Einheimische Produktionssysteme fördern anstatt Importbedingungen für mit Chlor behandeltem Hühnerfleisch lockern

ShortId
25.4831
Id
20254831
Updated
18.02.2026 17:20
Language
de
Title
Einheimische Produktionssysteme fördern anstatt Importbedingungen für mit Chlor behandeltem Hühnerfleisch lockern
AdditionalIndexing
15;55;2841;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Produktion von Mastkälbern ist hoch spezialisiert, anspruchsvoll und intensiv. Zudem ist der Antibiotikaeinsatz bei Mastkälbern sehr viel höher als bei Aufzucht- und Mutterkuhkälbern. Viele bäuerliche Kälbermäster sind ausgestiegen, denn die Risiken und die Arbeitsbelastung sind hoch. Wer noch Milch produziert, der liefert sie lieber ab. Das ist weniger risikobehaftet als die Kälbermast. Diese Entwicklungen sind bekannt und es wurden in der Vergangenheit verschiedene Anstrengungen unternommen die Produktionsbedingen zu verbessern und die Tiergesundheit zu erhöhen, u. a. in der AP22+ und zuletzt mit dem Projekt des Konzepts Freiluftkalb. Leider wurde dieses Konzept nicht weitergeführt oder implementiert, trotz der positiven Wirkung. Die herausfordernden Bedingungen und der hohe Antibiotika Einsatz in der Kälbermast bleiben weiterhin bestehen. Auch der Bundesrat "anerkennt [...] den Handlungsbedarf in der Kälberhaltung", wie er in seiner Antwort auf die Motion 24.3607 schreibt. Der Bundesrat ist deshalb gefordert Massnahmen zu prüfen und zu präsentieren, um die Produktionsgrundlagen in der Kälbermast und die Kälbergesundheit zu verbessern. Denn die Produktion von einheimischen Kalbfleisch und Förderung der Kälbergesundheit stärkt nicht nur die lokalen Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze in der Schweiz, es ist zudem nachhaltiger als Fleisch von nicht raufutterverzehrenden Tieren zu importieren, z. B. mit Chlor behandeltes Hühnerfleisch aus den USA.&nbsp;</p>
  • <span><p>Der Bundesrat anerkennt die Bedeutung einer guten Kälbergesundheit sowie die Notwendigkeit, den Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung weiter zu reduzieren. Er hat sich in seiner Stellungnahme zur Motion 24.3607 Wandfluh ausführlich zum Thema Antibiotika-Einsatz in der Kälbermast geäussert. Er hat auf das Projekt «Freiluftkalb» hingewiesen, das aufzeigt, mit welchen Massnahmen der Antibiotika-Einsatz bei Mastkälbern reduziert werden kann: 1.&nbsp;kurzer Transport der Kälber vom Geburts- zum Mastbetrieb ohne Durchmischung von Tieren verschiedener Betriebe; 2. Impfung gegen virale Lungenentzündungserreger und eine mindestens dreiwöchige Quarantäne in einem Einzeliglu; 3. Mast in Gruppenhaltung von bis maximal 10 Tieren bis zum Erreichen des Schlachtgewichts in Grossraumiglus im Freien. Die Massnahmen, welche im Projekt «Freiluftkalb» als Bündel erprobt wurden, sind somit bekannt. Sie könnten als Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen eingeführt werden, würden aber zu mehr Komplexität, weiterer Differenzierung von bestehenden Bestimmungen und zusätzlichem Aufwand für die Mastbetriebe und den Vollzug führen. Zudem besteht bereits ab 1. Juli 2025 eine Pflicht für die Kälberimpfung gegen fieberhafte Atemwegserkrankungen durch die Richtlinie von QM-Schweizer Fleisch. Ein Postulatsbericht dürfte diesbezüglich zu keinen weiteren Erkenntnissen führen. Ebenfalls besteht aus Sicht des Bundesrats kein direkter Zusammenhang zwischen einer Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Kälbermast und dem Import von Geflügelfleisch, da die beiden Fleischsorten keine Substitute sind und eine Reduktion des Antibiotika-Einsatzes nicht per se zu einer höheren inländischen Produktion von Kalbfleisch führt.</p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie Produktionssysteme in der Kälbermast dahingehend weiterentwickelt und gefördert werden können, damit die Kälbergesundheit erhöht, der Antibiotikaeinsatz reduziert sowie die Produktionsbedingungen der Mastbetriebe verbessert werden können.</p>
  • Einheimische Produktionssysteme fördern anstatt Importbedingungen für mit Chlor behandeltem Hühnerfleisch lockern
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Produktion von Mastkälbern ist hoch spezialisiert, anspruchsvoll und intensiv. Zudem ist der Antibiotikaeinsatz bei Mastkälbern sehr viel höher als bei Aufzucht- und Mutterkuhkälbern. Viele bäuerliche Kälbermäster sind ausgestiegen, denn die Risiken und die Arbeitsbelastung sind hoch. Wer noch Milch produziert, der liefert sie lieber ab. Das ist weniger risikobehaftet als die Kälbermast. Diese Entwicklungen sind bekannt und es wurden in der Vergangenheit verschiedene Anstrengungen unternommen die Produktionsbedingen zu verbessern und die Tiergesundheit zu erhöhen, u. a. in der AP22+ und zuletzt mit dem Projekt des Konzepts Freiluftkalb. Leider wurde dieses Konzept nicht weitergeführt oder implementiert, trotz der positiven Wirkung. Die herausfordernden Bedingungen und der hohe Antibiotika Einsatz in der Kälbermast bleiben weiterhin bestehen. Auch der Bundesrat "anerkennt [...] den Handlungsbedarf in der Kälberhaltung", wie er in seiner Antwort auf die Motion 24.3607 schreibt. Der Bundesrat ist deshalb gefordert Massnahmen zu prüfen und zu präsentieren, um die Produktionsgrundlagen in der Kälbermast und die Kälbergesundheit zu verbessern. Denn die Produktion von einheimischen Kalbfleisch und Förderung der Kälbergesundheit stärkt nicht nur die lokalen Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze in der Schweiz, es ist zudem nachhaltiger als Fleisch von nicht raufutterverzehrenden Tieren zu importieren, z. B. mit Chlor behandeltes Hühnerfleisch aus den USA.&nbsp;</p>
    • <span><p>Der Bundesrat anerkennt die Bedeutung einer guten Kälbergesundheit sowie die Notwendigkeit, den Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung weiter zu reduzieren. Er hat sich in seiner Stellungnahme zur Motion 24.3607 Wandfluh ausführlich zum Thema Antibiotika-Einsatz in der Kälbermast geäussert. Er hat auf das Projekt «Freiluftkalb» hingewiesen, das aufzeigt, mit welchen Massnahmen der Antibiotika-Einsatz bei Mastkälbern reduziert werden kann: 1.&nbsp;kurzer Transport der Kälber vom Geburts- zum Mastbetrieb ohne Durchmischung von Tieren verschiedener Betriebe; 2. Impfung gegen virale Lungenentzündungserreger und eine mindestens dreiwöchige Quarantäne in einem Einzeliglu; 3. Mast in Gruppenhaltung von bis maximal 10 Tieren bis zum Erreichen des Schlachtgewichts in Grossraumiglus im Freien. Die Massnahmen, welche im Projekt «Freiluftkalb» als Bündel erprobt wurden, sind somit bekannt. Sie könnten als Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen eingeführt werden, würden aber zu mehr Komplexität, weiterer Differenzierung von bestehenden Bestimmungen und zusätzlichem Aufwand für die Mastbetriebe und den Vollzug führen. Zudem besteht bereits ab 1. Juli 2025 eine Pflicht für die Kälberimpfung gegen fieberhafte Atemwegserkrankungen durch die Richtlinie von QM-Schweizer Fleisch. Ein Postulatsbericht dürfte diesbezüglich zu keinen weiteren Erkenntnissen führen. Ebenfalls besteht aus Sicht des Bundesrats kein direkter Zusammenhang zwischen einer Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Kälbermast und dem Import von Geflügelfleisch, da die beiden Fleischsorten keine Substitute sind und eine Reduktion des Antibiotika-Einsatzes nicht per se zu einer höheren inländischen Produktion von Kalbfleisch führt.</p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie Produktionssysteme in der Kälbermast dahingehend weiterentwickelt und gefördert werden können, damit die Kälbergesundheit erhöht, der Antibiotikaeinsatz reduziert sowie die Produktionsbedingungen der Mastbetriebe verbessert werden können.</p>
    • Einheimische Produktionssysteme fördern anstatt Importbedingungen für mit Chlor behandeltem Hühnerfleisch lockern

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