Fachkräftemangel im Sozialbereich wirksam bekämpfen

ShortId
26.3214
Id
20263214
Updated
06.05.2026 13:05
Language
de
Title
Fachkräftemangel im Sozialbereich wirksam bekämpfen
AdditionalIndexing
44;2836
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Letztes Jahr publizierten SAVOIRSOCIAL – der Dachverband für die Berufsbildung im Sozialbereich – und SASSA – die Konferenz der Fachhochschulen für Soziale Arbeit – den ersten umfassenden Bericht zur Fachkräftesituation im Sozialbereich (<a href="https://www.savoirsocial.ch/s01/Dokumente/Organisation/Studien/Fachkraeftestudie_2024/Schlussbericht-Fachkraeftestudie-Sozialbereich-2024-d.pdf">Fachkräftestudie im Sozialbereich 2024</a>). Die Studie bestätigt die angespannte Situation. Eine hohe Fluktuation, schwierige Rekrutierung und kurze Verweildauer belasten die Betriebe. Trotz positiver Entwicklungen wie der wachsenden Professionalisierung und den steigenden Ausbildungszahlen bleiben die Herausforderungen gross. Die Studie fordert von der Politik Massnahmen, um nachhaltige Verbesserungen zu ermöglichen. U.a. schlagen sie vor, ein nationales Monitoring aufzubauen.&nbsp;</p><p>Auch der Bundesrat hat in verschiedenen Studien zur demografischen Entwicklung und Versorgung der Bevölkerung auf die Problematik hingewiesen. So identifiziert er im Bericht "<a href="https://www.bk.admin.ch/bk/de/home/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-USAM6MWYef0H5RizyVHhU.html">Demografische Entwicklung der Schweiz - Chancen und Herausforderungen</a>" die zentralen Trends. Hervorgehoben wird neben der gesellschaftlichen Alterung auch die zunehmende Heterogenität der Gesellschaft.&nbsp;</p><p>Allein schon diese Trends werden den Sozialbereich, v.a. die Betreuung zunehmend fordern. Gleichzeitig legt die <a href="https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/monlPnK2kulh/251208%20Fachbericht%20Agenda%20Grundversorgung%20DE.pdf">Agenda Grundversorgung</a> nahe, dass Personen aus dem Sozialbereich vermehrt in den Gesundheitsbereich abgezogen werden. Auch dieser Trend verschärft den Fachkräftemangel im Sozialen. Ein Monitoring Sozialberufe wäre daher wichtig, damit Bund und Kantone die Herausforderungen vorausschauend erkennen und angehen können.</p>
  • <span><p>1. und 2. Der Bundesrat erachtet es grundsätzlich als wichtig, dass professionelle Aufgaben im Sozialbereich von Fachkräften mit angemessener Ausbildung wahrgenommen werden. Im «Indikatorensystem Arbeitskräftesituation» (www.seco.admin.ch &gt; Publikationen &amp; Dienstleistungen &gt; Publikationen &gt; Arbeit &gt; Arbeitsmarktanalyse &gt; Fachkräftebedarf &gt; Indikatorensystem Arbeitskräftesituation), mit welchem der strukturelle Fachkräftebedarf nach Berufen für die Schweiz eingeschätzt werden kann, liegen die Sozialarbeitenden und sozialen Fachkräfte nahe am Durchschnitt aller Berufe. Dies deckt sich im Kern mit der Einschätzung der Studie von Savoirsocial und Sassa, wonach die Fachkräftesituation im Sozialbereich zwar angespannt ist, aber man nicht von einem Fachkräftemangel sprechen kann (Helen Amberg u.a., Fachkräftestudie im Sozialbereich, Luzern 2025, S. 8 und 83; www.savoirsocial.ch &gt; Das tun wir &gt; Daten &amp; Hintergründe &gt; Studien &gt; Fachkräftestudie im Sozialbereich 2024).</p><p>&nbsp;</p><p>3. und 4. Der Bund schafft mit seiner Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik die Voraussetzungen, damit sich Arbeitnehmende, Unternehmen und Bildungsinstitutionen möglichst gut und vorausschauend an Veränderungen in der Nachfrage nach Fachkräften anpassen können. Die Verantwortung, in einzelnen Branchen oder Berufsfeldern Analysen durchzuführen oder Massnahmen zu ergreifen, liegt bei Unternehmen und den Organisationen der Arbeitswelt (OdA). Die Studie zur Fachkräftesituation im Sozialbereich illustriert dies exemplarisch (vgl. Antwort des Bundesrates auf Ip. Fivaz 24.3356 «Mangel an qualifiziertem Personal im Bereich der Sozialarbeit»).</p><p>&nbsp;</p><p>5. Das Nationale Monitoring Pflegepersonal wurde als Folge der Annahme der Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» im Jahr 2021 eingeführt. Diese verankerte die Förderung der Pflege durch Bund und Kantone in der Verfassung (Art. 117<em>b</em> BV; SR <em>101</em>), Eine vergleichbare Voraussetzung ist bei den Sozialberufen nicht gegeben. Aus diesem Grund und wegen der angespannten Lage der Bundesfinanzen erachtet es der Bundesrat aktuell nicht als angezeigt, die Einführung eines vergleichbaren Monitorings für die Sozialberufe anzustossen.</p></span>
  • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, folgende Fragen zu beantworten: &nbsp;</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie schätzt der Bundesrat die Fachkräftesituation im Sozialbereich ein?</li><li>Auf welchen Grundlagen verschafft sich der Bundesrat einen Überblick über die Fachkräftesituation im Sozialbereich und deren Entwicklung?</li><li>Welche Massnahmen plant der Bundesrat, um die Fachkräftesituation im Sozialbereich zu kennen und seine Sozialpolitik bei Bedarf an die erwartete Entwicklung anzupassen?</li><li>Welche Unterstützungsmöglichkeiten sieht der Bundesrat, damit der Sozialbereich über genügend Fachkräfte verfügt und die Versorgung sichergestellt werden kann?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, zusammen mit den Kantonen ein Monitoring Sozialberufe zu initiieren, welches sich am Nationalen Monitoring Pflegeberufe des OBSAN orientiert?</li></ol>
  • Fachkräftemangel im Sozialbereich wirksam bekämpfen
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Letztes Jahr publizierten SAVOIRSOCIAL – der Dachverband für die Berufsbildung im Sozialbereich – und SASSA – die Konferenz der Fachhochschulen für Soziale Arbeit – den ersten umfassenden Bericht zur Fachkräftesituation im Sozialbereich (<a href="https://www.savoirsocial.ch/s01/Dokumente/Organisation/Studien/Fachkraeftestudie_2024/Schlussbericht-Fachkraeftestudie-Sozialbereich-2024-d.pdf">Fachkräftestudie im Sozialbereich 2024</a>). Die Studie bestätigt die angespannte Situation. Eine hohe Fluktuation, schwierige Rekrutierung und kurze Verweildauer belasten die Betriebe. Trotz positiver Entwicklungen wie der wachsenden Professionalisierung und den steigenden Ausbildungszahlen bleiben die Herausforderungen gross. Die Studie fordert von der Politik Massnahmen, um nachhaltige Verbesserungen zu ermöglichen. U.a. schlagen sie vor, ein nationales Monitoring aufzubauen.&nbsp;</p><p>Auch der Bundesrat hat in verschiedenen Studien zur demografischen Entwicklung und Versorgung der Bevölkerung auf die Problematik hingewiesen. So identifiziert er im Bericht "<a href="https://www.bk.admin.ch/bk/de/home/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-USAM6MWYef0H5RizyVHhU.html">Demografische Entwicklung der Schweiz - Chancen und Herausforderungen</a>" die zentralen Trends. Hervorgehoben wird neben der gesellschaftlichen Alterung auch die zunehmende Heterogenität der Gesellschaft.&nbsp;</p><p>Allein schon diese Trends werden den Sozialbereich, v.a. die Betreuung zunehmend fordern. Gleichzeitig legt die <a href="https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/monlPnK2kulh/251208%20Fachbericht%20Agenda%20Grundversorgung%20DE.pdf">Agenda Grundversorgung</a> nahe, dass Personen aus dem Sozialbereich vermehrt in den Gesundheitsbereich abgezogen werden. Auch dieser Trend verschärft den Fachkräftemangel im Sozialen. Ein Monitoring Sozialberufe wäre daher wichtig, damit Bund und Kantone die Herausforderungen vorausschauend erkennen und angehen können.</p>
    • <span><p>1. und 2. Der Bundesrat erachtet es grundsätzlich als wichtig, dass professionelle Aufgaben im Sozialbereich von Fachkräften mit angemessener Ausbildung wahrgenommen werden. Im «Indikatorensystem Arbeitskräftesituation» (www.seco.admin.ch &gt; Publikationen &amp; Dienstleistungen &gt; Publikationen &gt; Arbeit &gt; Arbeitsmarktanalyse &gt; Fachkräftebedarf &gt; Indikatorensystem Arbeitskräftesituation), mit welchem der strukturelle Fachkräftebedarf nach Berufen für die Schweiz eingeschätzt werden kann, liegen die Sozialarbeitenden und sozialen Fachkräfte nahe am Durchschnitt aller Berufe. Dies deckt sich im Kern mit der Einschätzung der Studie von Savoirsocial und Sassa, wonach die Fachkräftesituation im Sozialbereich zwar angespannt ist, aber man nicht von einem Fachkräftemangel sprechen kann (Helen Amberg u.a., Fachkräftestudie im Sozialbereich, Luzern 2025, S. 8 und 83; www.savoirsocial.ch &gt; Das tun wir &gt; Daten &amp; Hintergründe &gt; Studien &gt; Fachkräftestudie im Sozialbereich 2024).</p><p>&nbsp;</p><p>3. und 4. Der Bund schafft mit seiner Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik die Voraussetzungen, damit sich Arbeitnehmende, Unternehmen und Bildungsinstitutionen möglichst gut und vorausschauend an Veränderungen in der Nachfrage nach Fachkräften anpassen können. Die Verantwortung, in einzelnen Branchen oder Berufsfeldern Analysen durchzuführen oder Massnahmen zu ergreifen, liegt bei Unternehmen und den Organisationen der Arbeitswelt (OdA). Die Studie zur Fachkräftesituation im Sozialbereich illustriert dies exemplarisch (vgl. Antwort des Bundesrates auf Ip. Fivaz 24.3356 «Mangel an qualifiziertem Personal im Bereich der Sozialarbeit»).</p><p>&nbsp;</p><p>5. Das Nationale Monitoring Pflegepersonal wurde als Folge der Annahme der Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» im Jahr 2021 eingeführt. Diese verankerte die Förderung der Pflege durch Bund und Kantone in der Verfassung (Art. 117<em>b</em> BV; SR <em>101</em>), Eine vergleichbare Voraussetzung ist bei den Sozialberufen nicht gegeben. Aus diesem Grund und wegen der angespannten Lage der Bundesfinanzen erachtet es der Bundesrat aktuell nicht als angezeigt, die Einführung eines vergleichbaren Monitorings für die Sozialberufe anzustossen.</p></span>
    • <p>Der Bundesrat wird eingeladen, folgende Fragen zu beantworten: &nbsp;</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie schätzt der Bundesrat die Fachkräftesituation im Sozialbereich ein?</li><li>Auf welchen Grundlagen verschafft sich der Bundesrat einen Überblick über die Fachkräftesituation im Sozialbereich und deren Entwicklung?</li><li>Welche Massnahmen plant der Bundesrat, um die Fachkräftesituation im Sozialbereich zu kennen und seine Sozialpolitik bei Bedarf an die erwartete Entwicklung anzupassen?</li><li>Welche Unterstützungsmöglichkeiten sieht der Bundesrat, damit der Sozialbereich über genügend Fachkräfte verfügt und die Versorgung sichergestellt werden kann?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, zusammen mit den Kantonen ein Monitoring Sozialberufe zu initiieren, welches sich am Nationalen Monitoring Pflegeberufe des OBSAN orientiert?</li></ol>
    • Fachkräftemangel im Sozialbereich wirksam bekämpfen

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