Feuchttücher verstopfen das Abwassersystem: Sind zusätzliche Massnahmen erforderlich?

ShortId
26.3986
Id
20263986
Updated
25.06.2026 14:28
Language
de
Title
Feuchttücher verstopfen das Abwassersystem: Sind zusätzliche Massnahmen erforderlich?
AdditionalIndexing
52;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Feuchttücher stellen in der Schweiz eine zunehmende Belastung für die Abwasserinfrastruktur dar. Obwohl sie häufig als «spülbar» vermarktet werden, führen sie in Kanalisationen, Pumpwerken und Abwasserreinigungsanlagen zu Problemen. Sie lösen sich im Gegensatz zu Toilettenpapier nicht ausreichend auf und verursachen Verstopfungen, Betriebsstörungen sowie zusätzliche Kosten für Gemeinden und Betreiber. Neben den finanziellen Belastungen entstehen betriebliche Herausforderungen. Abwasserverbände berichten von mehr Einsätzen zur Entfernung sogenannter «Zöpfe» aus Feuchttüchern. Viele Produkte enthalten Kunststoffbestandteile und tragen zur Mikroplastikbelastung der Gewässer bei.</p><p>Die Problematik hat in den letzten Jahren sowohl im In- als auch im Ausland an Bedeutung gewonnen. Das Vereinigte Königreich hat bereits ein Verbot bestimmter Feuchttücher eingeführt. Auch auf EU-Ebene sowie in einzelnen Mitgliedstaaten wurden Kennzeichnungs- und Produktvorgaben verschärft, um Schäden an der Abwasserinfrastruktur zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die bestehenden Massnahmen in der Schweiz, die primär auf freiwillige Entsorgungsempfehlungen und Kennzeichnung setzen, ausreichend sind.</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Belastung der Schweizer Abwasserinfrastruktur durch Feuchttücher und andere Hygieneprodukte?</li><li>Sieht der Bundesrat Handlungsbedarf, die Vermarktung sogenannt «spülbarer» Feuchttücher stärker zu regulieren oder einzuschränken?</li><li>Wäre der Bundesrat bereit, eine verbindliche und einheitliche Kennzeichnung einzuführen, die klar auf die Nichtentsorgung in der Toilette hinweist?</li><li>Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, die Hersteller im Rahmen der erweiterten Produzentenverantwortung stärker an den Kosten für Reinigung und Infrastrukturunterhalt zu beteiligen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat den Bedarf für eine national koordinierte Sensibilisierungskampagne zu Hygieneprodukten im Abwassersystem, in Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden und Branchenorganisationen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die zusätzliche Umweltbelastung durch Mikroplastik aus Feuchttüchern im Kontext der Abwasserreinigung?</li><li>Welche Massnahmen sieht der Bundesrat grundsätzlich im Umgang mit anderen Hygieneprodukten (z. B. Wattestäbchen, Menstruationsprodukte oder Einweg-Hygieneartikel), die ebenfalls zu Verstopfungen und Belastungen der Abwasserinfrastruktur beitragen?</li></ol>
  • Feuchttücher verstopfen das Abwassersystem: Sind zusätzliche Massnahmen erforderlich?
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Feuchttücher stellen in der Schweiz eine zunehmende Belastung für die Abwasserinfrastruktur dar. Obwohl sie häufig als «spülbar» vermarktet werden, führen sie in Kanalisationen, Pumpwerken und Abwasserreinigungsanlagen zu Problemen. Sie lösen sich im Gegensatz zu Toilettenpapier nicht ausreichend auf und verursachen Verstopfungen, Betriebsstörungen sowie zusätzliche Kosten für Gemeinden und Betreiber. Neben den finanziellen Belastungen entstehen betriebliche Herausforderungen. Abwasserverbände berichten von mehr Einsätzen zur Entfernung sogenannter «Zöpfe» aus Feuchttüchern. Viele Produkte enthalten Kunststoffbestandteile und tragen zur Mikroplastikbelastung der Gewässer bei.</p><p>Die Problematik hat in den letzten Jahren sowohl im In- als auch im Ausland an Bedeutung gewonnen. Das Vereinigte Königreich hat bereits ein Verbot bestimmter Feuchttücher eingeführt. Auch auf EU-Ebene sowie in einzelnen Mitgliedstaaten wurden Kennzeichnungs- und Produktvorgaben verschärft, um Schäden an der Abwasserinfrastruktur zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die bestehenden Massnahmen in der Schweiz, die primär auf freiwillige Entsorgungsempfehlungen und Kennzeichnung setzen, ausreichend sind.</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Belastung der Schweizer Abwasserinfrastruktur durch Feuchttücher und andere Hygieneprodukte?</li><li>Sieht der Bundesrat Handlungsbedarf, die Vermarktung sogenannt «spülbarer» Feuchttücher stärker zu regulieren oder einzuschränken?</li><li>Wäre der Bundesrat bereit, eine verbindliche und einheitliche Kennzeichnung einzuführen, die klar auf die Nichtentsorgung in der Toilette hinweist?</li><li>Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, die Hersteller im Rahmen der erweiterten Produzentenverantwortung stärker an den Kosten für Reinigung und Infrastrukturunterhalt zu beteiligen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat den Bedarf für eine national koordinierte Sensibilisierungskampagne zu Hygieneprodukten im Abwassersystem, in Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden und Branchenorganisationen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die zusätzliche Umweltbelastung durch Mikroplastik aus Feuchttüchern im Kontext der Abwasserreinigung?</li><li>Welche Massnahmen sieht der Bundesrat grundsätzlich im Umgang mit anderen Hygieneprodukten (z. B. Wattestäbchen, Menstruationsprodukte oder Einweg-Hygieneartikel), die ebenfalls zu Verstopfungen und Belastungen der Abwasserinfrastruktur beitragen?</li></ol>
    • Feuchttücher verstopfen das Abwassersystem: Sind zusätzliche Massnahmen erforderlich?

Back to List