Börsenkotierte Aktiengesellschaften und von der öffentlichen Hand beherrschte Gesellschaften. Offenlegung von Zuwendungen an politische Akteure

Details

ID
20120499
Title
Börsenkotierte Aktiengesellschaften und von der öffentlichen Hand beherrschte Gesellschaften. Offenlegung von Zuwendungen an politische Akteure
Description
InitialSituation
<p>Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und auf Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:</p><p></p><p>1. Gesellschaften, deren Aktien an einer Börse kotiert sind, haben:</p><p>a. im Geschäftsbericht die Gesamtsumme der Zuwendungen an politische Akteure (insbesondere politische Parteien, Verbände und für Kampagnen) anzugeben;</p><p>b. bei solchen Zuwendungen ab 10 000 Franken pro Empfänger und Geschäftsjahr den Namen und die Adresse des Empfängers sowie die Höhe der Zuwendung anzugeben;</p><p>c. das Recht, in ihren Statuten eine andere Schwelle für die Offenlegung gemäss Ziffer 1 Buchstabe b vorzusehen;</p><p>d. ihre Zuwendungen an politische Kampagnen von Mitgliedern des Verwaltungsrates, der Geschäftsleitung und des Beirates als Vergütung zu betrachten und sie im Geschäftsbericht detailliert anzugeben.</p><p>2. Gesellschaften, in denen dem Bund oder einem anderen Gemeinwesen eine beherrschende Stellung zukommt, legen alle Zuwendungen an politische Akteure in der Jahresrechnung offen. Sie geben dabei insbesondere den Namen und die Adresse des Empfängers und die Höhe der Zuwendung an.</p>
Objectives
  • Number
    0
    Text
    Resolutions
    Date Council Text
    03.05.2013 0 Folge geben (Erstrat)
    03.05.2013 0 Folge geben (Erstrat)
    10.06.2014 2 Keine Folge gegeben
Proceedings
<p><b>Debatte im Ständerat 10.06.2014</b></p><p><b>Parteienfinanzierung - Unternehmen müssen Zahlungen an Parteien nicht offenlegen </b></p><p><b>Ständerat lehnt Vorstoss für mehr Transparenz ab</b></p><p><b>(sda) Börsenkotierte Unternehmen müssen Zuwendungen an Parteien auch in Zukunft nicht offenlegen. Der Ständerat hat am Dienstag eine parlamentarische Initiative des parteilosen Schaffhauser Ständerates Thomas Minder mit 26 zu 12 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt.</b></p><p>Der Vorstoss ist damit vom Tisch. Die Rechtskommission des Ständerates hatte sich dafür ausgesprochen. Minder forderte, dass börsenkotierte Gesellschaften im Geschäftsbericht die Gesamtsumme der Zuwendungen an politische Akteure angeben müssen, insbesondere die Zuwendungen an politische Parteien, Verbände und Kampagnen.</p><p>Bei Zuwendungen ab 10'000 Franken pro Empfänger und Geschäftsjahr sollen die Unternehmen den Namen des Empfängers und die Höhe der Zuwendung angeben müssen. Sie sollen jedoch das Recht haben, in ihren Statuten eine andere Schwelle für die Offenlegung vorzusehen.</p><p>Strengere Regeln wollte Minder für Gesellschaften, die vom Bund oder einem anderen Gemeinwesen beherrscht werden. Diese sollten alle Zuwendungen an politische Akteure in der Jahresrechnung offenlegen müssen, mit Namen des Empfängers und Höhe der Zuwendung.</p><p></p><p>Etwas mehr Transparenz</p><p>Es gehe um den Schutz des Firmenkapitals, sagte Minder. Unternehmen spendeten mitunter sechs- bis siebenstellige Beträge pro Jahr an politische Akteure. Die Demokratie sei durchaus auf Gönner angewiesen. Wenigstens die Aktionäre sollten aber informiert sein.</p><p>Abgesehen von wenigen positiven Beispielen herrsche bei den Schweizer Unternehmen Schweigen, kritisierte Minder. In anderen Staaten seien Regeln längst "courant normal".</p><p>Unterstützung erhielt Minder von Christian Levrat (SP/FR). Er sprach von einem kleinen Schritt Richtung mehr Transparenz. Luc Recordon (Grüne/VD) warnte seinerseits vor Reputationsrisiken für die Firmen, sollten nicht strengere Regeln eingeführt werden.</p><p></p><p>"Nicht unsere Aufgabe"</p><p>Dagegen sprachen sich Hans Altherr (FDP/AR) und Georges Theiler (FDP/LU) aus. "Es ist nicht unsere Aufgabe, Transparenz in den Aktiengesellschaften herzustellen", argumentierte Altherr. Wer Transparenz in der Parteienfinanzierung wolle, solle fordern, dass die Parteien ihre Finanzierung offen legten.</p><p>Skeptisch zeigte sich auch Markus Stadler (GLP/UR). Der Gedanke, Politik sei käuflich, sei zwar störend, räumte er ein. Es dürften aber keine falschen Erwartungen geweckt werden. Zahlungen von Einzelpersonen würden mit der vorgeschlagenen Regelungen nicht erfasst. Auch bleibe offen, was unter "Zuwendungen" zu verstehen sei.</p>
Updated
10.04.2024 17:55

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