Permethrin und Deltamethrin: Was unternimmt der Bundesrat, dass ökotoxikologisch schädliche Tierarzneimittel nicht durch noch schädlichere ersetzt werden?
- ShortId
-
26.3364
- Id
-
20263364
- Updated
-
08.04.2026 14:43
- Language
-
de
- Title
-
Permethrin und Deltamethrin: Was unternimmt der Bundesrat, dass ökotoxikologisch schädliche Tierarzneimittel nicht durch noch schädlichere ersetzt werden?
- AdditionalIndexing
-
52;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Permethrin und Deltamethrin sind ökotoxische Breitband-Insektizide mit gleichem Wirkmechanismus. Permethrin ist als Biozid und – beschränkt auf Hunde – als Tierarzneimittel (TAM), nicht aber als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Deltamethrin hat Zulassungen in allen drei Bereichen. Deltamethrin tritt in sehr hohen Konzentrationen in Gewässern auf (Hundert- bis Mehrtausendfache Überschreitung der ökotoxikologischen Schwellenwerte [CQK]). Im Luzerner Fluss Wyna etwa wurde gemäss NZZ am Sonntag eine 4’200fache Überschreitung gefunden.</p><p>Gemäss BAFU werden pro Jahr 1’500 bis 2’000 kg Permethrin verkauft, ein grosser Teil davon als «Pour-on» (Aufgiessmittel) gegen Ektoparasiten bei Nutz- und Weidetieren. Gemäss der Gemeinsamen Anmeldestelle für Chemikalien gelten diese als TAM. Eine Biozid-Bewilligung ist unzulässig. Die letzte lief 2025 aus. Bisher ist jedoch kein Pour-on als TAM zugelassen. Sollte keine Zulassung als TAM erfolgen, sinkt die Anwendungsmenge auf einen Bruchteil. Das wäre soweit positiv zu würdigen, weil Permethrin stark gewässerschädlich ist (CQK: 2.7*10<sup>-4</sup> µg/l) und weniger gefährliche Alternativprodukte zugelassen sind.</p><p>Es droht allerdings, dass die Nutztierhalter anstelle von TAM mit Permethrin solche mit Deltamethrin verwenden. Deltamethrin (CQK: 1.7*10<sup>-6</sup> µg/l) ist rund 150 mal stärker gewässertoxisch als Permethrin. Es stellen sich folgende Fragen:</p><p> </p><p>Wir bitten den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:<br>1. Welcher Anteil der Permethrin-Verkaufsmenge von 1’500 – 2'000 kg/a wurde als Pour-on eingesetzt?<br>2. Wie stark ist die Gewässerbelastung mit Permethrin und welchen Anteil daran haben Pour-on?<br>3. Welche Erkenntnisse liegen dem Bundesrat über Umweltrisiken durch Pour-on vor?<br>4. Werden Pour-on mit Permethrin demnächst als Tierarzneimittel zugelassen?<br>5. Falls nein, was unternimmt der Bundesrat, damit Pour-ons mit Permethrin nicht durch Pour-ons mit dem 150mal gewässertoxischeren Deltamethrin ersetzt werden?<br>6. Welche für Gewässer und Bestäuberinsekten weniger schädlichen Alternativen gibt es zu Tierarzneimitteln mit Permethrin oder Deltamethrin?<br>7. Ist der Bundesrat bereit, gewässer- und umweltschädliche Tierarzneimittel, namentlich solche mit Deltamethrin, aus dem Verkehr zu ziehen oder diese zur Anwendung als Tierarzneimittel zu verbieten?<br> </p>
- Permethrin und Deltamethrin: Was unternimmt der Bundesrat, dass ökotoxikologisch schädliche Tierarzneimittel nicht durch noch schädlichere ersetzt werden?
- State
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Eingereicht
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Permethrin und Deltamethrin sind ökotoxische Breitband-Insektizide mit gleichem Wirkmechanismus. Permethrin ist als Biozid und – beschränkt auf Hunde – als Tierarzneimittel (TAM), nicht aber als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Deltamethrin hat Zulassungen in allen drei Bereichen. Deltamethrin tritt in sehr hohen Konzentrationen in Gewässern auf (Hundert- bis Mehrtausendfache Überschreitung der ökotoxikologischen Schwellenwerte [CQK]). Im Luzerner Fluss Wyna etwa wurde gemäss NZZ am Sonntag eine 4’200fache Überschreitung gefunden.</p><p>Gemäss BAFU werden pro Jahr 1’500 bis 2’000 kg Permethrin verkauft, ein grosser Teil davon als «Pour-on» (Aufgiessmittel) gegen Ektoparasiten bei Nutz- und Weidetieren. Gemäss der Gemeinsamen Anmeldestelle für Chemikalien gelten diese als TAM. Eine Biozid-Bewilligung ist unzulässig. Die letzte lief 2025 aus. Bisher ist jedoch kein Pour-on als TAM zugelassen. Sollte keine Zulassung als TAM erfolgen, sinkt die Anwendungsmenge auf einen Bruchteil. Das wäre soweit positiv zu würdigen, weil Permethrin stark gewässerschädlich ist (CQK: 2.7*10<sup>-4</sup> µg/l) und weniger gefährliche Alternativprodukte zugelassen sind.</p><p>Es droht allerdings, dass die Nutztierhalter anstelle von TAM mit Permethrin solche mit Deltamethrin verwenden. Deltamethrin (CQK: 1.7*10<sup>-6</sup> µg/l) ist rund 150 mal stärker gewässertoxisch als Permethrin. Es stellen sich folgende Fragen:</p><p> </p><p>Wir bitten den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:<br>1. Welcher Anteil der Permethrin-Verkaufsmenge von 1’500 – 2'000 kg/a wurde als Pour-on eingesetzt?<br>2. Wie stark ist die Gewässerbelastung mit Permethrin und welchen Anteil daran haben Pour-on?<br>3. Welche Erkenntnisse liegen dem Bundesrat über Umweltrisiken durch Pour-on vor?<br>4. Werden Pour-on mit Permethrin demnächst als Tierarzneimittel zugelassen?<br>5. Falls nein, was unternimmt der Bundesrat, damit Pour-ons mit Permethrin nicht durch Pour-ons mit dem 150mal gewässertoxischeren Deltamethrin ersetzt werden?<br>6. Welche für Gewässer und Bestäuberinsekten weniger schädlichen Alternativen gibt es zu Tierarzneimitteln mit Permethrin oder Deltamethrin?<br>7. Ist der Bundesrat bereit, gewässer- und umweltschädliche Tierarzneimittel, namentlich solche mit Deltamethrin, aus dem Verkehr zu ziehen oder diese zur Anwendung als Tierarzneimittel zu verbieten?<br> </p>
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