Gesundheits- und Umweltfolgen durch Blei-Recycling in Nigeria – Rolle eines Schweizer Rohstoffhändlers
- ShortId
-
26.3492
- Id
-
20263492
- Updated
-
15.04.2026 13:39
- Language
-
de
- Title
-
Gesundheits- und Umweltfolgen durch Blei-Recycling in Nigeria – Rolle eines Schweizer Rohstoffhändlers
- AdditionalIndexing
-
2841;52;1231;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Recherchen der The New York Times und des Investigativportals The Examination weisen auf schwerwiegende Gesundheits- und Umweltprobleme im nigerianischen Ogijo nahe Lagos hin, einem Zentrum des Bleirecyclings. In mehreren Schmelzereien werden alte Autobatterien eingeschmolzen, häufig unter mangelhaften Umwelt- und Arbeitsschutzbedingungen. Dabei gelangen giftige Bleiemissionen in die Umgebung.</p><p> </p><p>Bluttests zeigen gemäss der Recherche alarmierende Werte: Rund sieben von zehn getesteten Bewohner:innen wiesen erhöhte Bleiwerte auf, bei mehr als der Hälfte der untersuchten Kinder lagen die Werte in einem Bereich, der mit einem Risiko dauerhafter Hirnschäden verbunden ist. Auch bei allen getesteten Fabrikarbeitern wurde eine Bleivergiftung festgestellt. Bodenproben nahe einer Schule zeigten eine starke Kontamination.</p><p> </p><p>Der Schweizer Rohstoffhändler Trafigura bezog in den vergangenen Jahren recyceltes Blei von mehreren Schmelzereien in Ogijo, darunter auch von True Metals, die gemäss der Recherche zu den grössten und zugleich besonders umweltbelastenden Anlagen der Region gehört. </p><p> </p><p>Der Fall wirft Fragen zur Verantwortung von in der Schweiz ansässigen Rohstoffunternehmen entlang globaler Lieferketten auf.</p><p> </p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Kenntnisse hat der Bundesrat über die in den Medien geschilderten Umwelt- und Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit Blei-Recycling in Ogijo (Nigeria)?</li><li>Ist dem Bundesrat bekannt, in welchem Umfang in der Schweiz ansässige Rohstoffunternehmen – insbesondere Trafigura – recyceltes Blei aus solchen Anlagen beziehen oder gehandelt haben?</li><li>Wie trägt die Schweiz dazu bei, dass Recyclingprozesse für strategisch wichtige Metalle weltweit unter sicheren und umweltverträglichen Bedingungen erfolgen?</li><li>Recycelte Mineralien und Metalle unterstehen nicht der Konfliktmineralienregulierung. Angesichts der hohen Umweltrisiken beim Recycling wären menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten für den Handel und die Förderung von Blei angezeigt. Ist der Bundesrat bereit, die Konfliktmineralienregulierung auf recycelte Metalle und Mineralien auszudehnen und Blei sowie allenfalls weitere Metalle in die Regulierung aufzunehmen und einer wirksamen Durchsetzung zu unterstellen, etwa im Rahmen des Gegenvorschlags zur Konzernverantwortungsinitiative?</li></ol>
- Gesundheits- und Umweltfolgen durch Blei-Recycling in Nigeria – Rolle eines Schweizer Rohstoffhändlers
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Recherchen der The New York Times und des Investigativportals The Examination weisen auf schwerwiegende Gesundheits- und Umweltprobleme im nigerianischen Ogijo nahe Lagos hin, einem Zentrum des Bleirecyclings. In mehreren Schmelzereien werden alte Autobatterien eingeschmolzen, häufig unter mangelhaften Umwelt- und Arbeitsschutzbedingungen. Dabei gelangen giftige Bleiemissionen in die Umgebung.</p><p> </p><p>Bluttests zeigen gemäss der Recherche alarmierende Werte: Rund sieben von zehn getesteten Bewohner:innen wiesen erhöhte Bleiwerte auf, bei mehr als der Hälfte der untersuchten Kinder lagen die Werte in einem Bereich, der mit einem Risiko dauerhafter Hirnschäden verbunden ist. Auch bei allen getesteten Fabrikarbeitern wurde eine Bleivergiftung festgestellt. Bodenproben nahe einer Schule zeigten eine starke Kontamination.</p><p> </p><p>Der Schweizer Rohstoffhändler Trafigura bezog in den vergangenen Jahren recyceltes Blei von mehreren Schmelzereien in Ogijo, darunter auch von True Metals, die gemäss der Recherche zu den grössten und zugleich besonders umweltbelastenden Anlagen der Region gehört. </p><p> </p><p>Der Fall wirft Fragen zur Verantwortung von in der Schweiz ansässigen Rohstoffunternehmen entlang globaler Lieferketten auf.</p><p> </p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Kenntnisse hat der Bundesrat über die in den Medien geschilderten Umwelt- und Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit Blei-Recycling in Ogijo (Nigeria)?</li><li>Ist dem Bundesrat bekannt, in welchem Umfang in der Schweiz ansässige Rohstoffunternehmen – insbesondere Trafigura – recyceltes Blei aus solchen Anlagen beziehen oder gehandelt haben?</li><li>Wie trägt die Schweiz dazu bei, dass Recyclingprozesse für strategisch wichtige Metalle weltweit unter sicheren und umweltverträglichen Bedingungen erfolgen?</li><li>Recycelte Mineralien und Metalle unterstehen nicht der Konfliktmineralienregulierung. Angesichts der hohen Umweltrisiken beim Recycling wären menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten für den Handel und die Förderung von Blei angezeigt. Ist der Bundesrat bereit, die Konfliktmineralienregulierung auf recycelte Metalle und Mineralien auszudehnen und Blei sowie allenfalls weitere Metalle in die Regulierung aufzunehmen und einer wirksamen Durchsetzung zu unterstellen, etwa im Rahmen des Gegenvorschlags zur Konzernverantwortungsinitiative?</li></ol>
- Gesundheits- und Umweltfolgen durch Blei-Recycling in Nigeria – Rolle eines Schweizer Rohstoffhändlers
Back to List