Versorgungssicherheit im Bereich der Ernährung
- ShortId
-
26.3381
- Id
-
20263381
- Updated
-
13.04.2026 16:18
- Language
-
de
- Title
-
Versorgungssicherheit im Bereich der Ernährung
- AdditionalIndexing
-
2841;09
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Art. 104a BV verpflichtet Bund und Kantone, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Die Stimmbevölkerung hat diesen Auftrag 2017 klar bestätigt. Versorgungssicherheit umfasst neben der Produktion und Lagerhaltung auch funktionsfähige, diversifizierte und krisenfeste Verarbeitungskapazitäten.</p><p> </p><p>In bisherigen Strategien bleibt die strukturelle Resilienz der inländischen Verarbeitung unzureichend berücksichtigt. Die fortschreitende Konzentration in der Lebensmittelverarbeitung – etwa in der Fleisch-, Milch- oder Getreidebranche – erhöht die Verwundbarkeit. Wenige grosse Standorte ersetzen regionale Betriebe. Dadurch wachsen Abhängigkeiten von einzelnen Akteuren sowie von Energie-, IT- und Logistiksystemen; dezentrale Strukturen und Reserven gehen verloren. Einmal abgebaute Kapazitäten lassen sich kurzfristig nicht wiederherstellen.</p><p> </p><p>Die sicherheitspolitische Lage hat sich verschärft. Die Sicherheitspolitische Strategie 2026 betont die Stärkung der wirtschaftlichen Landesversorgung und des Versorgungsmonitorings im Umgang mit hybriden Bedrohungen und systemischen Risiken. Treffen externe Schocks auf hoch konzentrierte inländische Strukturen, kann dies gravierende Versorgungsstörungen auslösen. Kritische Verarbeitungskapazitäten verdienen daher vergleichbare Aufmerksamkeit wie Vorleistungen oder Energieinfrastrukturen.</p><p> </p><p>Der Bundesrat soll deshalb:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>eine Risikobeurteilung der inländischen Verarbeitungsinfrastruktur (insb. bei Grundnahrungsmitteln) vorlegen</li><li>versorgungssicherheitsrelevante Verarbeitungskapazitäten im Rahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung prüfen und mit minimalen Anforderungen zur strukturellen Resilienz versehen</li><li>geeignete Instrumente entwickeln, um regionale Diversifikation, diskriminierungsfreien Marktzugang und Mehrlieferantenstrategien zu fördern</li></ul><p>Eine regional diversifizierte Verarbeitungslandschaft ist Voraussetzung für eine nachhaltige und krisenfeste Ernährungssicherheit – und damit für einen zentralen Pfeiler der nationalen Sicherheit.</p>
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in der Sicherheitspolitischen Strategie 2026 die Versorgungssicherheit im Bereich der Ernährung als zentralen Bestandteil der nationalen Sicherheit zu behandeln und Grundlagen zu schaffen, welche resiliente, regional verankerte Verarbeitungsstrukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärkt.</p>
- Versorgungssicherheit im Bereich der Ernährung
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Art. 104a BV verpflichtet Bund und Kantone, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Die Stimmbevölkerung hat diesen Auftrag 2017 klar bestätigt. Versorgungssicherheit umfasst neben der Produktion und Lagerhaltung auch funktionsfähige, diversifizierte und krisenfeste Verarbeitungskapazitäten.</p><p> </p><p>In bisherigen Strategien bleibt die strukturelle Resilienz der inländischen Verarbeitung unzureichend berücksichtigt. Die fortschreitende Konzentration in der Lebensmittelverarbeitung – etwa in der Fleisch-, Milch- oder Getreidebranche – erhöht die Verwundbarkeit. Wenige grosse Standorte ersetzen regionale Betriebe. Dadurch wachsen Abhängigkeiten von einzelnen Akteuren sowie von Energie-, IT- und Logistiksystemen; dezentrale Strukturen und Reserven gehen verloren. Einmal abgebaute Kapazitäten lassen sich kurzfristig nicht wiederherstellen.</p><p> </p><p>Die sicherheitspolitische Lage hat sich verschärft. Die Sicherheitspolitische Strategie 2026 betont die Stärkung der wirtschaftlichen Landesversorgung und des Versorgungsmonitorings im Umgang mit hybriden Bedrohungen und systemischen Risiken. Treffen externe Schocks auf hoch konzentrierte inländische Strukturen, kann dies gravierende Versorgungsstörungen auslösen. Kritische Verarbeitungskapazitäten verdienen daher vergleichbare Aufmerksamkeit wie Vorleistungen oder Energieinfrastrukturen.</p><p> </p><p>Der Bundesrat soll deshalb:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>eine Risikobeurteilung der inländischen Verarbeitungsinfrastruktur (insb. bei Grundnahrungsmitteln) vorlegen</li><li>versorgungssicherheitsrelevante Verarbeitungskapazitäten im Rahmen der wirtschaftlichen Landesversorgung prüfen und mit minimalen Anforderungen zur strukturellen Resilienz versehen</li><li>geeignete Instrumente entwickeln, um regionale Diversifikation, diskriminierungsfreien Marktzugang und Mehrlieferantenstrategien zu fördern</li></ul><p>Eine regional diversifizierte Verarbeitungslandschaft ist Voraussetzung für eine nachhaltige und krisenfeste Ernährungssicherheit – und damit für einen zentralen Pfeiler der nationalen Sicherheit.</p>
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, in der Sicherheitspolitischen Strategie 2026 die Versorgungssicherheit im Bereich der Ernährung als zentralen Bestandteil der nationalen Sicherheit zu behandeln und Grundlagen zu schaffen, welche resiliente, regional verankerte Verarbeitungsstrukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärkt.</p>
- Versorgungssicherheit im Bereich der Ernährung
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