Import von geogenem CO2
- ShortId
-
25.4896
- Id
-
20254896
- Updated
-
11.02.2026 15:43
- Language
-
de
- Title
-
Import von geogenem CO2
- AdditionalIndexing
-
52;15;66
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1) </span><span>Geogenes CO</span><span>₂</span><span> wird weltweit nur in sehr begrenztem Umfang abgebaut, konzentriert auf wenige Regionen mit geeigneten natürlichen CO</span><span>₂</span><span>-Lagerstätten wie bspw. Vulkangebiete. Genaue Daten zur weltweit abgebauten Menge sind nicht verfügbar, geschätzt werden 30 bis 50 Millionen Tonnen CO</span><span>₂</span><span> pro Jahr. Die zitierte Studie der ZHAW (digitalcollection.zhaw.ch > Verwertung oder dauerhafte Lagerung von CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus Biogasanlagen) geht davon aus, dass rund 10</span><span> </span><span>Prozent des importierten CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogener Quellkohlensäure stammt, die Grundlage dieser Annahme ist nicht bekannt.</span><span> Die Einfuhr von Kohlendioxid (CO</span><span>₂</span><span>) in die Schweiz erfolgt unter der Zolltarifnummer (HS-Code) 2811.2100. Dabei wird die Quelle nicht unterschieden, deshalb sind die importierten Mengen CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogener Quelle nicht bekannt. 2023 wurden 35'000 Tonnen reines CO</span><sub><span>2</span></sub><span> importiert. Gestützt auf die Angaben der ZHAW stammten somit rund 3'500 Tonnen CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogenen Quellen, was 0.009</span><span> </span><span>Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweiz ausmacht. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2) Der Import von reinem CO</span><span>₂</span><span> als Stoff fällt nicht unter das CO</span><span>₂</span><span>-Gesetz (SR 641.71) und unterliegt somit nicht der CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Abgabe. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3) Der Bundesrat sieht aktuell keinen Handlungsbedarf für eine Regulierung. Die Verminderung der geschätzten 3'500 Tonnen CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogenen Quellen würde den administrativen Aufwand für eine Deklarationspflicht der CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Quelle nicht rechtfertigen. Zudem sind gemäss internationalen Vorgaben für die Erstellung der Treibhausgasinventare die Treibhausgasemissionen an ihrem Ursprungsort auszuweisen. Das heisst, dass grundsätzlich das Produktionsland die Emissionen erfassen und ausweisen muss.</span></p></span>
- <p>In der Schweiz wird nicht nur CO2 emittiert, sondern auch an verschiedenen Quellen (chemische Industrie, Biogasanlagen, …) abgeschieden oder zu verschiedenen Zwecken (Getränkeherstellung, Lagerung von Lebensmitteln, Begasung von Treibhäusern) verwendet. Eine Studie der ZHAW vom September 2024 im Rahmen von SWEET-EDGE befasst sich im Detail damit.</p><p> </p><p>Leider wird parallel zu den Anstrengungen, CO2 abzuscheiden und einer Nutzung zuzuführen oder geologisch zu lagern, auch gezielt geogenes CO2 aus dem Untergrund gefördert. Diese Förderung ist widersinnig und trägt zusätzlich zu den CO2-Emissionen in die Atmosphäre bei. Viel besser wäre es, Kreisläufe zu schliessen oder mindestens das CO2 einer Wiederverwertung zuzuführen.</p><ol><li>Ist dem Bundesrat bekannt, wie viel geogenes CO2 in die Schweiz importiert wird?</li><li>Unterliegt dieser Import einer Abgabe oder einer anderen Regulierung?</li><li>Welche Regulierungsoptionen (z.B. im USG/Kreislaufwirtschaft) sieht der Bundesrat, damit die Einfuhr von geogenem CO₂ in die Schweiz entweder nicht mehr möglich ist oder eine CO₂-Abgabe zu entrichten ist analog den fossilen Brennstoffen?</li></ol>
- Import von geogenem CO2
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>1) </span><span>Geogenes CO</span><span>₂</span><span> wird weltweit nur in sehr begrenztem Umfang abgebaut, konzentriert auf wenige Regionen mit geeigneten natürlichen CO</span><span>₂</span><span>-Lagerstätten wie bspw. Vulkangebiete. Genaue Daten zur weltweit abgebauten Menge sind nicht verfügbar, geschätzt werden 30 bis 50 Millionen Tonnen CO</span><span>₂</span><span> pro Jahr. Die zitierte Studie der ZHAW (digitalcollection.zhaw.ch > Verwertung oder dauerhafte Lagerung von CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus Biogasanlagen) geht davon aus, dass rund 10</span><span> </span><span>Prozent des importierten CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogener Quellkohlensäure stammt, die Grundlage dieser Annahme ist nicht bekannt.</span><span> Die Einfuhr von Kohlendioxid (CO</span><span>₂</span><span>) in die Schweiz erfolgt unter der Zolltarifnummer (HS-Code) 2811.2100. Dabei wird die Quelle nicht unterschieden, deshalb sind die importierten Mengen CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogener Quelle nicht bekannt. 2023 wurden 35'000 Tonnen reines CO</span><sub><span>2</span></sub><span> importiert. Gestützt auf die Angaben der ZHAW stammten somit rund 3'500 Tonnen CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogenen Quellen, was 0.009</span><span> </span><span>Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweiz ausmacht. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2) Der Import von reinem CO</span><span>₂</span><span> als Stoff fällt nicht unter das CO</span><span>₂</span><span>-Gesetz (SR 641.71) und unterliegt somit nicht der CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Abgabe. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3) Der Bundesrat sieht aktuell keinen Handlungsbedarf für eine Regulierung. Die Verminderung der geschätzten 3'500 Tonnen CO</span><sub><span>2</span></sub><span> aus geogenen Quellen würde den administrativen Aufwand für eine Deklarationspflicht der CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Quelle nicht rechtfertigen. Zudem sind gemäss internationalen Vorgaben für die Erstellung der Treibhausgasinventare die Treibhausgasemissionen an ihrem Ursprungsort auszuweisen. Das heisst, dass grundsätzlich das Produktionsland die Emissionen erfassen und ausweisen muss.</span></p></span>
- <p>In der Schweiz wird nicht nur CO2 emittiert, sondern auch an verschiedenen Quellen (chemische Industrie, Biogasanlagen, …) abgeschieden oder zu verschiedenen Zwecken (Getränkeherstellung, Lagerung von Lebensmitteln, Begasung von Treibhäusern) verwendet. Eine Studie der ZHAW vom September 2024 im Rahmen von SWEET-EDGE befasst sich im Detail damit.</p><p> </p><p>Leider wird parallel zu den Anstrengungen, CO2 abzuscheiden und einer Nutzung zuzuführen oder geologisch zu lagern, auch gezielt geogenes CO2 aus dem Untergrund gefördert. Diese Förderung ist widersinnig und trägt zusätzlich zu den CO2-Emissionen in die Atmosphäre bei. Viel besser wäre es, Kreisläufe zu schliessen oder mindestens das CO2 einer Wiederverwertung zuzuführen.</p><ol><li>Ist dem Bundesrat bekannt, wie viel geogenes CO2 in die Schweiz importiert wird?</li><li>Unterliegt dieser Import einer Abgabe oder einer anderen Regulierung?</li><li>Welche Regulierungsoptionen (z.B. im USG/Kreislaufwirtschaft) sieht der Bundesrat, damit die Einfuhr von geogenem CO₂ in die Schweiz entweder nicht mehr möglich ist oder eine CO₂-Abgabe zu entrichten ist analog den fossilen Brennstoffen?</li></ol>
- Import von geogenem CO2
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