Brustkrebs-Screening. Befreiung von der Franchise auf dem gesamten diagnostischen Pfad

ShortId
26.4639
Id
20264639
Updated
21.10.2026 16:13
Language
de
Title
Brustkrebs-Screening. Befreiung von der Franchise auf dem gesamten diagnostischen Pfad
AdditionalIndexing
2841
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Eine kürzlich durchgeführte Schweizer Studie zeigt, dass in Kantonen mit organisiertem Früherkennungsprogramm Brustkrebserkrankungen in früheren Stadien diagnostiziert werden und gleichzeitig die Tumore kleiner und die Lymphknoten weniger befallen sind.</p><p>Eine im Rahmen eines solchen Programms durchgeführte Mammografie wird von der OKP übernommen, wobei keine Franchise anfällt. Sobald aber eine Anomalie weiterführende Untersuchungen erforderlich macht, fällt diese Befreiung weg. Medizinisch indizierte zusätzliche Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen, MRTs, Biopsien und anatomisch-pathologische Analysen unterliegen somit der ordentlichen Franchise der Programmteilnehmerin.</p><p>Dieser Bruch auf dem diagnostischen Pfad lässt sich kaum rechtfertigen. Eine symptomfreie Frau, die der Einladung zu einem Früherkennungsprogramm folgt, kann nach einem auffälligen Befund nicht nur mit der Angst vor einer möglichen Krebserkrankung, sondern auch mit Kosten von mehreren hundert Franken konfrontiert sein, wenn sie eine hohe Franchise hat. Diese finanzielle Hürde kann dazu führen, dass manche Frauen notwendige Untersuchungen aufschieben oder ganz darauf verzichten. So entsteht ein bedeutendes Gerechtigkeitsproblem: Der Zugang zu den im Rahmen eines organisierten Programms erforderlichen Untersuchungen sollte nicht von den finanziellen Möglichkeiten abhängen.</p><p>Im Rahmen organisierter Darmkrebs-Früherkennungsprogramme erstreckt sich die Befreiung von der Franchise auf den gesamten diagnostischen Pfad. Der Test auf okkultes Blut im Stuhl (FIT), die Koloskopie anstelle eines FIT-Tests oder nach einem positiven FIT-Befund, Biopsien allfälliger Polypen und deren anatomisch-pathologische Untersuchung sind bis zu Bestätigung oder Ausschluss einer Krebserkrankung von der Franchise befreit.&nbsp;</p><p>Es gibt keinen medizinischen Grund, mit dem sich ein anderes Prinzip bei Brustkrebs rechtfertigen liesse.</p><p>Der Bundesrat verfügt gestützt auf Artikel 64 Absatz 6 Buchstabe d KVG bereits über die Kompetenz, Leistungen im Rahmen organisierter Präventionsprogramme von der Franchise auszunehmen.</p><p>Das Ziel ist nicht, jede Brustuntersuchung von der Franchise zu befreien, sondern lediglich Untersuchungen, die im Anschluss an eine Mammografie im Rahmen eines organisierten Früherkennungsprogramms erfolgen und zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Krebserkrankung erforderlich sind.</p>
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, damit Konsultationen und medizinisch indizierte weiterführende Screenings im Rahmen organisierter Brustkrebs-Früherkennungsprogramme bis zu Bestätigung oder Ausschluss einer Krebserkrankung von der Franchise befreit werden.</p>
  • Brustkrebs-Screening. Befreiung von der Franchise auf dem gesamten diagnostischen Pfad
State
Eingereicht
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Eine kürzlich durchgeführte Schweizer Studie zeigt, dass in Kantonen mit organisiertem Früherkennungsprogramm Brustkrebserkrankungen in früheren Stadien diagnostiziert werden und gleichzeitig die Tumore kleiner und die Lymphknoten weniger befallen sind.</p><p>Eine im Rahmen eines solchen Programms durchgeführte Mammografie wird von der OKP übernommen, wobei keine Franchise anfällt. Sobald aber eine Anomalie weiterführende Untersuchungen erforderlich macht, fällt diese Befreiung weg. Medizinisch indizierte zusätzliche Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen, MRTs, Biopsien und anatomisch-pathologische Analysen unterliegen somit der ordentlichen Franchise der Programmteilnehmerin.</p><p>Dieser Bruch auf dem diagnostischen Pfad lässt sich kaum rechtfertigen. Eine symptomfreie Frau, die der Einladung zu einem Früherkennungsprogramm folgt, kann nach einem auffälligen Befund nicht nur mit der Angst vor einer möglichen Krebserkrankung, sondern auch mit Kosten von mehreren hundert Franken konfrontiert sein, wenn sie eine hohe Franchise hat. Diese finanzielle Hürde kann dazu führen, dass manche Frauen notwendige Untersuchungen aufschieben oder ganz darauf verzichten. So entsteht ein bedeutendes Gerechtigkeitsproblem: Der Zugang zu den im Rahmen eines organisierten Programms erforderlichen Untersuchungen sollte nicht von den finanziellen Möglichkeiten abhängen.</p><p>Im Rahmen organisierter Darmkrebs-Früherkennungsprogramme erstreckt sich die Befreiung von der Franchise auf den gesamten diagnostischen Pfad. Der Test auf okkultes Blut im Stuhl (FIT), die Koloskopie anstelle eines FIT-Tests oder nach einem positiven FIT-Befund, Biopsien allfälliger Polypen und deren anatomisch-pathologische Untersuchung sind bis zu Bestätigung oder Ausschluss einer Krebserkrankung von der Franchise befreit.&nbsp;</p><p>Es gibt keinen medizinischen Grund, mit dem sich ein anderes Prinzip bei Brustkrebs rechtfertigen liesse.</p><p>Der Bundesrat verfügt gestützt auf Artikel 64 Absatz 6 Buchstabe d KVG bereits über die Kompetenz, Leistungen im Rahmen organisierter Präventionsprogramme von der Franchise auszunehmen.</p><p>Das Ziel ist nicht, jede Brustuntersuchung von der Franchise zu befreien, sondern lediglich Untersuchungen, die im Anschluss an eine Mammografie im Rahmen eines organisierten Früherkennungsprogramms erfolgen und zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Krebserkrankung erforderlich sind.</p>
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, damit Konsultationen und medizinisch indizierte weiterführende Screenings im Rahmen organisierter Brustkrebs-Früherkennungsprogramme bis zu Bestätigung oder Ausschluss einer Krebserkrankung von der Franchise befreit werden.</p>
    • Brustkrebs-Screening. Befreiung von der Franchise auf dem gesamten diagnostischen Pfad

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