Verantwortung der Schweiz im Zusammenhang mit den Aktivitäten von Glencore in Peru

ShortId
26.3290
Id
20263290
Updated
02.04.2026 11:40
Language
de
Title
Verantwortung der Schweiz im Zusammenhang mit den Aktivitäten von Glencore in Peru
AdditionalIndexing
15;08;1231;28
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit der peruanischen Minenindustrie zu schweren sozialen Konflikten zwischen Minenbetreibern, staatlichen Sicherheitskräften und der Zivilgesellschaft. Die Provinz Espinar – Standort der Glencore-Tochter Antapaccay – ist ein Gebiet mit überwiegend indigener Bevölkerung (Quechua-Gemeinschaften).</p><p>Trotz klaren Verpflichtungen bestehen erhebliche Zweifel daran, dass das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) im Rahmen der geplanten Minenerweiterung Ccorohuayco eingehalten wird. Gemeinden berichten von unvollständiger Information, widersprüchlichen technischen Unterlagen und Drucksituationen bei Landverhandlungen.</p><p>Hinzu kommen weitere Entwicklungen: eine hohe Umweltbusse der peruanischen Umweltbehörde, wiederholte Ausnahmezustände entlang der Transportstrasse, das erneuerte Kooperationsabkommen zwischen Glencore und der Nationalpolizei sowie die peruanische Straflosigkeitsbestimmung für Sicherheitskräfte.</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viele Dienstleistungs-, Kooperations- oder Sicherheitsverträge zwischen Schweizer Firmen und peruanischen Sicherheitskräften sind dem Bundesrat bekannt?</li><li>Was ist dem Bundesrat über die Verträge zwischen Glencore/Antapaccay und der peruanischen Nationalpolizei bekannt und wie beurteilt er die Vereinbarkeit solcher Verträge mit den <i>Voluntary Principles on Security and Human Rights</i>?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Menschenrechtslage in Espinar?</li><li>Wie stellt der Bundesrat sicher, dass Schweizer Unternehmen in Ländern mit indigener Bevölkerung keine Projekte vorantreiben, ohne dass die obligatorischen Konsultationen korrekt durchgeführt werden?</li><li>Plant der Bundesrat ein verstärktes Monitoring für Schweizer Firmen in konfliktbetroffenen indigenen Territorien?</li></ol>
  • Verantwortung der Schweiz im Zusammenhang mit den Aktivitäten von Glencore in Peru
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit der peruanischen Minenindustrie zu schweren sozialen Konflikten zwischen Minenbetreibern, staatlichen Sicherheitskräften und der Zivilgesellschaft. Die Provinz Espinar – Standort der Glencore-Tochter Antapaccay – ist ein Gebiet mit überwiegend indigener Bevölkerung (Quechua-Gemeinschaften).</p><p>Trotz klaren Verpflichtungen bestehen erhebliche Zweifel daran, dass das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) im Rahmen der geplanten Minenerweiterung Ccorohuayco eingehalten wird. Gemeinden berichten von unvollständiger Information, widersprüchlichen technischen Unterlagen und Drucksituationen bei Landverhandlungen.</p><p>Hinzu kommen weitere Entwicklungen: eine hohe Umweltbusse der peruanischen Umweltbehörde, wiederholte Ausnahmezustände entlang der Transportstrasse, das erneuerte Kooperationsabkommen zwischen Glencore und der Nationalpolizei sowie die peruanische Straflosigkeitsbestimmung für Sicherheitskräfte.</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viele Dienstleistungs-, Kooperations- oder Sicherheitsverträge zwischen Schweizer Firmen und peruanischen Sicherheitskräften sind dem Bundesrat bekannt?</li><li>Was ist dem Bundesrat über die Verträge zwischen Glencore/Antapaccay und der peruanischen Nationalpolizei bekannt und wie beurteilt er die Vereinbarkeit solcher Verträge mit den <i>Voluntary Principles on Security and Human Rights</i>?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Menschenrechtslage in Espinar?</li><li>Wie stellt der Bundesrat sicher, dass Schweizer Unternehmen in Ländern mit indigener Bevölkerung keine Projekte vorantreiben, ohne dass die obligatorischen Konsultationen korrekt durchgeführt werden?</li><li>Plant der Bundesrat ein verstärktes Monitoring für Schweizer Firmen in konfliktbetroffenen indigenen Territorien?</li></ol>
    • Verantwortung der Schweiz im Zusammenhang mit den Aktivitäten von Glencore in Peru

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