Fetale Alkoholspektrumstörung FASD: Wie weiter?
- ShortId
-
26.3252
- Id
-
20263252
- Updated
-
07.04.2026 07:31
- Language
-
de
- Title
-
Fetale Alkoholspektrumstörung FASD: Wie weiter?
- AdditionalIndexing
-
2841;04
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Gemäss «Sucht Schweiz» werden in der Schweiz jährlich 1700 Kinder mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörungen geboren. In der Überarbeitung der Suchtstrategie soll auch dieser Thematik Raum geboten werden. </p><p>Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für nicht genetisch bedingte Fehlbildungen bei Neugeborenen. Die daraus resultierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen werden unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) zusammengefasst und umfassen unter anderem FAS, pFAS und ARND. FASD führt zu lebenslangen körperlichen, geistigen und sozialen Einschränkungen und verursacht zudem erhebliche individuelle und gesellschaftliche Kosten.<br>Da keine unbedenkliche Alkoholmenge in der Schwangerschaft bekannt ist, gilt jeder Alkoholkonsum als potenziell schädlich; FASD ist daher zu 100 % vermeidbar. Typische Merkmale sind Wachstumsstörungen, Gesichtsauffälligkeiten, Schädigungen des zentralen Nervensystems, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie zahlreiche mögliche Komorbiditäten. Diese Beeinträchtigungen führen häufig zu Problemen in Schule, Beruf und Alltagsbewältigung, bleiben jedoch oft unerkannt oder falsch diagnostiziert.<br>In der Schweiz könnten, basierend auf Zahlen aus Deutschland, bis zu 23 % der fremdplatzierten Kinder von FASD betroffen sein, ohne dass dies entsprechend diagnostiziert wird. Die Diagnose erfolgt anhand klinischer Kriterien, ist jedoch durch die unzureichende Abbildung von FASD im ICD-10 erschwert. In der Schweiz fehlen bislang spezialisierte Diagnose- und Unterstützungsangebote für Betroffene und ihre Familien.</p><p>Die Interpellantin bittet um die Beantwortung folgender Fragen: </p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Versorgungslage für Menschen mit Fetaler Alkoholspektrumstörung in der Schweiz? </li><li>Der Bundesrat schrieb auf die <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20257765">Frage 25.7765</a> «Aufgrund der Ergebnisse dieser Studie wird geprüft, welche weiteren Massnahmen erforderlich sind.» Was sind die Ergebnisse dieser Prüfung?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die heutige Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen im Bereich Prävention, Diagnostik und Versorgung von FASD-Betroffenen?</li><li>Inwiefern sieht der Bundesrat Anpassungsbedarf, um eine klarere Zuständigkeitsregelung der Finanzierung der Aufgaben in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Versorgung von FASD-Betroffenen zu erreichen? </li></ol>
- Fetale Alkoholspektrumstörung FASD: Wie weiter?
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Gemäss «Sucht Schweiz» werden in der Schweiz jährlich 1700 Kinder mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörungen geboren. In der Überarbeitung der Suchtstrategie soll auch dieser Thematik Raum geboten werden. </p><p>Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für nicht genetisch bedingte Fehlbildungen bei Neugeborenen. Die daraus resultierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen werden unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) zusammengefasst und umfassen unter anderem FAS, pFAS und ARND. FASD führt zu lebenslangen körperlichen, geistigen und sozialen Einschränkungen und verursacht zudem erhebliche individuelle und gesellschaftliche Kosten.<br>Da keine unbedenkliche Alkoholmenge in der Schwangerschaft bekannt ist, gilt jeder Alkoholkonsum als potenziell schädlich; FASD ist daher zu 100 % vermeidbar. Typische Merkmale sind Wachstumsstörungen, Gesichtsauffälligkeiten, Schädigungen des zentralen Nervensystems, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie zahlreiche mögliche Komorbiditäten. Diese Beeinträchtigungen führen häufig zu Problemen in Schule, Beruf und Alltagsbewältigung, bleiben jedoch oft unerkannt oder falsch diagnostiziert.<br>In der Schweiz könnten, basierend auf Zahlen aus Deutschland, bis zu 23 % der fremdplatzierten Kinder von FASD betroffen sein, ohne dass dies entsprechend diagnostiziert wird. Die Diagnose erfolgt anhand klinischer Kriterien, ist jedoch durch die unzureichende Abbildung von FASD im ICD-10 erschwert. In der Schweiz fehlen bislang spezialisierte Diagnose- und Unterstützungsangebote für Betroffene und ihre Familien.</p><p>Die Interpellantin bittet um die Beantwortung folgender Fragen: </p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Versorgungslage für Menschen mit Fetaler Alkoholspektrumstörung in der Schweiz? </li><li>Der Bundesrat schrieb auf die <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20257765">Frage 25.7765</a> «Aufgrund der Ergebnisse dieser Studie wird geprüft, welche weiteren Massnahmen erforderlich sind.» Was sind die Ergebnisse dieser Prüfung?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die heutige Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen im Bereich Prävention, Diagnostik und Versorgung von FASD-Betroffenen?</li><li>Inwiefern sieht der Bundesrat Anpassungsbedarf, um eine klarere Zuständigkeitsregelung der Finanzierung der Aufgaben in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Versorgung von FASD-Betroffenen zu erreichen? </li></ol>
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