PFAS-Belastung bei Fischern und in Schweizer Gewässern – weshalb handelt der Bundesrat nicht entschlossener?

ShortId
26.3357
Id
20263357
Updated
14.04.2026 10:14
Language
de
Title
PFAS-Belastung bei Fischern und in Schweizer Gewässern – weshalb handelt der Bundesrat nicht entschlossener?
AdditionalIndexing
52;2841
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>In der Schweiz wurden in jüngster Zeit hohe PFAS-Belastungen bei Mensch und Umwelt festgestellt. Besonders alarmierend ist ein Fall, in dem ein Fischer, der regelmässig selbst gefangenen Fisch konsumiert, einen PFAS-Blutwert von&nbsp;537 µg/L&nbsp;aufwies. Das ist das 77-fache dessen, was als gesundheitlich unbedenklich gilt! Gleichzeitig werden in Fischen aus Schweizer Gewässern teilweise stark erhöhte PFAS-Konzentrationen festgestellt. Die Kantone Zug, Aargau, Wallis und St. Gallen habe für gewisse Gewässer Fangverbote erlassen oder Verzehrhinweise publiziert.</p><p>Die Situation ist aus gesundheits- und umweltpolitischer Sicht höchst besorgniserregend: &nbsp;PFAS können das Immunsystem beeinträchtigen, die Schilddrüsenfunktion stören, zum Auftreten von Nieren- und Hodenkrebs beitragen, die Leber schädigen, zu erhöhten Cholesterinwerten führen und sich negativ auf die Gesundheit der Mutter und des Embryos auswirken.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Dass Menschen via Konsum von lokal gefangenem Fisch derart hohe Blutwerte akkumulieren können zeigt, dass bisherige Reduktionsmassnahmen völlig unzureichend sind. Angesichts der Persistenz dieser Stoffe droht ohne rasches Handeln eine weitere Anreicherung von PFAS in Umwelt und Bevölkerung.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Angesichts dieses Einzelbefundes: Wie schätzt er die PFAS-Belastung der Fischerinnen und Fischer in der Schweiz bzw. ihrer Familien ein?</li><li>Falls er hierzu keine Angaben machen kann: Wäre dies möglich, wenn der Bund ein Human-Biomonitoring hätte? Wäre dann die hohe PFAS-Belastung von Menschen, die einheimischen Wildfisch konsumieren, möglicherweise früher aufgefallen?</li><li>Was genau empfiehlt er Menschen, welche in den letzten Jahren regelmässig Fische aus Schweizer Seen und Gewässern gegessen haben, zu ihrer eigenen Sicherheit abzuklären/zu tun?</li><li>Was genau erklärt er Menschen, welche in den letzten Jahren regelmässig Fisch aus Schweizer Seen und Gewässern gegessen haben, was er gegen die hohe PFAS-Belastung konkret tut – und bis wann?</li><li>Welche Sofortmassnahmen ergreift der Bundesrat, um die Fischerinnen und Fischer sowie die Konsumentinnen und Konsumenten von lokal gefangenem Fisch vor einer weiteren Belastung durch PFAS zu schützen?</li><li>Werden Blutspenden heute auf ihre PFAS-Konzentration untersucht? Wenn ja, wie hoch ist die durchschnittliche Belastung der Spenden und ab welcher Konzentration werden PFAS-belastete Spenden zurückgewiesen? Wenn nein, warum nicht?</li></ol>
  • PFAS-Belastung bei Fischern und in Schweizer Gewässern – weshalb handelt der Bundesrat nicht entschlossener?
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In der Schweiz wurden in jüngster Zeit hohe PFAS-Belastungen bei Mensch und Umwelt festgestellt. Besonders alarmierend ist ein Fall, in dem ein Fischer, der regelmässig selbst gefangenen Fisch konsumiert, einen PFAS-Blutwert von&nbsp;537 µg/L&nbsp;aufwies. Das ist das 77-fache dessen, was als gesundheitlich unbedenklich gilt! Gleichzeitig werden in Fischen aus Schweizer Gewässern teilweise stark erhöhte PFAS-Konzentrationen festgestellt. Die Kantone Zug, Aargau, Wallis und St. Gallen habe für gewisse Gewässer Fangverbote erlassen oder Verzehrhinweise publiziert.</p><p>Die Situation ist aus gesundheits- und umweltpolitischer Sicht höchst besorgniserregend: &nbsp;PFAS können das Immunsystem beeinträchtigen, die Schilddrüsenfunktion stören, zum Auftreten von Nieren- und Hodenkrebs beitragen, die Leber schädigen, zu erhöhten Cholesterinwerten führen und sich negativ auf die Gesundheit der Mutter und des Embryos auswirken.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Dass Menschen via Konsum von lokal gefangenem Fisch derart hohe Blutwerte akkumulieren können zeigt, dass bisherige Reduktionsmassnahmen völlig unzureichend sind. Angesichts der Persistenz dieser Stoffe droht ohne rasches Handeln eine weitere Anreicherung von PFAS in Umwelt und Bevölkerung.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Angesichts dieses Einzelbefundes: Wie schätzt er die PFAS-Belastung der Fischerinnen und Fischer in der Schweiz bzw. ihrer Familien ein?</li><li>Falls er hierzu keine Angaben machen kann: Wäre dies möglich, wenn der Bund ein Human-Biomonitoring hätte? Wäre dann die hohe PFAS-Belastung von Menschen, die einheimischen Wildfisch konsumieren, möglicherweise früher aufgefallen?</li><li>Was genau empfiehlt er Menschen, welche in den letzten Jahren regelmässig Fische aus Schweizer Seen und Gewässern gegessen haben, zu ihrer eigenen Sicherheit abzuklären/zu tun?</li><li>Was genau erklärt er Menschen, welche in den letzten Jahren regelmässig Fisch aus Schweizer Seen und Gewässern gegessen haben, was er gegen die hohe PFAS-Belastung konkret tut – und bis wann?</li><li>Welche Sofortmassnahmen ergreift der Bundesrat, um die Fischerinnen und Fischer sowie die Konsumentinnen und Konsumenten von lokal gefangenem Fisch vor einer weiteren Belastung durch PFAS zu schützen?</li><li>Werden Blutspenden heute auf ihre PFAS-Konzentration untersucht? Wenn ja, wie hoch ist die durchschnittliche Belastung der Spenden und ab welcher Konzentration werden PFAS-belastete Spenden zurückgewiesen? Wenn nein, warum nicht?</li></ol>
    • PFAS-Belastung bei Fischern und in Schweizer Gewässern – weshalb handelt der Bundesrat nicht entschlossener?

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