Wann wird der problematische Wirkstoff Pendimethalin in der Schweiz strenger reguliert?

ShortId
25.4893
Id
20254893
Updated
23.01.2026 07:56
Language
de
Title
Wann wird der problematische Wirkstoff Pendimethalin in der Schweiz strenger reguliert?
AdditionalIndexing
52;55
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Pendimethalin wird in der Schweiz als Herbizid eingesetzt, zur Bekämpfung unerwünschter Beikräuter. In der EU steht der Wirkstoff seit 2015 auf der Liste von Stoffen, welche vom Markt genommen und durch weniger schädliche Alternativen ersetzt werden sollen – er wird als vermutlich schädlich für den menschlichen Fötus und sehr giftig für Wasserorganismen eingestuft.&nbsp;<br>In den USA gilt er zudem als “möglicherweise krebserregend für den Menschen”.</p><p>Pendimethalin ist in der Schweiz für die Anwendung in 37 Pestizid-Produkten zugelassen.&nbsp;<br>Es gilt als Wirkstoff mit besonderem Risikopotenzial. Obwohl der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel vorsieht, die Anwendung von PSM mit besonderem Risikopotenzial bis 2027 um 30% zu reduzieren, ist die Verkaufsmenge von Pendimethalin von 2022 bis 2023 um fast 50% gestiegen.</p><p>In der Schweiz gilt Pendimethalin nicht als Wirkstoff mit erhöhtem Risikopotenzial für Oberflächengewässer nach Art. 18 DZV, obwohl er in der EU als sehr giftig für Wasserorganismen eingestuft wird. Für solche Stoffe gelten gemäss DZV strengere Anwendungsauflagen.</p><p>In der Schweiz wird die Bewilligung von PSM-Wirkstoffen regelmässig überprüft. Dabei werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt. Als Ergebnis können Bewilligungen angepasst oder widerrufen werden. Eine Überprüfung von Pendimethalin ist seit Februar 2020 (!) in Bearbeitung.</p><p>Basierend auf diesen Informationen bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:<br>&nbsp;</p><ol><li>Ist die Herleitung zu Pendimethalin korrekt? Wenn nein, welche Ergänzungen sind wichtig?</li><li>Welche Auflagen gelten für die Anwendung von Pendimethalin, wann wurden sie festgelegt, warum ist die Überprüfung des Stoffes seit fast sechs Jahren hängig und wann wird sie abgeschlossen sein?</li><li>Warum ist die Verkaufsmenge des Wirkstoffes mit besonderem Risikopotenzial in den letzten Jahren gestiegen, obwohl der AP-PSM eine Risikoreduktion vorsieht? Was tut der Bundesrat dagegen und bis wann?</li><li>Angesichts der Regulierung in der EU: Wird der Stoff als solcher mit erhöhtem Risikopotenzial für Oberflächengewässer gemäss DZV eingestuft? Wenn ja, bis wann, wenn nein, warum nicht?</li><li>Angesichts seiner potenziell schädigenden Wirkung auf Ungeborene und seine mögliche Kanzerogenität: Welchen Interessen dient die Zulassung dieses Stoffes besonders? Jener der HerstellerInnen, AnwenderInnen, KonsumentInnen oder anderen? Wer trägt die grössten Risiken?</li></ol>
  • Wann wird der problematische Wirkstoff Pendimethalin in der Schweiz strenger reguliert?
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Pendimethalin wird in der Schweiz als Herbizid eingesetzt, zur Bekämpfung unerwünschter Beikräuter. In der EU steht der Wirkstoff seit 2015 auf der Liste von Stoffen, welche vom Markt genommen und durch weniger schädliche Alternativen ersetzt werden sollen – er wird als vermutlich schädlich für den menschlichen Fötus und sehr giftig für Wasserorganismen eingestuft.&nbsp;<br>In den USA gilt er zudem als “möglicherweise krebserregend für den Menschen”.</p><p>Pendimethalin ist in der Schweiz für die Anwendung in 37 Pestizid-Produkten zugelassen.&nbsp;<br>Es gilt als Wirkstoff mit besonderem Risikopotenzial. Obwohl der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel vorsieht, die Anwendung von PSM mit besonderem Risikopotenzial bis 2027 um 30% zu reduzieren, ist die Verkaufsmenge von Pendimethalin von 2022 bis 2023 um fast 50% gestiegen.</p><p>In der Schweiz gilt Pendimethalin nicht als Wirkstoff mit erhöhtem Risikopotenzial für Oberflächengewässer nach Art. 18 DZV, obwohl er in der EU als sehr giftig für Wasserorganismen eingestuft wird. Für solche Stoffe gelten gemäss DZV strengere Anwendungsauflagen.</p><p>In der Schweiz wird die Bewilligung von PSM-Wirkstoffen regelmässig überprüft. Dabei werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt. Als Ergebnis können Bewilligungen angepasst oder widerrufen werden. Eine Überprüfung von Pendimethalin ist seit Februar 2020 (!) in Bearbeitung.</p><p>Basierend auf diesen Informationen bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:<br>&nbsp;</p><ol><li>Ist die Herleitung zu Pendimethalin korrekt? Wenn nein, welche Ergänzungen sind wichtig?</li><li>Welche Auflagen gelten für die Anwendung von Pendimethalin, wann wurden sie festgelegt, warum ist die Überprüfung des Stoffes seit fast sechs Jahren hängig und wann wird sie abgeschlossen sein?</li><li>Warum ist die Verkaufsmenge des Wirkstoffes mit besonderem Risikopotenzial in den letzten Jahren gestiegen, obwohl der AP-PSM eine Risikoreduktion vorsieht? Was tut der Bundesrat dagegen und bis wann?</li><li>Angesichts der Regulierung in der EU: Wird der Stoff als solcher mit erhöhtem Risikopotenzial für Oberflächengewässer gemäss DZV eingestuft? Wenn ja, bis wann, wenn nein, warum nicht?</li><li>Angesichts seiner potenziell schädigenden Wirkung auf Ungeborene und seine mögliche Kanzerogenität: Welchen Interessen dient die Zulassung dieses Stoffes besonders? Jener der HerstellerInnen, AnwenderInnen, KonsumentInnen oder anderen? Wer trägt die grössten Risiken?</li></ol>
    • Wann wird der problematische Wirkstoff Pendimethalin in der Schweiz strenger reguliert?

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