Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz. Änderung
Details
- ID
- 20250056
- Title
- Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz. Änderung
- Description
- Botschaft vom 21. Mai 2025 zur Änderung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes
- InitialSituation
- <h2 class="Titel_d"><strong>Medienmitteilung des Bundesrates vom 21.05.2025</strong></h2><p class="Standard_d"><strong>Bundesrat überweist Botschaft für praxisintegrierte MINT-Studiengänge an Fachhochschulen</strong></p><p class="Standard_d"><strong>Der Bundesrat hat am 21. Mai 2025 eine Botschaft zur Anpassung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG) an die eidgenössischen Räte überwiesen. Die vorgeschlagene Änderung des HFKG eröffnet den Fachhochschulen die Möglichkeit, in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) Bachelorstudiengänge anzubieten, in denen die Praxiserfahrung in der Arbeitswelt integriert ist. Dieses Angebot wurde in einem Pilotversuch bereits getestet.</strong></p><p class="Standard_d">Für die definitive Einführung der sogenannten praxisintegrierten Bachelorstudiengänge (PiBS) im MINT-Bereich ist ein neuer Artikel (Art. 25a) im HFKG notwendig, mit dem die Zulassungsvoraussetzungen geregelt werden: Maturandinnen und Maturanden mit gymnasialer sowie mit Berufsmatura können prüfungsfrei zu PiBS zugelassen werden, auch wenn sie keine spezifische Arbeitswelterfahrung mitbringen. Ebenso wird im neuen Gesetzesartikel festgelegt, dass PiBS-Studiengänge vier Jahre dauern, also ein Jahr länger als die ordentlichen Bachelorstudiengänge.</p><p class="Standard_d">Die vorgeschlagene Anpassung des HFKG beinhaltet die wesentlichen Eckwerte aus dem Pilotversuch, der 2014 im Rahmen der Fachkräfteinitiative des Bundes lanciert wurde. Eine Wirkungsanalyse zur Pilotphase von 2023 zeigte, dass die teilnehmenden Unternehmen, Fachhochschulen, Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen mit den PiBS mehrheitlich zufrieden sind und dass das Interesse an PiBS-Kooperationen in der Wirtschaft steigt. PiBS leisten einen Beitrag zur Minderung des Fachkräftemangels. Sie bleiben aber quantitativ ein Nischenangebot, das massgeblich durch das Ausbildungsangebot der Unternehmen bestimmt wird.</p><p class="Standard_d">Zur Änderung des HFKG war von Anfang September bis Anfang Dezember 2024 ein Vernehmlassungsverfahren durchgeführt worden. Dabei fand die definitive Einführung von PiBS mehrheitlich Unterstützung. Vor der Vernehmlassung hatte sich der Hochschulrat der Schweizerischen Hochschulkonferenz bereits mehrheitlich dafür ausgesprochen.</p><p class="Standard_d">Weitere Bedingungen – wie zum Beispiel das Erfordernis eines von der Fachhochschule validierten Praxisanteils in einem Unternehmen im Umfang von 40 Prozent der Studienzeit – werden in einer Verordnung des Hochschulrates geregelt werden.</p><p class="Standard_d">Damit der nahtlose Übergang von der Pilotphase zum definitiven Angebot gewährleistet ist, hat der Bundesrat mit der Überweisung der Botschaft auch die geltende Verordnung für den Pilotversuch um ein Jahr, bis Ende 2026, verlängert.</p>
- Objectives
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- Number
- 0
- Text
- Botschaft vom 21. Mai 2025 zur Änderung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes
- Resolutions
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Date Council Text
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- Number
- 1
- Text
- Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz, HFKG)
- Resolutions
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Date Council Text 23.09.2025 1 Beschluss gemäss Entwurf 04.12.2025 2 Abweichung 10.12.2025 1 Zustimmung 19.12.2025 1 Annahme in der Schlussabstimmung 19.12.2025 2 Annahme in der Schlussabstimmung
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- Proceedings
- <h3 class="SDA_Meldung_d">SDA-Meldung</h3><h3 class="Debatte_sda_linksbündig_d"><strong>Debatte im Nationalrat, 23.09.2025</strong></h3><p><strong>Neue Möglichkeiten bei berufsbegleitenden Studien</strong></p><p><strong>Fachhochschulen sollen nach dem Willen des Nationalrats künftig Bachelorstudiengänge in den MINT-Fächern mit integrierter Praxiserfahrung in der Arbeitswelt anbieten können. Die grosse Kammer hat am Dienstag einer entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt.</strong></p><p>Der Nationalrat fällte seinen Entscheid mit 111 zu 65 Stimmen bei 13 Enthaltungen. Die Vorlage geht an den Ständerat.</p><p>Vorgesehen ist, dass die neuen Studiengänge in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik vier Jahre dauern - also ein Jahr länger als die ordentlichen Studiengänge. Ohne Prüfung dazu zugelassen werden können Studierende mit gymnasialer Matura oder mit Berufsmatura, und zwar auch dann, wenn sie keine spezifische Erfahrung in einem verwandten Beruf mitbringen.</p><p>Der Praxisanteil in einem Unternehmen soll laut Mitteilung des Bundesrates vom vergangenen Mai 40 Prozent betragen. Mit der Gesetzesrevision werden die Eckwerte eines 2014 lancierten Pilotversuchs in eine definitive Regelung überführt.</p><p>Ziel ist es, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wie Wirtschaftsminister Guy Parmelin im Rat sagte. Zudem sei in den entsprechenden Studiengängen der Frauenanteil etwas höher als in herkömmlichen MINT-Studiengängen.</p><p>Eine SVP-Minderheit der vorberatenden Kommission beantragte erfolglos Nichteintreten auf die Vorlage. Das Ziel, mehr Studierende für den MINT-Bereich zu begeistern, sei in der Pilotphase nicht erreicht worden, argumentierte sie.</p><p>Zudem befürchtete sie, dass die Berufsbildung konkurrenziert wird. Die Befürworterseite erwiderte, der Pilotversuch habe gezeigt, dass dies nicht der Fall sei. Es handle sich um ein Nischenprodukt.</p><p> </p><p>SDA-Meldung</p><h3 class="Debatte_sda_linksbündig_d"><strong>Debatte im Ständerat, 04.12.2025</strong></h3><p class="Standard_d"><strong>Schweizer Fachhochschulen erhalten definitiv neuen Bildungsgang</strong></p><p class="Standard_d"><strong>Die Schweizer Bildungslandschaft bekommt definitiv einen neuen Bildungsgang. Es handelt sich um die bereits probeweise eingeführten Bachelorstudiengänge mit integrierter Praxiserfahrung, welche Fachhochschulen in den sogenannten Mint-Fächern anbieten.</strong></p><p class="Standard_d">Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat diese Studiengänge neu im Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz verankert. Die kleine Kammer stimmte dem Entwurf des Bundesrats am Donnerstag in der Gesamtabstimmung mit 29 zu 12 Stimmen zu, nachdem ihm der Nationalrat im September auch ziemlich klar den Segen gegeben hatte.</p><p class="Standard_d">"Mint" ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.</p><p class="Standard_d">Der Bundesrat legte dem Parlament die Änderung des Hochschulförderungsgesetzes vor, weil er argumentierte, ohne gesetzliche Verankerung könnten die Studiengänge nicht weitergeführt werden. Gemäss Parlamentsunterlagen haben sich diese Studiengänge in der Pilotphase bewährt.</p><p class="Standard_d">Prüfungsfrei für die Studiengänge zugelassen werden gemäss dem Gesetz Inhaberinnen und Inhaber einer Berufsmaturität ohne berufliche Grundbildung in einem der Studienrichtung verwandten Beruf sowie Inhaberinnen und Inhaber einer gymnasialen Matur.</p><p class="Standard_d">Wie schon der Nationalrat lehnte auch der Ständerat einen Nichteintretensantrag ab. Die Urheber dieses Antrags sagten, diese sogenannten Pibs-Studiengänge seien mit dem aktuellen Bildungssystem nicht in Einklang zu bringen. Auch werde eine Gesetzesvorlage für sehr wenige Personen geschaffen.</p><p class="Standard_d">Noch ist die Vorlage nicht ganz bereinigt. Dies, weil der Ständerat einen zusätzlichen Artikel in den Gesetzesentwurf aufnahm. Darin fordert er, dass der Bund das neue Angebot nochmals prüft, falls sich "bildungspolitisch unerwünschte Effekte" zeigen. Nun muss sich der Nationalrat noch zu diesem Artikel äussern.</p><p> </p><h3 class="Debatte_sda_linksbündig_d"><strong>Debatte im Nationalrat, 10.12.2025</strong></h3><p class="Standard_d">Zustimmung</p>
- Updated
- 08.01.2026 07:40