans le bassin lémanique» von 2023 ebenfalls Chemikalien aus der Industrie. So wurden – in zunehmenden Konzentrationen – beispielsweise Melamin- (Cyanurid) und Tetrachlorphthalsäurekonzentrationen zwischen 0,35 und 0,45 µg/L gemessen.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wieviele Menschen konsumieren Trinkwasser aus dem Genfersee?</p><p>2. Welche Chemikalien verschmutzen das Ökosystem des Genfersees oder das daraus gewonnene Trinkwasser?</p><p>3. Aus welchen Industriezweigen stammen diese Chemikalien, und wie sollen sie hinsichtlich ihrer Ökotoxizität und Humantoxizität bewertet werden?</p><p>4. Welche Massnahmen hat der Bund ergriffen, damit der in der TBDV festgelegte Höchstwert für 1,2,4-Triazol eingehalten wird?</p><p>5. Welche Massnahmen ergreifen die Kantone und der Bund, um die Umweltverschmutzung durch die Industrie zu verhindern?</p><p>6. Wurden die für die Einleitung giftiger Substanzen Verantwortlichen belangt?</p><p>7. Ist der Verursacher für Schäden und zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit der Trinkwasseraufbereitung haftbar?</p>
- Trinkwasserverschmutzung im Genfersee
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Jüngste Analysen, die von den Kantonschemikern der Kantone Genf und Waadt im Trinkwasserversorgungsnetz des Genfersees durchgeführt wurden, ergaben einen durchschnittlichen Gehalt an 1,2,4-Triazol von 0,7 Mikrogramm pro Liter (µg/L).</p><p>1,2,4-Triazol ist ein Bestandteil von Arzneimitteln und Agrochemikalien. Es kann auch aus dem Abbau von Pestiziden, Bioziden oder Medikamenten stammen. Diese Werte überschreiten den in der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) festgelegten Höchstwert von 0,1 µg/L.</p><p>Die entlang der Rhone durchgeführten Analysen haben gezeigt, dass die Einträge von 1,2,4-Triazol hauptsächlich aus der Chemiefabrik in Monthey stammen. Die Internationale Kommission zum Schutz der Gewässer des Genfersees (CIPEL) erwähnte in ihren Berichten «Rapports sur les études et recherches entreprises dans le bassin lémanique» von 2023 ebenfalls Chemikalien aus der Industrie. So wurden – in zunehmenden Konzentrationen – beispielsweise Melamin- (Cyanurid) und Tetrachlorphthalsäurekonzentrationen zwischen 0,35 und 0,45 µg/L gemessen.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wieviele Menschen konsumieren Trinkwasser aus dem Genfersee?</p><p>2. Welche Chemikalien verschmutzen das Ökosystem des Genfersees oder das daraus gewonnene Trinkwasser?</p><p>3. Aus welchen Industriezweigen stammen diese Chemikalien, und wie sollen sie hinsichtlich ihrer Ökotoxizität und Humantoxizität bewertet werden?</p><p>4. Welche Massnahmen hat der Bund ergriffen, damit der in der TBDV festgelegte Höchstwert für 1,2,4-Triazol eingehalten wird?</p><p>5. Welche Massnahmen ergreifen die Kantone und der Bund, um die Umweltverschmutzung durch die Industrie zu verhindern?</p><p>6. Wurden die für die Einleitung giftiger Substanzen Verantwortlichen belangt?</p><p>7. Ist der Verursacher für Schäden und zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit der Trinkwasseraufbereitung haftbar?</p>
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