Steuerschlupflöcher schliessen mit automatischem Informationsaustausch für Konten im Inland

ShortId
26.3436
Id
20263436
Updated
13.04.2026 12:19
Language
de
Title
Steuerschlupflöcher schliessen mit automatischem Informationsaustausch für Konten im Inland
AdditionalIndexing
24;2446
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In der Schweiz existiert heute kein automatischer Informationsaustausch (AIA) für Konten im Inland. Der automatische Informationsaustausch mit dem Ausland, der seit 2017 in Kraft ist, führte dazu, dass im Rahmen der einmaligen Steueramnestie Schwarzgelder von 35 Milliarden Franken ans Licht kamen, die zuvor nicht deklariert wurden.1 Es kann davon ausgegangen werden, dass die Situation im Inland ähnlich aussieht, vor allem bei den obersten 1%, die heute 42% der gesamten Vermögenswerte auf sich vereinen.2 Der Lausanner Ökonom Marius Brülhart schätzt, dass in der Schweiz Vermögen in der Höhe von 400 Mia. Franken vor dem Fiskus versteckt werden.3 Das wären ungefähr 60% des Bruttoinlandprodukts. Angesichts der finanziellen Herausforderungen, vor denen der Bund, aber auch viele Kantone stehen, erscheint das Stopfen von Steuerschlupflöchern als ein dringliches Anliegen.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>&nbsp;</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass die obersten 1% der Vermögenden in der Schweiz einen signifikanten Teil ihres Vermögens aktuell nicht deklarieren?</p><p>2. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass Bund und Kantone mit der Einführung eines Registers für wirtschaftlich Berechtigte im Rahmen des neuen «Gesetzes über die Transparenz juristischer Personen» (TJPG) über ausreichende Informationen verfügen, um zu verhindern, dass vermögende Personen Teile ihres Vermögens in komplizierten Firmenstrukturen platzieren (zum Beispiel Holdinggesellschaften), um kantonale Vermögenssteuern zu umgehen?</p><p>3. Welche Informationsaustausch-Mechanismen und Steuertransparenz-Massnahmen müssten auf Bundesebene eingeführt werden, um bei einer allfälligen Einführung einer Bundesvermögenssteuer deren Einnahmenpotential auch tatsächlich ausschöpfen zu können?</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><sub>1 </sub><a href="https://www.taxobservatory.eu/publication/the-compliance-effects-of-the-automatic-exchange-of-information-evidence-from-the-swiss-tax-amnesty/"><sub>https://www.taxobservatory.eu/publication/the-compliance-effects-of-the-automatic-exchange-of-information-evidence-from-the-swiss-tax-amnesty/</sub></a></p><p><sub>2 Martínez, I. Z., Marti, S. &amp; Scheuer, F. (2025). Der Einfluss von Vermögenssteuern auf die Vermögensverteilung in den Schweizer Kantonen, 1969-2018. Social Change in Switzerland, N°40. doi: 10.22019/SC-2025-00002</sub></p><p><sub>3 https://x.com/Marius_Brulhart/status/1851351628877595122 (29.10.2024)</sub></p>
  • Steuerschlupflöcher schliessen mit automatischem Informationsaustausch für Konten im Inland
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In der Schweiz existiert heute kein automatischer Informationsaustausch (AIA) für Konten im Inland. Der automatische Informationsaustausch mit dem Ausland, der seit 2017 in Kraft ist, führte dazu, dass im Rahmen der einmaligen Steueramnestie Schwarzgelder von 35 Milliarden Franken ans Licht kamen, die zuvor nicht deklariert wurden.1 Es kann davon ausgegangen werden, dass die Situation im Inland ähnlich aussieht, vor allem bei den obersten 1%, die heute 42% der gesamten Vermögenswerte auf sich vereinen.2 Der Lausanner Ökonom Marius Brülhart schätzt, dass in der Schweiz Vermögen in der Höhe von 400 Mia. Franken vor dem Fiskus versteckt werden.3 Das wären ungefähr 60% des Bruttoinlandprodukts. Angesichts der finanziellen Herausforderungen, vor denen der Bund, aber auch viele Kantone stehen, erscheint das Stopfen von Steuerschlupflöchern als ein dringliches Anliegen.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>&nbsp;</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass die obersten 1% der Vermögenden in der Schweiz einen signifikanten Teil ihres Vermögens aktuell nicht deklarieren?</p><p>2. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass Bund und Kantone mit der Einführung eines Registers für wirtschaftlich Berechtigte im Rahmen des neuen «Gesetzes über die Transparenz juristischer Personen» (TJPG) über ausreichende Informationen verfügen, um zu verhindern, dass vermögende Personen Teile ihres Vermögens in komplizierten Firmenstrukturen platzieren (zum Beispiel Holdinggesellschaften), um kantonale Vermögenssteuern zu umgehen?</p><p>3. Welche Informationsaustausch-Mechanismen und Steuertransparenz-Massnahmen müssten auf Bundesebene eingeführt werden, um bei einer allfälligen Einführung einer Bundesvermögenssteuer deren Einnahmenpotential auch tatsächlich ausschöpfen zu können?</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><sub>1 </sub><a href="https://www.taxobservatory.eu/publication/the-compliance-effects-of-the-automatic-exchange-of-information-evidence-from-the-swiss-tax-amnesty/"><sub>https://www.taxobservatory.eu/publication/the-compliance-effects-of-the-automatic-exchange-of-information-evidence-from-the-swiss-tax-amnesty/</sub></a></p><p><sub>2 Martínez, I. Z., Marti, S. &amp; Scheuer, F. (2025). Der Einfluss von Vermögenssteuern auf die Vermögensverteilung in den Schweizer Kantonen, 1969-2018. Social Change in Switzerland, N°40. doi: 10.22019/SC-2025-00002</sub></p><p><sub>3 https://x.com/Marius_Brulhart/status/1851351628877595122 (29.10.2024)</sub></p>
    • Steuerschlupflöcher schliessen mit automatischem Informationsaustausch für Konten im Inland

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