Geldwäscherei in Shisha-Bars, Barbershops, Pizza-Kurierdiensten, Nagelstudios, Reisebüros und Bubble-Tea-Shops

ShortId
25.7361
Id
20257361
Updated
14.11.2025 02:57
Language
de
Title
Geldwäscherei in Shisha-Bars, Barbershops, Pizza-Kurierdiensten, Nagelstudios, Reisebüros und Bubble-Tea-Shops
AdditionalIndexing
24;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>Die Höhe der jährlich in der Schweiz gewaschenen Geldbeträge ist schwierig zu beziffern, da Geldwäscherei per Definition darauf abzielt, illegale Finanzflüsse zu verschleiern und nur ein Bruchteil der Aktivitäten entdeckt wird. Ein Indikator sind die Verdachtsmeldungen aus dem Finanzsektor, die bei der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) eingehen. Im Jahr 2024 betrug die Anzahl der Verdachtsmeldungen 15'141, was einem Anstieg von 27,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt haben sich die Verdachtsmeldungen in den letzten 5 Jahren mehr als verdreifacht. Das geschätzte Transaktionsvolumen liegt per Ende 2024 bei über 20 Mrd. Franken. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die organisierte Kriminalität, insbesondere die Mafia aus Italien, Gruppierungen aus dem Balkan, aus der Türkei sowie aus den Niederlanden und Belgien nutzen die Schweiz als Aktionsraum, logistische Basis, als Rückzugsort und zur Geldwäscherei. </span></p><p><span>Geldwäscherei verläuft in drei Phasen: Zuerst wird das illegale Geld in den regulären Finanzkreislauf eingeschleust, etwa durch «unauffällige» Bareinzahlungen auf Bankkonten oder Vermischung mit den legalen Tageseinnahmen ganz normaler Gewerbe- oder Dienstleistungsbetriebe. Danach wird die Herkunft des Geldes verschleiert, indem man legitime Geschäftsgänge vortäuscht und die Rückverfolgbarkeit des Geldes durch komplexe Finanztransaktionen erschwert. Dazu werden etwa Scheinfirmen gegründet. Zum Schluss wird das «gewaschene» Geld in legalen Werten geparkt, oft in Immobilien oder Luxusgütern. Die Schweiz ist für alle drei Phasen anfällig.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Ein Bargeldverbot, auch eingegrenzt auf einzelne Brachen ist rechtlich, namentlich mit Blick auf die Verhältnismässigkeit und die Wirtschaftsfreiheit, sehr problematisch und birgt erhebliche Umgehungsrisiken. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Fedpol ist beauftragt, bis Ende 2025 eine nationale Strategie zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (OK) in der Schweiz zu erarbeiten. Auf dieser politisch breit abgestützten Grundlage soll die Bekämpfung der OK als gesamtgesellschaftliche Aufgabe definiert und daraus konkrete Massnahmenabgeleitet werden.</span><span></span><span></span><span> Die Bekämpfung der Geldwäscherei wird dabei ein Schwerpunktthema sein. </span></p></span>
  • <p>Offenbar nutzen verschiedene Mafia-Strukturen Shisha-Bars, Barbershops, Pizza-Kurierdienste, Nagelstudios, Reisebüros und Bubble-Tea-Shops regelmässig, um Geld zu waschen.<br>- Von wie vielen Fällen geht der Bundesrat pro Jahr aus, inkl. regionale Aufteilung?<br>- Wie will der Bundesrat diesem Treiben ein Ende setzen?<br>- Welche Art der Mafia (Strukturen, Herkunftsländer, Herkunft des Geldes) ist beteiligt? Ist es möglich und sinnvoll, in solchen Geschäften temporär die Nutzung von Bargeld zu untersagen?</p>
  • Geldwäscherei in Shisha-Bars, Barbershops, Pizza-Kurierdiensten, Nagelstudios, Reisebüros und Bubble-Tea-Shops
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>Die Höhe der jährlich in der Schweiz gewaschenen Geldbeträge ist schwierig zu beziffern, da Geldwäscherei per Definition darauf abzielt, illegale Finanzflüsse zu verschleiern und nur ein Bruchteil der Aktivitäten entdeckt wird. Ein Indikator sind die Verdachtsmeldungen aus dem Finanzsektor, die bei der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) eingehen. Im Jahr 2024 betrug die Anzahl der Verdachtsmeldungen 15'141, was einem Anstieg von 27,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt haben sich die Verdachtsmeldungen in den letzten 5 Jahren mehr als verdreifacht. Das geschätzte Transaktionsvolumen liegt per Ende 2024 bei über 20 Mrd. Franken. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die organisierte Kriminalität, insbesondere die Mafia aus Italien, Gruppierungen aus dem Balkan, aus der Türkei sowie aus den Niederlanden und Belgien nutzen die Schweiz als Aktionsraum, logistische Basis, als Rückzugsort und zur Geldwäscherei. </span></p><p><span>Geldwäscherei verläuft in drei Phasen: Zuerst wird das illegale Geld in den regulären Finanzkreislauf eingeschleust, etwa durch «unauffällige» Bareinzahlungen auf Bankkonten oder Vermischung mit den legalen Tageseinnahmen ganz normaler Gewerbe- oder Dienstleistungsbetriebe. Danach wird die Herkunft des Geldes verschleiert, indem man legitime Geschäftsgänge vortäuscht und die Rückverfolgbarkeit des Geldes durch komplexe Finanztransaktionen erschwert. Dazu werden etwa Scheinfirmen gegründet. Zum Schluss wird das «gewaschene» Geld in legalen Werten geparkt, oft in Immobilien oder Luxusgütern. Die Schweiz ist für alle drei Phasen anfällig.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Ein Bargeldverbot, auch eingegrenzt auf einzelne Brachen ist rechtlich, namentlich mit Blick auf die Verhältnismässigkeit und die Wirtschaftsfreiheit, sehr problematisch und birgt erhebliche Umgehungsrisiken. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Fedpol ist beauftragt, bis Ende 2025 eine nationale Strategie zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (OK) in der Schweiz zu erarbeiten. Auf dieser politisch breit abgestützten Grundlage soll die Bekämpfung der OK als gesamtgesellschaftliche Aufgabe definiert und daraus konkrete Massnahmenabgeleitet werden.</span><span></span><span></span><span> Die Bekämpfung der Geldwäscherei wird dabei ein Schwerpunktthema sein. </span></p></span>
    • <p>Offenbar nutzen verschiedene Mafia-Strukturen Shisha-Bars, Barbershops, Pizza-Kurierdienste, Nagelstudios, Reisebüros und Bubble-Tea-Shops regelmässig, um Geld zu waschen.<br>- Von wie vielen Fällen geht der Bundesrat pro Jahr aus, inkl. regionale Aufteilung?<br>- Wie will der Bundesrat diesem Treiben ein Ende setzen?<br>- Welche Art der Mafia (Strukturen, Herkunftsländer, Herkunft des Geldes) ist beteiligt? Ist es möglich und sinnvoll, in solchen Geschäften temporär die Nutzung von Bargeld zu untersagen?</p>
    • Geldwäscherei in Shisha-Bars, Barbershops, Pizza-Kurierdiensten, Nagelstudios, Reisebüros und Bubble-Tea-Shops

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