Struktureller Wettbewerbsnachteil für LandwirtInnen, die die externen Kosten internalisieren?

ShortId
26.4009
Id
20264009
Updated
01.07.2026 11:51
Language
de
Title
Struktureller Wettbewerbsnachteil für LandwirtInnen, die die externen Kosten internalisieren?
AdditionalIndexing
55;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Laut&nbsp;Forschungsinstitut für biologischen Landbau&nbsp;(FiBL) entstehen durch die Landwirtschaft und das Ernährungssystems in der Schweiz externe Kosten, etwa durch den Verlust an Biodiversität, die Verstärkung von Klimawandel und Wasserknappheit, durch durchprekäre Arbeitsbedingungen oder ungesunde Ernährung. Diese externen Kosten werden auf etwa&nbsp;CHF 30 Mrd. jährlich geschätzt. LandwirtInnen, die gemäss den Richtlinien einer Label-Organisation produzieren, internalisieren einen grossen Teil ihrer externen Kosten indem sie zum Beispiel auf Pestizide verzichten oder ihre Nutztierhaltung an die Futterproduktion auf dem eigenen Hof anpassen (standortangepasste Landwirtschaft).</p><p>In seiner Antwort auf die&nbsp;<a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20254345&amp;data=05%7C02%7Cursula.zybach%40parl.ch%7Cd6e02db064b449e94d8b08decd126ec3%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C639173676214406548%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=LSxh2AolQBQxwrwECaD31sp1TQ5PS23wO0hI4knuapk%3D&amp;reserved=0">Ip.&nbsp;25.4345</a> schreibt der Bundesrat, dass diese externen Kosten zum einen durch Marktversagen und zum anderen durch institutionelles Versagen entstehen.</p><p>Tatsächlich kommt eine neuere Studie vom FiBL und der ETH zum Schluss, dass die Schweizer Agrarpolitik derzeit&nbsp;viel zu starke Anreize für die Tierproduktion und den Fleischkonsum setzt und eine Transformation von der intensiven, kraftfutterbasierten Tierhaltung hin zu pflanzlichen Alternativen erschwert. Diese Bereiche der Agrarwirtschaft verursachen einen grossen Teil der externen Kosten. Weiter schreiben die Autoren, dass viele Massnahmen zur Senkung der externen Kosten bzw. zur Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bereits heute relativ einfach umgesetzt werden könnten.&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1.&nbsp;Was genau meint er in diesem Kontext mit «Marktversagen»?</p><p>2. Haben LandwirtInnen, welche nach Label-Standards produzieren einen Wettbewerbsnachteil,&nbsp;weil die aktuelle Agrarpolitik die externen Kosten grösstenteils dem Staat und kommenden Generationen aufbürdet, statt sie zu internalisieren, wie bei Label-ProduzentInnen? Wenn ja, wie signifikant ist dieser Vorteil? Wenn nein, warum nicht?</p><p>3. Was genau meint er in diesem Kontext mit institutionellem Versagen? Teilt er die Ansicht der obengenannten Studie, wonach derzeit zu starke Anreize für eine Nahrungsmittelproduktion mit hohen externen Kosten gesetzt werden? Falls nein, warum nicht?</p><p>4. Was sind heute die Hürden, welche die Umsetzung entsprechender Gegenmassnahmen&nbsp;verhindern? Ist Ziel der AP30+, solche Hürden abzubauen und solche Gegenmassnahmen umzusetzen?</p><p>&nbsp;</p>
  • Struktureller Wettbewerbsnachteil für LandwirtInnen, die die externen Kosten internalisieren?
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Laut&nbsp;Forschungsinstitut für biologischen Landbau&nbsp;(FiBL) entstehen durch die Landwirtschaft und das Ernährungssystems in der Schweiz externe Kosten, etwa durch den Verlust an Biodiversität, die Verstärkung von Klimawandel und Wasserknappheit, durch durchprekäre Arbeitsbedingungen oder ungesunde Ernährung. Diese externen Kosten werden auf etwa&nbsp;CHF 30 Mrd. jährlich geschätzt. LandwirtInnen, die gemäss den Richtlinien einer Label-Organisation produzieren, internalisieren einen grossen Teil ihrer externen Kosten indem sie zum Beispiel auf Pestizide verzichten oder ihre Nutztierhaltung an die Futterproduktion auf dem eigenen Hof anpassen (standortangepasste Landwirtschaft).</p><p>In seiner Antwort auf die&nbsp;<a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20254345&amp;data=05%7C02%7Cursula.zybach%40parl.ch%7Cd6e02db064b449e94d8b08decd126ec3%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C639173676214406548%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=LSxh2AolQBQxwrwECaD31sp1TQ5PS23wO0hI4knuapk%3D&amp;reserved=0">Ip.&nbsp;25.4345</a> schreibt der Bundesrat, dass diese externen Kosten zum einen durch Marktversagen und zum anderen durch institutionelles Versagen entstehen.</p><p>Tatsächlich kommt eine neuere Studie vom FiBL und der ETH zum Schluss, dass die Schweizer Agrarpolitik derzeit&nbsp;viel zu starke Anreize für die Tierproduktion und den Fleischkonsum setzt und eine Transformation von der intensiven, kraftfutterbasierten Tierhaltung hin zu pflanzlichen Alternativen erschwert. Diese Bereiche der Agrarwirtschaft verursachen einen grossen Teil der externen Kosten. Weiter schreiben die Autoren, dass viele Massnahmen zur Senkung der externen Kosten bzw. zur Erhöhung des Selbstversorgungsgrades bereits heute relativ einfach umgesetzt werden könnten.&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1.&nbsp;Was genau meint er in diesem Kontext mit «Marktversagen»?</p><p>2. Haben LandwirtInnen, welche nach Label-Standards produzieren einen Wettbewerbsnachteil,&nbsp;weil die aktuelle Agrarpolitik die externen Kosten grösstenteils dem Staat und kommenden Generationen aufbürdet, statt sie zu internalisieren, wie bei Label-ProduzentInnen? Wenn ja, wie signifikant ist dieser Vorteil? Wenn nein, warum nicht?</p><p>3. Was genau meint er in diesem Kontext mit institutionellem Versagen? Teilt er die Ansicht der obengenannten Studie, wonach derzeit zu starke Anreize für eine Nahrungsmittelproduktion mit hohen externen Kosten gesetzt werden? Falls nein, warum nicht?</p><p>4. Was sind heute die Hürden, welche die Umsetzung entsprechender Gegenmassnahmen&nbsp;verhindern? Ist Ziel der AP30+, solche Hürden abzubauen und solche Gegenmassnahmen umzusetzen?</p><p>&nbsp;</p>
    • Struktureller Wettbewerbsnachteil für LandwirtInnen, die die externen Kosten internalisieren?

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