Studie zu einem Paradigmenwechsel im Steuersystem angesichts der durch künstliche Intelligenz verursachten Veränderungen des Arbeitsmarktes
- ShortId
-
26.3003
- Id
-
20263003
- Updated
-
20.01.2026 09:56
- Language
-
de
- Title
-
Studie zu einem Paradigmenwechsel im Steuersystem angesichts der durch künstliche Intelligenz verursachten Veränderungen des Arbeitsmarktes
- AdditionalIndexing
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44;34;2446;15
- 1
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- PriorityCouncil1
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Nationalrat
- Texts
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- <p>Die Schweiz steht wie alle Industrieländer vor einem beispiellosen Wandel des Arbeitsmarktes. Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und beginnt bereits, qualifizierte Berufe zu ersetzen. Vom Aufkommen der agentischen KI sind nicht nur die Dienstleistungsberufe betroffen, sondern auch die Verwaltung, bestimmte Ingenieurberufe, die Übersetzung und andere Sektoren mit hoher Wertschöpfung. Darüber hinaus wird die mit KI verbundene Robotisierung noch weiter gehen, indem sie komplexe produktive Tätigkeiten automatisiert. So könnten ganze Wirtschaftszweige verschwinden, während neue Geschäftsmodelle entstehen.</p><p>In einigen Szenarien sinken die Reallöhne drastisch, während die Gewinne der Unternehmen, die KI beherrschen, explodieren. Unser Steuersystem basiert jedoch weitgehend auf der Einkommens- und Konsumsteuer. Wenn diese Einnahmen wegbrechen, kann der Staat nicht mehr auf seine traditionelle Steuerbasis zählen.</p><p>Der IWF (2023) hat die Staaten bereits aufgefordert, sich auf solche Umwälzungen vorzubereiten, indem sie adaptive politische Rahmenbedingungen schaffen und die bestehenden Institutionen – auch im Steuerbereich – Stresstests unterziehen. Die Schweiz hat als innovativer und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort die Chance, hier frühzeitig voranzugehen und ein Beispiel zu geben. Schon heute eine Reflexion über die Steuerpolitik von morgen einzuleiten, bedeutet, die fiskalische Souveränität unseres Landes in einer Welt zu schützen, in der der Wert zunehmend durch künstliche Intelligenz geschaffen wird.</p>
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Studie über einen möglichen Paradigmenwechsel im schweizerischen Steuersystem durchzuführen – nämlich über den schrittweisen Wegfall der Einnahmen aus der Einkommenssteuer in einem Szenario, in dem Arbeitnehmende in grossem Umfang durch künstliche Intelligenz (KI) ersetzt werden.</p><p> </p><p>Die Studie soll die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und insbesondere deren Folgen für die Steuereinnahmen des Bundes analysieren.</p><p> </p><p>Die Studie soll untersuchen:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Szenarioanalysen zu den Auswirkungen der KI auf den Schweizer Arbeitsmarkt</li><li>Potenzielle Ausfälle bei den Steuereinnahmen und mögliche Kompensationsmechanismen</li><li>Steuerungsmodelle, die auf der durch KI geschaffenen Wertschöpfung basieren</li><li>Wirtschaftliche Chancen und Risiken für den Standort Schweiz</li><li>Internationale Vergleiche und adaptive Umsetzungsstrategien</li></ul><p> </p><p>Eine Minderheit (Dobler, Aeschi, Amaudruz, Buffat, Burgherr, Feller, Hübscher, Matter Thomas, Pamini, Schneeberger, Tuena, Walti Beat) beantragt, das Postulat abzulehnen.</p>
- Studie zu einem Paradigmenwechsel im Steuersystem angesichts der durch künstliche Intelligenz verursachten Veränderungen des Arbeitsmarktes
- State
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Eingereicht
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Schweiz steht wie alle Industrieländer vor einem beispiellosen Wandel des Arbeitsmarktes. Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und beginnt bereits, qualifizierte Berufe zu ersetzen. Vom Aufkommen der agentischen KI sind nicht nur die Dienstleistungsberufe betroffen, sondern auch die Verwaltung, bestimmte Ingenieurberufe, die Übersetzung und andere Sektoren mit hoher Wertschöpfung. Darüber hinaus wird die mit KI verbundene Robotisierung noch weiter gehen, indem sie komplexe produktive Tätigkeiten automatisiert. So könnten ganze Wirtschaftszweige verschwinden, während neue Geschäftsmodelle entstehen.</p><p>In einigen Szenarien sinken die Reallöhne drastisch, während die Gewinne der Unternehmen, die KI beherrschen, explodieren. Unser Steuersystem basiert jedoch weitgehend auf der Einkommens- und Konsumsteuer. Wenn diese Einnahmen wegbrechen, kann der Staat nicht mehr auf seine traditionelle Steuerbasis zählen.</p><p>Der IWF (2023) hat die Staaten bereits aufgefordert, sich auf solche Umwälzungen vorzubereiten, indem sie adaptive politische Rahmenbedingungen schaffen und die bestehenden Institutionen – auch im Steuerbereich – Stresstests unterziehen. Die Schweiz hat als innovativer und wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort die Chance, hier frühzeitig voranzugehen und ein Beispiel zu geben. Schon heute eine Reflexion über die Steuerpolitik von morgen einzuleiten, bedeutet, die fiskalische Souveränität unseres Landes in einer Welt zu schützen, in der der Wert zunehmend durch künstliche Intelligenz geschaffen wird.</p>
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Studie über einen möglichen Paradigmenwechsel im schweizerischen Steuersystem durchzuführen – nämlich über den schrittweisen Wegfall der Einnahmen aus der Einkommenssteuer in einem Szenario, in dem Arbeitnehmende in grossem Umfang durch künstliche Intelligenz (KI) ersetzt werden.</p><p> </p><p>Die Studie soll die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und insbesondere deren Folgen für die Steuereinnahmen des Bundes analysieren.</p><p> </p><p>Die Studie soll untersuchen:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Szenarioanalysen zu den Auswirkungen der KI auf den Schweizer Arbeitsmarkt</li><li>Potenzielle Ausfälle bei den Steuereinnahmen und mögliche Kompensationsmechanismen</li><li>Steuerungsmodelle, die auf der durch KI geschaffenen Wertschöpfung basieren</li><li>Wirtschaftliche Chancen und Risiken für den Standort Schweiz</li><li>Internationale Vergleiche und adaptive Umsetzungsstrategien</li></ul><p> </p><p>Eine Minderheit (Dobler, Aeschi, Amaudruz, Buffat, Burgherr, Feller, Hübscher, Matter Thomas, Pamini, Schneeberger, Tuena, Walti Beat) beantragt, das Postulat abzulehnen.</p>
- Studie zu einem Paradigmenwechsel im Steuersystem angesichts der durch künstliche Intelligenz verursachten Veränderungen des Arbeitsmarktes
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