Wie steht es um den haushälterischen Umgang mit Steuermitteln am Bundesverwaltungsgericht?
- ShortId
-
26.3276
- Id
-
20263276
- Updated
-
02.04.2026 11:36
- Language
-
de
- Title
-
Wie steht es um den haushälterischen Umgang mit Steuermitteln am Bundesverwaltungsgericht?
- AdditionalIndexing
-
24;1221;34
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das BVGer hat am 4. März 2026 eine Stellungnahme zu einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung vom 24. Februar 2026 publiziert. Die Stellungnahme zielt darauf ab, den im NZZ-Artikel – unter Hinweis auf die parlamentarische Budgetdebatte – beschriebenen Vorwurf der Ineffizienz zu entkräften. Dafür werden Zahlen aus den Jahren 2016 bis 2025 publiziert. Diese Zahlen sollen nach Auffassung des BVGer belegen, dass die "Behauptung einer sukzessiv sinkenden Erledigungsquote nicht zu[trifft]".</p><p>Ein Blick auf die Geschäftsberichte (GB) des BVGer (verfügbar für die Jahre 2007 bis 2024) widerlegt die Behauptungen des BVGer klar. Die dort enthaltenen Erledigungszahlen ergeben – ins Verhältnis gesetzt zu den in den GB ebenfalls bekanntgegebenen Vollzeitäquivalenten an Richter- und Gerichtsschreiberstellen – folgendes Bild:</p><figure class="table"><table><tbody><tr><td>Jahr</td><td>Erledigte Fälle pro 100 % Richterstelle</td><td>Erledigte Fälle pro 100 % Gerichtsschreiberstelle</td></tr><tr><td>2024</td><td>108.4</td><td>33.7</td></tr><tr><td>2023</td><td>101.4</td><td>33.3</td></tr><tr><td>2022</td><td>99.0</td><td>34.0</td></tr><tr><td>2021</td><td>92.7</td><td>30.9</td></tr><tr><td>2020</td><td>99.8</td><td>34.1</td></tr><tr><td>2019</td><td>103.8</td><td>36.6</td></tr><tr><td>2018</td><td>111.2</td><td>37.7</td></tr><tr><td>2017</td><td>107.0</td><td>37.2</td></tr><tr><td>2016</td><td>115.8</td><td>40.7</td></tr><tr><td>2015</td><td>121.3</td><td>44.0</td></tr><tr><td>2014</td><td>117.3</td><td>42.0</td></tr><tr><td>2013</td><td>115.9</td><td>42.5</td></tr><tr><td>2012</td><td>121.6</td><td>42.8</td></tr><tr><td>2011</td><td>132.4</td><td>47.6</td></tr><tr><td>2010</td><td>141.4</td><td>55.3</td></tr><tr><td>2009</td><td>142.4</td><td>51.8</td></tr><tr><td>2008</td><td>137.5</td><td>54.1</td></tr><tr><td>2007</td><td>121.6</td><td>53.4</td></tr></tbody></table></figure><p>Will man aufgrund dieser Zahlen gewisse Entwicklungstendenzen aggregieren, so ergibt sich insgesamt eindeutig das Bild einer kontinuierlich abnehmenden Effizienz: Während das BVGer in den ersten fünf Jahren seines Bestehens immerhin 135 Fälle pro 100 %-Richter erledigte (bei 52.5 Fällen pro 100 %-Gerichtsschreiber), lag der Erledigungsquotient in den letzten fünf Jahren nur bei 100 Fällen pro 100 % Richter bzw. bei 33.2 Fällen pro 100 %-Gerichtsschreiber. </p><p>Somit hat sich nicht nur die Erwartung zerschlagen, dass die modernen IT-Mittel ein effizienteres Arbeiten ermöglichen – vielmehr ist das Gegenteil eingetreten und sind sowohl Richter wie auch Gerichtsschreiber heute rund ein Drittel weniger effizient als vor 20 Jahren. Dazu kommt eine stetig wachsende Gerichtsverwaltung.</p>
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, die folgenden Frage zu beantworten:</p><p>1. Warum verbreitet das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) Richtigstellungen eines Medienberichts, obwohl dieser der Wahrheit entspricht ?</p><p>2. Wie erklärt sich das BVGer, dass seine Effizienz seit seinem Bestehen kontinuierlich abnimmt ?</p><p>3. Was tut das BVGer, um die Effizienz wieder zu steigern und Steuermittel sorgsam einzusetzen ?</p>
- Wie steht es um den haushälterischen Umgang mit Steuermitteln am Bundesverwaltungsgericht?
- State
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Eingereicht
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Das BVGer hat am 4. März 2026 eine Stellungnahme zu einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung vom 24. Februar 2026 publiziert. Die Stellungnahme zielt darauf ab, den im NZZ-Artikel – unter Hinweis auf die parlamentarische Budgetdebatte – beschriebenen Vorwurf der Ineffizienz zu entkräften. Dafür werden Zahlen aus den Jahren 2016 bis 2025 publiziert. Diese Zahlen sollen nach Auffassung des BVGer belegen, dass die "Behauptung einer sukzessiv sinkenden Erledigungsquote nicht zu[trifft]".</p><p>Ein Blick auf die Geschäftsberichte (GB) des BVGer (verfügbar für die Jahre 2007 bis 2024) widerlegt die Behauptungen des BVGer klar. Die dort enthaltenen Erledigungszahlen ergeben – ins Verhältnis gesetzt zu den in den GB ebenfalls bekanntgegebenen Vollzeitäquivalenten an Richter- und Gerichtsschreiberstellen – folgendes Bild:</p><figure class="table"><table><tbody><tr><td>Jahr</td><td>Erledigte Fälle pro 100 % Richterstelle</td><td>Erledigte Fälle pro 100 % Gerichtsschreiberstelle</td></tr><tr><td>2024</td><td>108.4</td><td>33.7</td></tr><tr><td>2023</td><td>101.4</td><td>33.3</td></tr><tr><td>2022</td><td>99.0</td><td>34.0</td></tr><tr><td>2021</td><td>92.7</td><td>30.9</td></tr><tr><td>2020</td><td>99.8</td><td>34.1</td></tr><tr><td>2019</td><td>103.8</td><td>36.6</td></tr><tr><td>2018</td><td>111.2</td><td>37.7</td></tr><tr><td>2017</td><td>107.0</td><td>37.2</td></tr><tr><td>2016</td><td>115.8</td><td>40.7</td></tr><tr><td>2015</td><td>121.3</td><td>44.0</td></tr><tr><td>2014</td><td>117.3</td><td>42.0</td></tr><tr><td>2013</td><td>115.9</td><td>42.5</td></tr><tr><td>2012</td><td>121.6</td><td>42.8</td></tr><tr><td>2011</td><td>132.4</td><td>47.6</td></tr><tr><td>2010</td><td>141.4</td><td>55.3</td></tr><tr><td>2009</td><td>142.4</td><td>51.8</td></tr><tr><td>2008</td><td>137.5</td><td>54.1</td></tr><tr><td>2007</td><td>121.6</td><td>53.4</td></tr></tbody></table></figure><p>Will man aufgrund dieser Zahlen gewisse Entwicklungstendenzen aggregieren, so ergibt sich insgesamt eindeutig das Bild einer kontinuierlich abnehmenden Effizienz: Während das BVGer in den ersten fünf Jahren seines Bestehens immerhin 135 Fälle pro 100 %-Richter erledigte (bei 52.5 Fällen pro 100 %-Gerichtsschreiber), lag der Erledigungsquotient in den letzten fünf Jahren nur bei 100 Fällen pro 100 % Richter bzw. bei 33.2 Fällen pro 100 %-Gerichtsschreiber. </p><p>Somit hat sich nicht nur die Erwartung zerschlagen, dass die modernen IT-Mittel ein effizienteres Arbeiten ermöglichen – vielmehr ist das Gegenteil eingetreten und sind sowohl Richter wie auch Gerichtsschreiber heute rund ein Drittel weniger effizient als vor 20 Jahren. Dazu kommt eine stetig wachsende Gerichtsverwaltung.</p>
- <p>Der Bundesrat wird gebeten, die folgenden Frage zu beantworten:</p><p>1. Warum verbreitet das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) Richtigstellungen eines Medienberichts, obwohl dieser der Wahrheit entspricht ?</p><p>2. Wie erklärt sich das BVGer, dass seine Effizienz seit seinem Bestehen kontinuierlich abnimmt ?</p><p>3. Was tut das BVGer, um die Effizienz wieder zu steigern und Steuermittel sorgsam einzusetzen ?</p>
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