KV Reform - Bilanz ziehen und Qualität wieder herstellen
- ShortId
-
26.3904
- Id
-
20263904
- Updated
-
03.07.2026 10:49
- Language
-
de
- Title
-
KV Reform - Bilanz ziehen und Qualität wieder herstellen
- AdditionalIndexing
-
32
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Im Sommer 2023 trat die so genannte "KV-Reform" (Reform Kaufleute) in Kraft. Erstmals begannen Lernende ihre Ausbildung nach der neuen Bildungsverordnung. In den letzten Wochen wurden nun erstmals die Qualifikationsverfahren (im Volksmund noch immer "Lehrabschlussprüfungen") gemäss KV-Reform durchgeführt. Dabei zeigen sich die eklatanten Schwächen der neuen Konzeption auf dramatische Weise: </p><ul><li>Frustrierte Lehrpersonen korrigieren tagelang von den (ebenfalls oft frustrierten) Lernenden vollständig (und gewollt) mit künstlicher Intelligenz produzierte Prüfungsantworten;</li><li>Fachwissen darf nicht mehr abgefragt werden und es wird nicht überprüft, ob die gemäss Reform-Bildungsplan unterrichteten Leistungsziele erreicht werden;</li><li>Die Validität ist stark eingeschränkt, da die Lernenden die Prüfung mit der KI lösen. Geprüft wird primär die Fähigkeit, Prompts zu formulieren und Ergebnisse zu filtern. Dafür braucht es keine 3-jährige Ausbildung;</li><li>Der Prüfungsumfang macht die KI-Nutzung für die Lernenden zwingend, so dass keine Unterschiede zwischen starken und weniger starken Lernenden festgestellt werden können, sondern die beste, kostenpflichtige KI das beste Ergebnis liefert; </li><li>Da nicht alle Lernenden die gleichen (kostenpflichtigen) KI-Modelle nutzen können, widerspricht die Prüfung der Chancengleichheit;</li><li>Die Reliabilität leidet stark unter der Nutzung von KI. Die Systeme (wie ChatGPT, Copilot etc.) arbeiten probabilistisch und generieren bei identischen Eingaben unterschiedliche Antworten; </li><li>Das Sprachniveau vieler Absolventinnen und Absolventen ist erschreckend tief;</li><li>Es ist praktisch unmöglich, die mündlichen Prüfungen "rekursfest" zu gestalten und zu bewerten mit der Folge, dass ein Nichtbestehen der Prüfung praktisch unmöglich ist;</li><li>Für künftige Arbeitgebende ist es völlig unmöglich, dem Abschlusszeugnis der KV-Lehre Erkenntnisse zu den Fähigkeiten der Absolventinnen und Absolventen zu entnehmen. </li></ul><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Gesamtbilanz zieht der Bundesrat nach Durchführung der ersten Qualifikationsverfahren zur Gesamtwirkung der KV-Reform?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kreisen (OdA, Berufsschulen, Lehrbetriebe etc.) eine Überarbeitung des QV vor Ablauf der 5-Jahres-Frist für die Evaluation vorzunehmen, mit dem Ziel, die offensichtlichen Schwächen des jetzigen Verfahrens zu beseitigen?</li></ol>
- KV Reform - Bilanz ziehen und Qualität wieder herstellen
- State
-
Eingereicht
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Im Sommer 2023 trat die so genannte "KV-Reform" (Reform Kaufleute) in Kraft. Erstmals begannen Lernende ihre Ausbildung nach der neuen Bildungsverordnung. In den letzten Wochen wurden nun erstmals die Qualifikationsverfahren (im Volksmund noch immer "Lehrabschlussprüfungen") gemäss KV-Reform durchgeführt. Dabei zeigen sich die eklatanten Schwächen der neuen Konzeption auf dramatische Weise: </p><ul><li>Frustrierte Lehrpersonen korrigieren tagelang von den (ebenfalls oft frustrierten) Lernenden vollständig (und gewollt) mit künstlicher Intelligenz produzierte Prüfungsantworten;</li><li>Fachwissen darf nicht mehr abgefragt werden und es wird nicht überprüft, ob die gemäss Reform-Bildungsplan unterrichteten Leistungsziele erreicht werden;</li><li>Die Validität ist stark eingeschränkt, da die Lernenden die Prüfung mit der KI lösen. Geprüft wird primär die Fähigkeit, Prompts zu formulieren und Ergebnisse zu filtern. Dafür braucht es keine 3-jährige Ausbildung;</li><li>Der Prüfungsumfang macht die KI-Nutzung für die Lernenden zwingend, so dass keine Unterschiede zwischen starken und weniger starken Lernenden festgestellt werden können, sondern die beste, kostenpflichtige KI das beste Ergebnis liefert; </li><li>Da nicht alle Lernenden die gleichen (kostenpflichtigen) KI-Modelle nutzen können, widerspricht die Prüfung der Chancengleichheit;</li><li>Die Reliabilität leidet stark unter der Nutzung von KI. Die Systeme (wie ChatGPT, Copilot etc.) arbeiten probabilistisch und generieren bei identischen Eingaben unterschiedliche Antworten; </li><li>Das Sprachniveau vieler Absolventinnen und Absolventen ist erschreckend tief;</li><li>Es ist praktisch unmöglich, die mündlichen Prüfungen "rekursfest" zu gestalten und zu bewerten mit der Folge, dass ein Nichtbestehen der Prüfung praktisch unmöglich ist;</li><li>Für künftige Arbeitgebende ist es völlig unmöglich, dem Abschlusszeugnis der KV-Lehre Erkenntnisse zu den Fähigkeiten der Absolventinnen und Absolventen zu entnehmen. </li></ul><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Gesamtbilanz zieht der Bundesrat nach Durchführung der ersten Qualifikationsverfahren zur Gesamtwirkung der KV-Reform?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kreisen (OdA, Berufsschulen, Lehrbetriebe etc.) eine Überarbeitung des QV vor Ablauf der 5-Jahres-Frist für die Evaluation vorzunehmen, mit dem Ziel, die offensichtlichen Schwächen des jetzigen Verfahrens zu beseitigen?</li></ol>
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