Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in der Kakao-Lieferkette von Barry Callebaut
- ShortId
-
26.3488
- Id
-
20263488
- Updated
-
02.04.2026 13:58
- Language
-
de
- Title
-
Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in der Kakao-Lieferkette von Barry Callebaut
- AdditionalIndexing
-
55;1211;44;15;1231
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Aktuelle Medienberichte berichten davon, dass Brasilianische Untersuchungsbehörden auf einer Kakaofarm, die eine Tochterfirma des Schweizer Schokoladenproduzenten Barry Callebaut belieferte, sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit festgestellt wurden.</p><p>Gemäss des Berichts im Tagesanzeiger befreiten die Behörden neun Personen – darunter auch Kinder – von der Farm, auf der sie unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten mussten. Laut Inspektionsbericht, auf den sich der Tagesanzeiger beruft, lebten die Betroffenen in prekären Unterkünften ohne sauberes Trinkwasser, die als «schweres Gesundheitsrisiko» eingestuft wurden. Zudem erhielten sie kaum Lohn.</p><p>Die brasilianische Tochtergesellschaft von Barry Callebaut soll gemäss Bericht Kakao über Zwischenhändler bezogen haben, die von der betreffenden Farm beliefert wurden. </p><p>Brasilianische Behörden werfen dem Unternehmen vor, damit indirekt von Arbeitsbedingungen profitiert zu haben, die sie als «typisch für moderne Sklaverei» bezeichnen. Der Fall wird derzeit auch von der brasilianischen Justiz untersucht. Gegenüber dem Tagesanzeiger hält der brasilianische Staatsanwalt Luciano Aragão fest: Konzerne wie Barry Callebaut seien nicht bloss Käufer von Kakao. «Sie beherrschen den Markt, kontrollieren die Produktion, sodass sie auch eine Mitverantwortung für diese Kette haben». </p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Kenntnisse hat der Bundesrat über die Berichte bezüglich Kinderarbeit und sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen in der Kakao-Lieferkette von Barry Callebaut?</li><li>Schweizer Unternehmen unterstehen einer Sorgfaltspflicht in Bezug auf Kinderarbeit. Bei Verstössen drohen allerdings keine Konsequenzen. Wie beurteilt der Bundesrat vor dem Hintergrund dieser Berichte die Wirksamkeit der Sorgfaltspflichten in Bezug auf Kinderarbeit im OR?</li><li>Inwiefern wird der Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative aus Sicht des Bundesrates dazu beitragen, dass die Unternehmen diese Verantwortung auch tatsächlich einhalten?</li></ol>
- Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in der Kakao-Lieferkette von Barry Callebaut
- State
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Eingereicht
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Aktuelle Medienberichte berichten davon, dass Brasilianische Untersuchungsbehörden auf einer Kakaofarm, die eine Tochterfirma des Schweizer Schokoladenproduzenten Barry Callebaut belieferte, sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit festgestellt wurden.</p><p>Gemäss des Berichts im Tagesanzeiger befreiten die Behörden neun Personen – darunter auch Kinder – von der Farm, auf der sie unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten mussten. Laut Inspektionsbericht, auf den sich der Tagesanzeiger beruft, lebten die Betroffenen in prekären Unterkünften ohne sauberes Trinkwasser, die als «schweres Gesundheitsrisiko» eingestuft wurden. Zudem erhielten sie kaum Lohn.</p><p>Die brasilianische Tochtergesellschaft von Barry Callebaut soll gemäss Bericht Kakao über Zwischenhändler bezogen haben, die von der betreffenden Farm beliefert wurden. </p><p>Brasilianische Behörden werfen dem Unternehmen vor, damit indirekt von Arbeitsbedingungen profitiert zu haben, die sie als «typisch für moderne Sklaverei» bezeichnen. Der Fall wird derzeit auch von der brasilianischen Justiz untersucht. Gegenüber dem Tagesanzeiger hält der brasilianische Staatsanwalt Luciano Aragão fest: Konzerne wie Barry Callebaut seien nicht bloss Käufer von Kakao. «Sie beherrschen den Markt, kontrollieren die Produktion, sodass sie auch eine Mitverantwortung für diese Kette haben». </p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Kenntnisse hat der Bundesrat über die Berichte bezüglich Kinderarbeit und sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen in der Kakao-Lieferkette von Barry Callebaut?</li><li>Schweizer Unternehmen unterstehen einer Sorgfaltspflicht in Bezug auf Kinderarbeit. Bei Verstössen drohen allerdings keine Konsequenzen. Wie beurteilt der Bundesrat vor dem Hintergrund dieser Berichte die Wirksamkeit der Sorgfaltspflichten in Bezug auf Kinderarbeit im OR?</li><li>Inwiefern wird der Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative aus Sicht des Bundesrates dazu beitragen, dass die Unternehmen diese Verantwortung auch tatsächlich einhalten?</li></ol>
- Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in der Kakao-Lieferkette von Barry Callebaut
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