Aussagekräftige Einkommensvergleiche in der Landwirtschaft

ShortId
26.3530
Id
20263530
Updated
26.05.2026 10:48
Language
de
Title
Aussagekräftige Einkommensvergleiche in der Landwirtschaft
AdditionalIndexing
55;44
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Ein Vergleich zwischen dem 3. Quartil der Landwirtschaft und dem Median des 2. und 3. Sektors ist wissenschaftlich nicht sachgerecht. Eine solche Vorgehensweise ist weder objektiv noch repräsentativ, da unterschiedliche statistische Lageparameter miteinander verglichen werden.&nbsp;Mit diesem Vergleich wird die Rentabilität der rund 35’300 übrigen landwirtschaftlichen Betriebe ausgeblendet und die Einkommenssituation in der Landwirtschaft stark beschönigt.</p><p>Für Einkommensvergleiche gilt der Median als anerkannte und geeignete Vergleichsgrösse. Er ist robust gegenüber Ausreissern, da extrem tiefe oder hohe Einkommen den Wert nur gering beeinflussen. Deshalb eignet er sich besonders bei ungleicher Einkommensverteilung ohne Normalverteilung, wie sie in der Landwirtschaft häufig vorkommt. Er bildet die typische Einkommenssituation ab, da 50 % der Einkommen darüber und 50 % darunter liegen.</p><p>Ein fairer und realistischer Einkommensvergleich setzt eine einheitliche und konsistente Vergleichsgrösse voraus. Wird das 3. Quartil als Vergleichsgrösse verwendet, entsteht ein verzerrtes Bild der Einkommensrealität, da es lediglich die Grenze zum oberen Einkommensviertel definiert und somit nicht die typische Einkommenssituation der Mehrheit abbildet. Die tatsächliche Einkommenslage wird dadurch nur eingeschränkt sichtbar.</p><p>Das Einkommen muss zusätzlich mit dem Stundenlohn der Familienarbeitskräfte verglichen werden. Dieser berücksichtigt neben dem Einkommen auch den aufgewendeten Arbeitseinsatz. Weiter ist auf die Einführung des Begriffs «Haushaltseinkommen» zu verzichten. Diese Grösse hat mit dem Verdienst, der aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit erzielt werden kann, nichts zu tun.</p><p>Gleiches ist Gleichem gegenüberzustellen.&nbsp;Deshalb soll der Einkommensvergleich auf einer wissenschaftlich fundierten und repräsentativen Grundlage erfolgen – mit dem Median als Vergleichsgrösse.</p>
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, künftig den Einkommensvergleich gemäss Artikel 5 LwG zwischen den Selbständigerwerbenden in der Landwirtschaft mit den Angestellten im 2. und 3. Sektor auf Basis der Medianwerte vorzunehmen.</p><p>&nbsp;</p><p>Eine Minderheit (Walti Beat, Dobler Marcel, Flach, Grossen Jürg, Schneeberger) beantragt, die Motion abzulehnen.&nbsp;</p>
  • Aussagekräftige Einkommensvergleiche in der Landwirtschaft
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Ein Vergleich zwischen dem 3. Quartil der Landwirtschaft und dem Median des 2. und 3. Sektors ist wissenschaftlich nicht sachgerecht. Eine solche Vorgehensweise ist weder objektiv noch repräsentativ, da unterschiedliche statistische Lageparameter miteinander verglichen werden.&nbsp;Mit diesem Vergleich wird die Rentabilität der rund 35’300 übrigen landwirtschaftlichen Betriebe ausgeblendet und die Einkommenssituation in der Landwirtschaft stark beschönigt.</p><p>Für Einkommensvergleiche gilt der Median als anerkannte und geeignete Vergleichsgrösse. Er ist robust gegenüber Ausreissern, da extrem tiefe oder hohe Einkommen den Wert nur gering beeinflussen. Deshalb eignet er sich besonders bei ungleicher Einkommensverteilung ohne Normalverteilung, wie sie in der Landwirtschaft häufig vorkommt. Er bildet die typische Einkommenssituation ab, da 50 % der Einkommen darüber und 50 % darunter liegen.</p><p>Ein fairer und realistischer Einkommensvergleich setzt eine einheitliche und konsistente Vergleichsgrösse voraus. Wird das 3. Quartil als Vergleichsgrösse verwendet, entsteht ein verzerrtes Bild der Einkommensrealität, da es lediglich die Grenze zum oberen Einkommensviertel definiert und somit nicht die typische Einkommenssituation der Mehrheit abbildet. Die tatsächliche Einkommenslage wird dadurch nur eingeschränkt sichtbar.</p><p>Das Einkommen muss zusätzlich mit dem Stundenlohn der Familienarbeitskräfte verglichen werden. Dieser berücksichtigt neben dem Einkommen auch den aufgewendeten Arbeitseinsatz. Weiter ist auf die Einführung des Begriffs «Haushaltseinkommen» zu verzichten. Diese Grösse hat mit dem Verdienst, der aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit erzielt werden kann, nichts zu tun.</p><p>Gleiches ist Gleichem gegenüberzustellen.&nbsp;Deshalb soll der Einkommensvergleich auf einer wissenschaftlich fundierten und repräsentativen Grundlage erfolgen – mit dem Median als Vergleichsgrösse.</p>
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, künftig den Einkommensvergleich gemäss Artikel 5 LwG zwischen den Selbständigerwerbenden in der Landwirtschaft mit den Angestellten im 2. und 3. Sektor auf Basis der Medianwerte vorzunehmen.</p><p>&nbsp;</p><p>Eine Minderheit (Walti Beat, Dobler Marcel, Flach, Grossen Jürg, Schneeberger) beantragt, die Motion abzulehnen.&nbsp;</p>
    • Aussagekräftige Einkommensvergleiche in der Landwirtschaft

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