Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft an der Linderung von weltweiten Hungersnöten beteiligen
- ShortId
-
25.4906
- Id
-
20254906
- Updated
-
18.02.2026 15:10
- Language
-
de
- Title
-
Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft an der Linderung von weltweiten Hungersnöten beteiligen
- AdditionalIndexing
-
2841;55;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Nahrungsmittelhilfe über das Milchpulver wird in der genannten Studie grundsätzlich gut beurteilt. </p><p>Im Gegensatz zu Massnahmen anderer Länder werden die Schweizer Milchprodukte dort eingesetzt, wo Milchprodukte nicht ausreichend verfügbar sind. Der Milchmarkt vor Ort wird daher nicht beeinträchtigt.</p><p>Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die Schweizer Milch von höchster Qualität ist und als besonders gesund und natürlich wahrgenommen wird. Die Schweiz tut gut daran, statt nur Geld zu liefern das der Korruptionsgefahr unterliegt, auch mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln zu helfen. </p><p> </p><p>Gerade Milchpulver hat einen hohen Nährwert und liefert insbesondere auch für Kindern wichtige Proteine, Kalzium und Vitamine für Wachstum und Knochenentwicklung. Da es lange haltbar und einfach transportierbar ist, eignet es sich besonders für die Entwicklungshilfe, um Kinder in Regionen ohne stabile Milchversorgung zuverlässig zu unterstützen.</p>
- <span><p>Die von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) 2015 in Auftrag gegebene Evaluation über das Nahrungsmittelhilfe-Programm der humanitären Hilfe der Schweiz (veröffentlicht auf der Forschungsdatenbank des Bundes: <a href="http://www.aramis.admin.ch"><u>www.aramis.admin.ch</u></a> > Projektsuche > Referenznummer 2016.682) bewertet die Nahrungsmittelhilfe mit Milchpulver tatsächlich grundsätzlich positiv. Gleichzeitig stuft die Evaluation diese Form der Unterstützung im Vergleich zu anderen Methoden wie der Abgabe von Geldleistungen und Gutscheinen (<em>cash</em> <em>and</em> <em>voucher assistance,</em> CVA) aber weder als besonders relevant (vgl. S. 25 der Evaluation) noch als besonders effizient (vgl. S. 29) ein. Die Nahrungsmittelhilfe mit Schweizer Milchpulver lässt sich darüber hinaus nur begrenzt mit anderen Aktionen der DEZA verknüpfen (vgl. S. 31). Die Evaluation kommt somit zum Schluss, dass gebundene Hilfe mit Milchpulver in Hungerkrisen nicht das wirksamste Instrument ist, um möglichst viele Betroffene rasch zu erreichen (vgl. S. 25, S. 35ff. und S. 91). </p><p>Dies deckt sich mit der heutigen Praxis der humanitären Partnerorganisationen der DEZA. Die Nachfrage nach Schweizer Milchpulver – insbesondere des Welternährungsprogramms (WFP) – ist nahezu vollständig zurückgegangen. Im Rahmen von Säuglingsnahrung fördert das Kinderhilfswerk der UNO (UNICEF) heute prioritär, dass Mütter ihre Kinder stillen, da die Muttermilch einen hohen Nährwert aufweist und in humanitären Kontexten deutlich weniger Risiken birgt. Zwar ist Schweizer Milchpulver von hoher Qualität, doch fehlt in vielen Einsatzgebieten sauberes und ausreichend verfügbares Wasser zur sicheren Zubereitung. Dies kann erhebliche gesundheitliche Folgen verursachen. Zudem ist Schweizer Milchpulver im internationalen Vergleich eher teuer. Die tiefe Nachfrage nach Milchpulver ist auch auf die bevorzugte Verwendung von kosteneffizienteren Methoden zurückzuführen. So betonen zahlreiche wissenschaftliche Studien wie jene von Gentilini und Leight (2025), dass CVA in der Regel kostengünstiger in der Umsetzung ist, da die Verteilung von Nahrungsmitteln logistisch deutlich aufwendiger ist. Entsprechend stützt sich auch die Schweiz mit der Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2025-2028 (BBI 2024 1518) bei der Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Deckung der Grundbedürfnisse darauf. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Geldleistungen anfälliger für Zweckentfremdung sind als andere Modalitäten: Sachspenden wie Milchpulver durchlaufen in der Regel viele Zwischenstationen beim Transport und der Verarbeitung. </p><p>In den wenigen Kontexten, in denen eine Nachfrage nach Milch besteht, erachtet es der Bundesrat als sinnvoller, dass internationale Organisationen die lokale Produktion in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor stärken. Dies erhöht die Nachhaltigkeit der Hilfe und die Effizienz der eingesetzten Mittel. Erhält die Schweiz konkrete Anfragen nach Schweizer Milchpulver für die Nahrungsmittelhilfe, wird die DEZA diese weiterhin sorgfältig prüfen und – wo sachlich begründet und zweckmässig – auch berücksichtigen. Eine grundsätzliche Ausrichtung der Nahrungsmittelhilfe auf Schweizer Milchprodukte, unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage, erachtet der Bundesrat aus den genannten Gründen als nicht zielführend.</p><p>Der Bundesrat beantragt daher die Ablehnung der Motion. Damit stellt er sicher, dass die eingesetzten Steuergelder möglichst effizient, zielgerichtet und wirkungsvoll verwendet werden unter Einhaltung des von der Schweiz 2012 ratifizierten Ernährungshilfe-Übereinkommens (SR 0.916.111.312). </p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf die "Internal evaluation of the Swiss Confederation's Food Aid programme" von BFH/HAFL Nahrungsmittelhilfe mit Schweizer Milchprodukten zu leisten.</p>
- Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft an der Linderung von weltweiten Hungersnöten beteiligen
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Nahrungsmittelhilfe über das Milchpulver wird in der genannten Studie grundsätzlich gut beurteilt. </p><p>Im Gegensatz zu Massnahmen anderer Länder werden die Schweizer Milchprodukte dort eingesetzt, wo Milchprodukte nicht ausreichend verfügbar sind. Der Milchmarkt vor Ort wird daher nicht beeinträchtigt.</p><p>Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die Schweizer Milch von höchster Qualität ist und als besonders gesund und natürlich wahrgenommen wird. Die Schweiz tut gut daran, statt nur Geld zu liefern das der Korruptionsgefahr unterliegt, auch mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln zu helfen. </p><p> </p><p>Gerade Milchpulver hat einen hohen Nährwert und liefert insbesondere auch für Kindern wichtige Proteine, Kalzium und Vitamine für Wachstum und Knochenentwicklung. Da es lange haltbar und einfach transportierbar ist, eignet es sich besonders für die Entwicklungshilfe, um Kinder in Regionen ohne stabile Milchversorgung zuverlässig zu unterstützen.</p>
- <span><p>Die von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) 2015 in Auftrag gegebene Evaluation über das Nahrungsmittelhilfe-Programm der humanitären Hilfe der Schweiz (veröffentlicht auf der Forschungsdatenbank des Bundes: <a href="http://www.aramis.admin.ch"><u>www.aramis.admin.ch</u></a> > Projektsuche > Referenznummer 2016.682) bewertet die Nahrungsmittelhilfe mit Milchpulver tatsächlich grundsätzlich positiv. Gleichzeitig stuft die Evaluation diese Form der Unterstützung im Vergleich zu anderen Methoden wie der Abgabe von Geldleistungen und Gutscheinen (<em>cash</em> <em>and</em> <em>voucher assistance,</em> CVA) aber weder als besonders relevant (vgl. S. 25 der Evaluation) noch als besonders effizient (vgl. S. 29) ein. Die Nahrungsmittelhilfe mit Schweizer Milchpulver lässt sich darüber hinaus nur begrenzt mit anderen Aktionen der DEZA verknüpfen (vgl. S. 31). Die Evaluation kommt somit zum Schluss, dass gebundene Hilfe mit Milchpulver in Hungerkrisen nicht das wirksamste Instrument ist, um möglichst viele Betroffene rasch zu erreichen (vgl. S. 25, S. 35ff. und S. 91). </p><p>Dies deckt sich mit der heutigen Praxis der humanitären Partnerorganisationen der DEZA. Die Nachfrage nach Schweizer Milchpulver – insbesondere des Welternährungsprogramms (WFP) – ist nahezu vollständig zurückgegangen. Im Rahmen von Säuglingsnahrung fördert das Kinderhilfswerk der UNO (UNICEF) heute prioritär, dass Mütter ihre Kinder stillen, da die Muttermilch einen hohen Nährwert aufweist und in humanitären Kontexten deutlich weniger Risiken birgt. Zwar ist Schweizer Milchpulver von hoher Qualität, doch fehlt in vielen Einsatzgebieten sauberes und ausreichend verfügbares Wasser zur sicheren Zubereitung. Dies kann erhebliche gesundheitliche Folgen verursachen. Zudem ist Schweizer Milchpulver im internationalen Vergleich eher teuer. Die tiefe Nachfrage nach Milchpulver ist auch auf die bevorzugte Verwendung von kosteneffizienteren Methoden zurückzuführen. So betonen zahlreiche wissenschaftliche Studien wie jene von Gentilini und Leight (2025), dass CVA in der Regel kostengünstiger in der Umsetzung ist, da die Verteilung von Nahrungsmitteln logistisch deutlich aufwendiger ist. Entsprechend stützt sich auch die Schweiz mit der Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2025-2028 (BBI 2024 1518) bei der Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Deckung der Grundbedürfnisse darauf. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Geldleistungen anfälliger für Zweckentfremdung sind als andere Modalitäten: Sachspenden wie Milchpulver durchlaufen in der Regel viele Zwischenstationen beim Transport und der Verarbeitung. </p><p>In den wenigen Kontexten, in denen eine Nachfrage nach Milch besteht, erachtet es der Bundesrat als sinnvoller, dass internationale Organisationen die lokale Produktion in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor stärken. Dies erhöht die Nachhaltigkeit der Hilfe und die Effizienz der eingesetzten Mittel. Erhält die Schweiz konkrete Anfragen nach Schweizer Milchpulver für die Nahrungsmittelhilfe, wird die DEZA diese weiterhin sorgfältig prüfen und – wo sachlich begründet und zweckmässig – auch berücksichtigen. Eine grundsätzliche Ausrichtung der Nahrungsmittelhilfe auf Schweizer Milchprodukte, unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage, erachtet der Bundesrat aus den genannten Gründen als nicht zielführend.</p><p>Der Bundesrat beantragt daher die Ablehnung der Motion. Damit stellt er sicher, dass die eingesetzten Steuergelder möglichst effizient, zielgerichtet und wirkungsvoll verwendet werden unter Einhaltung des von der Schweiz 2012 ratifizierten Ernährungshilfe-Übereinkommens (SR 0.916.111.312). </p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf die "Internal evaluation of the Swiss Confederation's Food Aid programme" von BFH/HAFL Nahrungsmittelhilfe mit Schweizer Milchprodukten zu leisten.</p>
- Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft an der Linderung von weltweiten Hungersnöten beteiligen
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